Hüttenhochtour im Stubaital

Huettentour_DAV_Juli-2014-65

Fünf tolle Tage in den Bergen der Stubaier Alpen liegen hinter uns und machen Lust gleich wieder die Steigeisen anzulegen. Wettertechnisch waren die Prognosen für die letzten Julitage eher zum heulen, aber außer Lachtränen und Gipfelfreude konnte ich keinen Trübsal in der super zusammenpassenden Achter-Truppe feststellen. Von Sonne mit blauem Himmel und genialer Fernsicht bis hin zu Nebel und Regen mit Nullsicht war alles dabei. Das Zuckerhütl (3.507 m) bildete zudem den Höhenpunkt unserer Tour, im wahrsten Sinne des Wortes. Lautstarkes Schnarchen, leckeres Essen, das ein oder andere Hopfenkaltgetränk und ein Schnapsl durften natürlich nicht fehlen. Aber nun alles der Reihe nach.

Unser Reiner, die gute Seele, Moderator und Organisator der Tour, wählte als Treffpunkt einen Parkplatz in der Nähe von Neustift. Dort sattelten wir die Rucksäcke und liefen gemütlich zur Nürnberger Hütte (2.297 m), die uns etwa 2,5 Stunden später mit ihren typisch rot-weiß lackierten Fensterläden begrüßte. In 4-Mann-Zimmern konnten wir in aller Ruhe die typischen Rascheltüten aus dem Rucksack nehmen und anschließend im Gastraum ein reichhaltiges Essen genießen.

Am nächsten Tag starteten wir die Tour gegen 7.30 Uhr, die uns zum Wilden Freiger (3.418 m) führte. Hier mussten wir zum ersten Mal die Steigeisen anlegen, um den Gipfel zu erreichen. Von dort aus ging es über einen Grat mit Blockkletterei gut 300 Höhenmeter abwärts zur Müllerhütte (3.145 m). Die etwas „gruseligen“ Stellen waren zum Glück mit ein paar Drahtseilen gesichert. Das Wetter war soweit OK, aber der Nebel bestimmte doch den Tag und kurz vor der Hütte konnte sich die Regen-Schnee-Wolke leider nicht mehr zurückhalten. Dafür wurden wir mit einer warmen Gaststube, einem freundlichen Hüttenwirt, leckerem asiatischen Hüttenschmaus und eiskaltem Tropfwasser für die „Abenddusche“ belohnt. Zudem konnte man auf der Müllerhütte ein sog. „Erlebnisabwaschen“ buchen, aber irgendwie konnte sich keiner von uns durchringen und investierte die 10 Euro lieber in Apfelstrudel und Spezialhüttenkräuter.

Wie es sich für gute DAVler gehört, lagen wir pünktlich zur Nachtruhe im Bettenlager, denn am nächsten Tag klingelte bereits 5.30 Uhr der Wecker. Der neblige Vortag war beim Anblick der sonnenbestrahlten Berge schnell vergessen. Nach dem Frühstück machten wir uns über den Gletscher auf zum Wilden Pfaff (3.458 m), den wir über Blockkletterei im 2. Grad in den zeitigen Vormittagstunden erreichten. Uns gegenüber lag das Zuckerhütl mit seinen stolzen 3.507 m. Da wir ausreichend Zeit hatten und das Wetter hielt, ließen wir uns die Besteigung des höchsten Berges der Stubaier Alpen nicht entgehen. Auf die geniale Gipfelsicht muss ich an dieser Stelle bestimmt nicht hinweisen. Der Abstieg zur Hildesheimer Hütte (2.899 m) gestaltete sich doch länger als gedacht. Eigentlich erwarteten wir die Hütte nach dem Ablegen der Steigeisen gleich um die nächste Kurve, aber weit gefehlt, denn es ging noch einmal runter und über einen kurzen Klettersteig hinauf zum Tagesziel. Auf der Sonnenterrasse ließen wir uns den Apfel- oder Topfenstrudel doppelt schmecken, genau das Richtige nach einer anstrengenden Tour.

Am vorletzten Tag der Hüttenwanderung liefen wir über den Gaißkarferner und die Station Eisgrat talwärts zur Dresdner Hütte, stärkten uns dort mit einem Kaiserschmarrn oder einer Knödelsuppe und stiegen weiter auf zum Großen Trögler (2.902 m). Bis Mittag hielt das Wetter und kurz vor dem Gipfel öffnete Petrus seine Schleusen in vollen Zügen. Manchmal gibt es Erfahrungen in den Bergen, auf die man eigentlich verzichten kann. Dazu gehört unter anderem ein schwarz markierter teilversicherter Steig, der in strömenden Regen abgestiegen werden muss. Aber wie es immer so ist, zurück auf der Hütte (in unserem Fall die Sulzenauerhütte, 2.191 m) vergisst man bei Knödel, Bier und Schnapsl alle Anstrengungen des Tages.

Sonntags stiegen wir letztendlich über den Wildwasserweg an imposanten Wasserfällen ab ins Tal und ließen die Hüttenhochtour in der nahe gelegenen Tschangelair Alm ausklingen.

Und zum Schluss darf natürlich ein Lob an Reiner für die tolle Orga und die fleißigen Seilträger der Runde nicht fehlen!

(Text: Andreas Hempel)

4 Kommentare auf “Hüttenhochtour im Stubaital
  1. Schön geschrieben Andreas, war ein super Trip mit euch. Hat Spass gemacht, mit euch ein paar Hopfenkaltgetränke und Schnapsl zu verdrücken. Ok, auch auf dem Zuckerhütl zu stehen und über den Gletscher zu laufen, war nicht so schlecht. Da muss es nächstes Jahr auf alle Fälle eine Neuauflage geben!

    Heiko

  2. Danke Andreas,

    wie Reiner schon geschrieben hat, ein schöner Bericht. Trotz des wechselhalften Wetters war der schönste Tag auf dem Wilden Pfaff und dem Zuckerhütl der verdiente Höhepunkt.
    Hoffentlich bald mal wieder, mit neuen Zielen. 😉

    Bernd

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