Mit dem Bike entlang des Rennsteigs – ein Klassiker in Thüringen

So als echter Thüringer muss man das ja mal gemacht haben: Den Rennsteig.

Das dachten sich auch 4 „Erfurt-Alpiner“ und eine hessische Eifelerin, die sich mehr oder weniger kurz entschlossen aufmachten, um kleine Steinchen von der Saale zur Werra zu transportieren. So ist es Brauch, wenn man den Rennsteig bewandert oder so wie wir beradelt.  

Verteilt auf 3 Tage wollten wir die insgesamt 180 + x km und ca. 3.000 hm bezwingen. Am letzten Juniwochenende war es dann soweit:
Mit dem ersten Zug ging es nach Blankenstein.  Während der 3-stündigen Anfahrt wurde gefrühstückt, die Ausrüstung gecheckt, die Tour besprochen und gleich Bekanntschaft mit ein paar anderen Rennsteig-Radlern gemacht. Die Südthüringer Männergruppe sollte uns später immer wieder begegnen und für lustige Momente sorgen.
Endlich in Blankenstein angekommen, hatte sich jeder von uns noch schnell ein kleines Steinchen aus der Saale gefischt, das obligatorische Startfoto wurde geschossen und schon ging es los. Erst einmal unzählige Kilometer bergauf. Der Rennsteig-Radweg führte uns dann nach Lehesten, wo wir eine kleine Rast machten. Vorbei am Schiefersteinbruch ging es dann wieder zurück zum „richtigen“ Rennsteig, der auf den folgenden Kilometern leider meist entlang einer Straße führte. Der steile Anstieg bei Spechtsbrunn machte uns durstig, doch leider waren die Gasthöfe entlang der Stecke alle geschlossen und so musste das erfrischende Bierchen bis Neuhaus auf sich warten lassen. Im Hotel angekommen, wurden wir sofort von unseren neuen Bekannten bejubelt. Gemeinsam haben wir dann den erfolgreichen MTB-Tag bei eine paar Getränken und einem Lagerfeuer ausklingen lassen.  Am nächsten Morgen gab es eine kaputte Bank und leichte Kopfschmerzen zu beklagen.  

Ein gutes Frühstück und ein deftiger Anstieg gleich zu Beginn brachte unser Körper jedoch wieder auf Hochtouren und die zweite Etappe konnte in Angriff genommen werden. Ein kurzer Stopp an der Werraquelle. (Komischerweise kam keiner auf die Idee den Stein gleich hier in die Werra zu schmeißen…) In Masserberg und an der Schmücke waren unsere Versorgungsstellen, wir haben Highlights, wie den Mittelpunkt und den Höchsten Punkt des Rennsteigs mitgenommen und schließlich in Oberhof im Sporthotel eingecheckt. Das Buffet wurde geplündert und etwas stilvoller als am Vorabend hatten wir in der Lounge ein paar Getränke zu uns genommen. 

Letzte Tag: Kurzes Oberhof-Sightseeing: Die Thüringer unter uns mussten stolz der Frankfurterin das Biathlonzentrum zeigen. Währenddessen stürmten mind. 200 MTB-Fahrer den Rennsteig. Wir trauten unseren Augen kaum, die friedlichen Idylle am Morgen war angesichts dieser Massen für einen Moment hinüber. Später stellte ich heraus, dass der SC Erfurt am selben Wochenende die Traditionelle Rennsteigtour veranstaltete. Wir ließen die Gruppe ziehen und folgten auf leisen „Reifen“. Ein kurzer Abstecher zum Bergsee Ebertswiese aber auch hier gab es keine Idylle, sondern ein Fest mit lauter Musik, dafür aber Bratwurst und ein Kuchenbasar. Am Heuberghaus verabschiedeten wir uns dann von Simone bevor es zu viert weiter auf den Inselsberg ging. Mit Johannesbeerschorle begossen wir unser geschafftes Zwischenziel und legten noch schnell eine kleine Bouldereinheit ein. Danach ging es tendenziell bergab weiter bis nach Hörschel, zielstrebig zum Werraufer, wo wir unsere Steinchen wieder los werden wollten. Plopp… Nun war es geschafft, wir waren angekommen: Geschafft und glücklich über die durchaus gelungene Tour bei bestem Sommerwetter. 

Gemeinsam radelten wir noch bis nach Eisenach in einen Biergarten … 

 Das Fazit: 3 Tage Auszeit, die den Kopf zur Ruhe bringen und den Körper mobilisiert. Dennoch ist der Rennsteig kein Weg, den man einfach so runterradeln kann: Trails, Wurzelwege, teils knackige Anstiege und das zeitweise ständige Auf und Ab machen die Tour anspruchsvoll, ist aber auf 3 Tag verteilt locker zu schaffen. 

 Danke an Heiko als Organisator und die anderen Mitradler – es war toll mit euch. 🙂 

Susanne Hoffmann

MTB – Pfingsten 2018 in Brennersgrün

Anreise war am Freitag mit Abendessen im letzten Restaurant in der Umgebung, in Grumbach. Am Samstag früh war dann die Gruppe komplett und ist mit einem ausgiebigen, gemeinsamen Frühstück in den Tag gestartet.

Nach dem obligatorischen Bike-Check auf der angrenzenden Wiese haben wir zunächst mit einem kleinen Techniktraining begonnen. Interessant war hier das paarweise Blindfahren, wobei ein Partner sehend war und Anweisungen zu Richtung machen musste. Das vermittelte ein ganz neues Gefühl für das Rad. Ganz witzig war auch das Fahrrad-Rückwärts-Schieben, welches wir in Form eines Staffellaufes mit zwei Mannschaften veranstalteten. Hier kam es zu sehr lustigen Situationen.

Nach der Aufwärmung begannen wir dann bei heiterem Wetter zu unserer ersten Tour direkt mit einem schönen Wurzel-Trail auf den Rennsteig. Danach ging es über Reichenbach zum technischen Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ mit zahlreichen Informationen über den Schieferbergbau in der Region. Gestärkt haben wir uns schließlich in einer der wenigen Gastwirtschaften in der Umgebung. Der Gasthof „Glück Auf“ hatte kleine aber sehr leckere Mahlzeiten im Angebot. Der Weg führte weiter Richtung Schmiedebach, wo wir in der KZ-Gedenkstätte Laura einen Einblick in ein dunkles Kapitel des regionalen Bergbaus bekommen konnten. In dem Stollensystem wurden zur NS-Zeit die Triebwerke für die V2-Raketen getestet. Viele Menschen verloren hier ihr Leben.
Über Röttersdorf ging es dann zurück nach Brennergrün. Mit ca. 35 km, 700 hm und einigen Einlagen zum Techniktraining war es eine interessante Runde zum „Einfahren“. Zur Entspannung wurde die Sauna angeheizt und sich anschließend mit tollen Köstlichkeiten vom Grill für den nächsten Tag gestärkt.

Am nächsten Tag führte uns Andreas zunächst einen steilen Anstieg hinauf zum Wetzstein und zum Altvaterturm. Weiter ging es über Steinbach am Wald und Ludwigsstadt nach Lauenstein. Hier sollte die Burg der Höhepunkt der Tour werden. Allerdings musste die erst einmal erklommen werden. Oben wartete neben der Burg auch eine ausgiebige Rast mit Bier, Fassbrause und einige von uns ließen sich auch eine leckere Flugente schmecken, die allerdings für die weitere Tour nicht zu Flügeln verhalf. Nach einem anspruchsvollen Singletrail mit kleinen Tragepassagen haben wir nochmal kurz in der Confiserie „Burg Lauenstein“ angehalten und eine Praline vernascht. Weiter ging es dann auf dem Kolonnenweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze über Lehesten und dem Wetzstein zurück nach Brennersgrün. Nach diesem ca. 50 km und rund 1.000 hm zählenden Rundweg taten uns die Spaghetti Bolognese von Gerd und die Sauna richtig gut. Der Abend klang schließlich mit einigen Bildern von der Patagonien-Reise von Reiner und Andrea und chilliger Musik aus.

Die Vermieterin unserer Unterkunft war sehr kulant, sodass wir unsere modernen Ferienwohnungen nicht sofort am Pfingstmontag räumen mussten. Also konnten wir direkt nach dem Frühstück zu einer neuen Tour starten. Diese Tour führte uns auf dem Rennsteig nach Osten, Richtung Grumbach. Ziel und Wendepunkt der Runde war der Ort Schlegel mit dem Gasthaus am Rennsteig mit einem sehr interessanten Gastwirt ;-). In Schlegel findet man, auch etwas versteckt, einen weiteren Höhepunkt. Den 400-jährigen Apfelbaum. Mit diesen „beeindruckenden Erlebnissen“ ging es zurück nach Brennersgrün.

Nach 120 km und 2.300 hm ging das Pfingstwochenende 2018 zu Ende. Es war eine tolle Gruppe und sehr gut organisiert. Vielen Dank an Andreas für die Planung, Organisation und Führung.

Robert

Ein Wochenende im Amazonas Deutschlands

Man mag es kaum glaube, aber auch Alpinisten zieht es hin und wieder ins flache Land. Zur Abwechslung wollten wir uns mal auf dem Wasser fortbewegen und so nutzten wir das letzte Maiwochenende  für einen kleinen Ausflug in den Spreewald.

Mit der Campingausrüstung im Gepäck machten wir uns Freitagnachmittag auf den Weg nach Burg. Die Zelte waren schnell aufgeschlagen und der Grill angefeuert. Als echte Thüringer kamen natürlich mitgebrachte Bratwürste und Brätel auf den. Rosis Kartoffelsalat und ein gutes Tröpfchen Wein oder Bier rundeten unser Abendmahl perfekt ab. So waren wir gestärkt für zwei Paddeltage im Kanalnetz der Spree.

Die Einstiegsstelle war direkt am Campingplatz und die Kajaks konnten wir bequem vor Ort mieten.
Also machten sich am Samstag sechs Zweierteams auf den Weg nach Leipe. Doch der Anfang war gar nicht so einfach. Es mischte sich ein Gruppe Soldaten unterschiedlichster Nationalitäten zwischen unsere Boote und kreuzte im Zick-Zack-Kurs immer wieder unseren Weg. Es war gar nicht so einfach den Überblick zu behalten aber an der nächsten Flussgabelung sortierte sich alles wieder und wir konnten unseren Kurs weiter folgen. Wir passierten unzählige Schleusen und hier und da wuchteten wir unsere Kajaks auch selber am Wehr vorbei.

Nach einer Stärkung im Biergarten ging es zurück, gegen den „reißenden“ Strom. Kaum sichtbar aber doch spürbar in den Armen paddelten wir entgegen der Fließrichtung zum Campingplatz zurück. Aber Gott sein Dank gab es einen schwimmenden Spreewaldgurken-Imbiss, bei dem wir unsere Energievorräte noch einmal auffüllen konnten.

Für das Abendessen nutzen wir das Campingplatzrestaurant, welches zu unserer Überraschung ausgezeichnet war. Es gab regionale Küche und zum Nachtisch die dort üblichen Plinsen mit Apfelmus und Vanilleeis.

Da das Wetter so schön war, dehnten wir unsere Sonntagstour doch etwas länger aus als ursprünglich geplant war. Wir starteten wieder am Campingplatz, doch dieses Mal suchten wir uns andere Wasserwege. Wir paddelten in Richtung Kleiner Spreehafen, vorbei an wunderschönen Gehöften und kehrten beim Hafen Waldschlösschen für einen kleinen Mittagssnack ein. Wir manövrierten uns an den traditionellen Spreewaldkähnen und trendigen SUPs vorbei und wurden, wie auch schon am Samstag, von unzähligen Libellen begleitet, die immer wieder zu einem Fotostopp einluden.

Die Zeit verging wie im Fluge und nachdem die Boote zurückgegeben und alles weitere im Auto verstaut war, ging es am frühen Abend wieder zurück in die Heimat.

Susanne Hoffmann

Auf dem Kreuzberg-Flowtrail und im „Land der offenen Fernen“

Ein MTB-Wochenende in der Rhön

Anfang Juni und schon richtig Sommer – perfekt für alles, was draußen stattfinden kann. Biken zum Beispiel. Die MTB-Gruppe um Andreas Talke hatte sich die Rhön ausgeguckt, konkret die Gegend rund um Bischofsheim. Dort ist der Kreuzberg (928m) der Hausberg. Die erste Ausfahrt führte dann auch dort hin. Die 12 Bikerinnen und Biker teilten sich in zwei Gruppen auf und hatten am Ende ein Ziel: den Flowtrail vom Kreuzberg-Gipfel hinunter.  Während sich die einen das 2 km lange Vergnügen (alle hatten auf den Shuttle verzichtet!) mit ein bissl mehr Anlauf  erkämpften, hängten die anderen später noch eine Runde dran. In den Tourenbüchern standen zum Schluß ca. 42 km, ca. 1000 Höhenmeter und 3 x  Kreuzberg-Flowtrail.

Fürs Kulinarische am Abend war der Koch vom „Löwen“ in Unterweißenbrunn zuständig: wer wollte, durfte beim Spanferkel mitessen.

Wie schön die Rhön ist, sollte sie am Sonntag zeigen. Nach dem Fahrtechnik-Training auf dem Fußballplatz waren alle fit und hochmotiviert für die kommenden Höhenmeter zum Basaltsee.  Das waren dann einige! Durch die Kernzone vom Biosphärenreservat gings auf Komoot-erprobten Routen. Ein paar Schiebepassagen wegen umgestürzter Bäume gabs, aber endlich auch die tollen Ausblicke ins „Land der offenen Ferne“.  Längere Pausen waren eher selten, denn die wild um sich stechenden Bremsen hetzten die Radlertruppe immer weiter.

Die Belohnung fürs Hochkämpfen war die Rast am Basaltsee und eine supergemütliche Abfahrt vom Gangolfsberg hinab, ziemlich lange am romantischen Elsbach entlang bis nach Oberelsbach und schließlich zurück nach Unterweißenbrunn. Am Ende standen 36 km und 700 Hm „auf der Uhr“ .  Alle Biker waren durch die Frühsommerhitze ziemlich kaputt, der Flüssigkeitsverlust konnte aber im „Löwen“ zügig wieder aufgefüllt werden.

Heike Opitz

 

Kletterwochenende in der Frankenjura

Endlich Frühling, endlich wieder frisches Grün an den Bäumen und warme Sonnenstrahlen, die unsere noch etwas blassen Gesichter wärmen. Und endlich mal wieder raus zum Klettern.

Das letzte Wochenende war perfekt geeignet für einen kleinen Ausflug in die Fränkische Schweiz. Werners Kletterkur(s) sollte uns auf die bevorstehende Outdoor-Klettersaison vorbereiten.

Zu Acht versammelten wir uns am Samstagvormittag an den Graischer Bleisteinwänden, nahe Bärnfels. Die Sonne übernahm schon mal das Aufwärm-Programm, dann ging es hinein in den frischen Frühlingswald, wo uns die ersten Felswände und der „Balkentoni“ erwarteten. Der Balkentoni (6-) war unsere Einstiegsroute. Olaf im Vorstieg war der erste der die Felsbrücke überquerte, die man mit einem großen Schritt und mit etwas Mut erreichte. Die anderen folgten und balancierten sich zur Umlenkung.

Die Nachbarrouten „Pflichtübung“ und „Der Lenz ist da“  wurden ebenfalls getestet und weiter entlang der Wände wurde geklettert, was uns gerade in die Quere kam.

Jeder hat sein Thema für den Kurs mitgebracht: Spaß und gutes Wetter wurden von Anfang an erfüllt. Nebenbei arbeiteten wir dann noch die Themen Vorstieg, Friends & Co., Standplatzbau und Blockaden im Kopf ab. Jeder hatte seine eigenen Baustellen und konnte auf seinem Niveau klettern, üben und über sich hinaus wachsen. Immer mit Werners Unterstützung und gutem Zuspruch der anderen. Wir waren ein tolles Team!

Am Abend inspizierte ein Teil der Gruppe noch schnell die Kletter-Location für den nächsten Tag – den Graischenstein. Die anderen zog der Bierdurst schon vorher zum Gasthof nach Bärnfels, wo wir auch über Nacht untergebracht waren.

Am Sonntag ging es zeitig zum Fels, da wir einen größeren Ansturm erwarteten. Kurz nach uns traf auch schon eine Gruppe von ca. 20 Leuten ein aber zum Glück hingen unsere Seil schon an der Wand. Im Laufe des Tages freundeten wir uns mit den anderen an und mischten uns unter, teilten uns Routen und Erfahrungen aus.

Irgendwann waren die Arme dann dick, die Mägen knurrten und Kaffeedurst stellte sich ein. Wir beschlossen also, vor der Heimreise einen kleinen Umweg nach Leienfels ins Café und zur Burgruine zu machen. Bei immer noch bestem Wetter ließen wir dabei das Wochenende ausklingen.

Danke an Werner und die anderen Seilpartner.

 

Susanne Hoffmann

Osterklettern bei Uzés

Kältewelle mit Dauerfrost – so sah der Winter 2018 aus. Da hilft nur eines und zwar auf in den Süden zum Osterklettern mit dem DAV Erfurt.

Am Gründonnerstag machten sich die ersten sonnenhungrigen und kletterbegierigen Urlauber los und fuhren über Nacht nach Südfrankreich. Dieses Jahr führte der Weg zum Campingplatz Mas de Rey bei dem bezaubernden Städtchen Uzés. Und kaum war der Morgen angebrochen und die Zelte aufgeschlagen, erwartete die Urlauber … Regen. Somit wurde gleich der erste Tag zum Kulturtag gekürt und es ging nach Uzés.


Uzés ist eine Kleinstadt und liegt auf einem 145 m hohen Kalksteinplateau am Fluss Alzon. Das Städtebild ist von klassischen französischen Kalksteinbauten, schmalen Gässchen und bezaubernden Läden in der Innenstadt geprägt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem der Herzogs- sowie Bischofspalast, die ehemalige Kathedrale St-Theodorit mit dem einzigen runden Turm Frankreichs, das Rathaus mit Innenhof, die barocke Kirche Saint-Étienne und nicht zuletzt das Haribomuseum. Auch das Markttreiben am Samstag ist sehenswert. Am Campingplatz zurück gekehrt war inzwischen ein Großteil der restlichen Reiseleute angekommen.

Den Regentag erfolgreich überstanden, folgten zauberhafte Sonnentage. Mit Sonnencreme bewaffnet wurde geklettert, lecker gespeist, Fahrrad und Kanu gefahren, gewandert und abends das ein oder andere Weinchen getrunken. Neben den langen Kletterrouten, die unter anderem die Gebiete Russan, Seyne und Colias zu bieten hatten, war die Anzahl der Routen und der Schwierigkeitsgrade überaus vielfältig, so dass für jedes Kletterherz das Passende dabei war. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich zusätzlich die Landschaft an den oberen Felsformationen in Russan.

An Ostermontag klingelte der Wecker um 6:30 Uhr in der Frühe und für den ein oder anderen ging der Ausflug ans Meer nach Marseille. An der Küste angekommen wurde man von einer frischen Meerbrise begrüßt.

Auf einer kleinen Wanderung ging es zum Felsen, an dem sich ein wunderschöner Blick über das Meer erstreckte. Beim Klettern zeigte sich im Laufe des Tages, dass die Herausforderung darin bestand, nicht weggeweht zu werden. Deshalb ging es gegen späten Nachmittag dann gut durchgeblasen und extrem hungrig wieder zurück zum Auto. Abschließend gibt es zu bemerken, dass Ostermontag ein ungünstiger Tag ist, um abends essen gehen zu wollen… Aber zum Glück ist niemand verhungert.

Der Mittwoch war wieder ein Regentag. Unentschlossen was nun, strotzte eine überaus mutige Truppe dem Regen und machte sich auf zu den Les Concluses de Lussan um in der dortigen Schlucht zu wandern. Dort angekommen wurden wir erst einmal mit einem Platzregen begrüßt und die Regenklamotten waren innerhalb kürzester Zeit durchgeweicht. Egal, zumindest hatten wir die Schucht für uns. Und diese ist auf jeden Fall einen Besuch wert! An dieser Stelle eine Gedenkminute an Jürgen, der leider aufgrund der Beschaffenheit seiner Regenkapuze nichts, aber auch gar nichts sehen konnte.

Ein Urlaub in Südfrankreich ohne den Mont Ventoux? Nie und nimmer! So machte sich auch in diesem Jahr wieder die Fahrradfraktion auf zu Kälte und Schnee.

Das kulinarische Highlight bildete der Donnerstag wo wir alle zusammen im Restaurant La Jasse den heimlichen Geburtstag einer Urlauberin feierten. Aber was gibt es schöneres als einen Geburtstag mit einem leckeren drei Gänge Menü, guten Rotwein und netten Gesprächen in der versammelten Runde! Den Abschluss des Tages bildetet eine gemütliche Runde auf dem Campingplatz unter strahlendem Sternenhimmel.

Wie immer im Urlaub verstrich die Zeit wie im Fluge und mit dem Samstag war nun dann auch der Abreisetag angebrochen. Alle packten ihre Zelte zusammen, steckten noch ein wenige Wärme und Sonnenschein ein und machten sich auf den langen Heimweg nach Erfurt, wo alle mit frühsommerlichen Temperaturen begrüßt wurden. Somit bleibt uns allen hoffentlich noch ein bisschen Urlaubsfeeling erhalten und wir freuen uns auf das nächste Jahr in der Provence.

Tanja Roßner

Ilmpaddeltour von Langewiesen nach Stadtilm.

Samstag, 07. April 2018

Ilmpaddeltour von Langewiesen nach Stadtilm.
Ein kurzer Bericht für die Teilnehmer der Challange und für alle, die diesmal nicht dabei sein konnten.

Der Ilmenruf erscholl auch 2018 und wir folgten ihm; erneut und für einige bereits das 6. Mal.

Bei einem satten 80er Mellinger-Pegel gings auf die Talfahrt. Am Einsetzort unter der ICE-Brücke in Langewiesen lagen wir 430 Meter über der Nordsee, am Zieleinlauf Stadtilm Mitte waren’s noch 355 m, das macht 75 m Höhensprung auf etwa 16 km. Die Ilm windet und treppt sich in praktisch endlosen Kurven und einigen verblockten Felsstufen zu Tal, durch Wiesen, Auwälder und kleine Dörfer. An Biberarbeitsstellen vorbei und meist neben dem Ilmradweg, mit seinen niedlichen Rastplätzen und den vielen Radlern.
Aus morgendlichen 5° wurden die vom Wetterbericht versprochenen 20° und weil keine Wolke vorbeikam, musste Sonnenmilch aufgetragen werden. Unseren Büro- und Schulgesichtern tat es bestens.
Wir dachten: Ach, die kurzen 16 Kilometer sitzen wir auf einer Backe ab – aber denkste! Es wurde lang und das nicht nur wegen der beiden ausgiebigen Balancier- und Grillpausen, sondern auch wegen Kenter“pausen“. Alle hatten mindestens einmal „Beinahe“-Erlebnisse. Lutz und Jule im Schneewolf –Seekajak-2er vollendeten dann 2 x und die Ersatzklamotten wurden in der Runde knapp. Und  auch Ilmneuling Jonas, der sich mit Nele laaaange bestens verkaufte, erwischte es dann doch noch. Aber wie gesagt, 20° und Sonne satt, da trocknete vieles schnell. Mario und Kathrin umschifften im Kanu-2er souverän alle Hindernisse und auch der 3er Bob Albert/Bodo/Liese kamen letztlich ungeschoren davon, auch wenn kurz vor dem Ziel noch ne große Wurzel ihr umkippendes Werk androhte.
Am Ende des Tages gab es also frischen Teint auf den Gesichtern, auch einige blaue Flecke in Beinbereichen, aber vor allem die lustigen Gegebenheiten wie Ballsporteinlagen in der großen Grillpause, Brückenbalanceaction, Badesingen in der Ilm, Handstandlaufen von Jule und Liese, Brückenumklettern von Albert und Bodo, Wehr-fahr-Action und dann kurz vor Ladenschluss in Stadtilm noch Eis und Co. bleiben in bester Erinnerung.

Auf ein Neues – spätestens 2019 im Frühjahr.

Ein paar Fakten drumherum/Hinweise für die Befahrung:
Strecke Langewiesen – Stadtilm

  • 16 km, ca. 75 m Höhenunterschied, zahlreiche und enge Kurven, kleine Stromschnellen, Charakter ca. Wildwasser I bis II
  •  für die Befahrung dieses Abschnittes braucht man mind. 80er Mellinger-Pegel, sonst sitzt man zu oft auf, (Ilm allgemein: also meist nur im Frühjahr oder nach Regen; im Sommer kann die Ilm im Abschnitt von Kranichfeld bis Oettern auch stellenweise fast leer sein)
  •  ca. 4 Wehre:
    Gräfinau-Angstedt: ca. 1 m; kaum fahrbar; links durch neue Flutrinne umtragen
    Ilmwerk/Dörnfeld: ca. 1,5 m; kaum fahrbar?; …umtragen ?Dörnfeld?
    vor Griesheim: ca. 1m; kaum fahrbar; danach noch ne verblockte Stufe; rechts u. 80 m
    Stadtilm bei Straßenbrücke B87: nicht fahrbar: rechts über Krone umtragen
  •  Boote: festes Kanu, am besten 2er. oder Einer-WW-Boote mit Spritzdecke; oder Grabner Adventure o.ä.; Faltboote aller Art: nur mit echtem Risiko und viel Flickzeug
  •  Ersatz/Kenterklamotten sehr sinnvoll; auch ne Tube Voltaren kann man mitnehmen
  •  Einkehr:
     Gräfinau-Angstedt: mehrere Imbisse und auch Gaststätte
    Griesheim Tankstelle;  Kneipe?
    Stadtilm: mehrere Möglichkeiten, u.a. die Pizzeria/Eiseria San Remo Markt
  •  Logistik: Auto am Zielort platzieren; geht am schnellsten. Bahn gibts nicht; Bus? trampen schwierig, weil keine direkte Strecke; ggf. Fahrrad und über den schönen Ilmradweg die 16 km zurück. Am Startort am besten vor der Kläranlage parken
  • angucken:
    Salinetürme Dörnfeld (muss man sich vorher anmelden)
    ICE-Brücke Langewiesen von unten untersuchen
    Museumsbrauerei Singen – 2 km entfernt; im Internet vorher checken
  •  Ilm Fortsetzung oberhalb / unterhalb
    oberhalb Langewiesen: keine eigene Erfahrung, vermutlich nur im WW-Boot und mind. 80er Mellingen-Pegel; vielleicht machts mal jemand!
    ab Langewiesen / ICE_Brücke: komplette Strecke bis zur Mündung empfehlenswert; Gepäckfahrt: besser nich; so wenig Gepäck wie möglich, ggf. unterhalb Weimar mit Gepäck möglich;  wunderschöne mittelthüringer Kulturlandschaft, viele idyllische Plätzchen zum zelten (Eigentümer fragen?!); sicher auch kleine und große Herbergen

Biken südlich der Alpen – am Comer See

Zu Ostern nach Italien – zum Comer See mit dem MTB – was kann’s Schöneres geben? Naja, vielleicht klettern in Südfrankreich…

Andreas hatte das Gelände am Lago di Como dort schon mal privat sondiert und ein feines Quartier in Domaso, am nördlichen Ende vom See ausgesucht. Zwei Ferienwohnungen für 9 Leute in einem Haus mit unbezahlbarem Blick über den Comer See.

Leider war das Wetter zunächst nicht unser Freund. Also wandern statt biken oben in der alten Kulturlandschaft: durch üppige Maronenwälder, die heute keiner mehr braucht und kleine Weiler mit etlichen verlassenen Höfen. Ein kniffliger Abstieg mit hohem Rutschfaktor war auch dabei.

Auch am 2. Tag leider Regenschirmwetter. Gut, dass es oberhalb vom Ort, in Vercana, ein paar Cantinas gibt – kleine Weingüter in Familienbesitz. Silvia, die Juniorchefin der Cantina Sorsasso hat sich schnell überreden lassen, eine kleine Führung durch den Keller zu machen und ihre Mutter vollendete das Vergnügen mit dem Entkorken von ein paar guten Tropfen in Weiß und Rot.

Dann an Tag 3 gab’s kein Pardon mehr: auch wenn’s regnet, wird Fahrrad gefahren! Wenigstens ein bisschen Sightseeing… Dazu auf Straße und Uferweg noch halbwegs trocken 20 km lang nach Menaggio, wo die Fähre quer übern See nach Varenna abgeht. Sonnenschein wäre perfekt gewesen für das süße Dörfchen, leider  macht der Himmel wahr, was der Wetterbericht vorhergesagt hat. Wir radeln trotzdem die Runde rum, auf Straße, durch Tunnel, über Feld- und Uferwege zurück nach Domaso – 65 km und 640 Höhenmeter sind’s am Ende doch geworden.

Pünktlich zum Ostersonntag erwartet uns ein Sonnentag – von früh bis spät! Endlich in die Berge! Auf einem langen Straßenanstieg ins Bergdörfchen Livo (8km bergauf mit Steigungen zwischen 6 und 12 %) fahren wir uns warm. Ziel ist 3 km später der Weiler Crotto Dangri mit seiner urigen Berghütte, der Steinbrücke und den Badegumpen.

Auf der alten Römerstraße mit ihren großen flachen Steinen geht’s anspruchsvoll aber natürlich viel zu schnell bergab. 834 Hm und ca. 21 km und Espresso, Cappuccino und ein Gelato zur Belohnung.

Für Ostermontag, den letzten Tag am wunderschönen Comer See, haben wir uns noch eine Bergetappe vorgenommen: Start ist vor der Haustür – es geht steil nach oben, auf einem schwierigen Weg nach Caino, wieder auf halbe Höhe zurück und quer nach Trezzone – dieses Örtchen kannten wir von unserer Wanderung im Regen schon… Noch ein Aufstieg, der hinten raus irgendwie immer steiler wurde (14% immerhin) und eine ebenso steile Abfahrt ohne große Schnörkel auf steinigen Wegen und Straße nach Gera Lario am See. 23 km und 870 Hm stehen am Ende auf den Geräten. Die Pizza war verdient!

von Heike

Schneeschuhtour durch die Niedere Tatra

mit Chris Ulber, Jan Hildenbrandt, Volker Döhle, Bodo Wolf und Kathrin Reichardt

vom 17.-24.02.2018

Tag 1, Samstag, 17.02.:

Am Samstag starteten wir früh zeitig mit dem Auto in Richtung Slowakei. Unser Ziel war Telgart, der östlichste Punkt, von dem aus die Schneeschuhtour auf dem Kammweg der Niederen Tatra starten soll. Am frühen Abend erreichen wir Telgart, beziehen unsere Zimmer, die Chris im Vorfeld gebucht hatte und freuen uns auf das Abendbrot. Um die eingepackten Dinge noch einmal zu checken und unnötiges Gepäck im Auto zu lassen, bauen wir kurzerhand unsere Zelte im Flur des Hotels auf. Das kleine Husky darf mit.

Tag 2, Sonntag, 18.02.:

Nach einem deftigen Rührei-Würstchen-Frühstück und Kaffee starteten wir 9 Uhr vom Hotel aus in Richtung Kralova Hora.

Der Berg mit 1.945 m Höhe war unser erster Gipfel. Wir folgten den roten, anfangs auch grünen Wegweisern durch Wald, auf steilen Anstiegen und spürten den eisigen Wind sobald wir die Baumgrenze verlassen hatten.

Die Hütte auf der Kralova Hora ist zwar geschlossen, aber der Vorraum zum Imbiss hatte „offen“, so dass wir dort unsere Mittagsrast einlegen konnten. Dann ging es weiter durch Nebel, eisigen Wind und immer wieder bergauf und bergab. Die Schneestangen mussten wir suchen, was gar nicht so leicht war. So stapften wir auf dem Kamm durch tiefen Schnee mit unseren Schneeschuhen, ohne irgendetwas zu sehen, vorbei an der Stredna Hola (1.876 m) in Richtung Andrejcova-Hütte.

Diese erreichten wir erst gegen 18.30 Uhr; da war es bereits fast dunkel. Die Hütte (1.410 m) entschädigte uns aber für unsere Anstrengungen am ersten Tag. Die Hütte war beheizt, es brannte Licht und ein heißer Tee wartete schon auf uns. Nach ca. 18 km Fußmarsch war der „Willkommensschnaps“ vom Hüttenwirt Martin sehr willkommen. Es gab Gemüsesuppe mit viel Knoblauch; jeder suchte sich bald einen Schlafplatz im Quartier und Schlafsäcke waren sogar auch vorhanden.

Tag 3, Montag, 19.02.:

Heute ist herrliche Sicht. Erst mal raus und den Anblick der Hohen Tatra mit den schneebedeckten Bergen genießen, den wir nicht mehr verlieren sollten. Müslifrühstück und Kaffee; ein Obolus in die Hüttenkasse und gegen 10 Uhr machten wir uns auf.

Der Kammweg ist fantastisch. Rechts und links geht es ins Tal und man hat wunderbaren Ausblick. Sonnenschein und blauer Himmel waren heute unsere ständigen Begleiter. Das Thermometer zeigt -9°C. Bald sind wir an der Velka Vapenica (1.691 m) und machen Rast. Dann geht es hinab zum Sattel, Wasser tanken und wieder aufsteigen. Eine Stunde vom Sattel entfernt schlagen wir unser Lager am Weg auf. Schnee schaufeln, Zelte aufbauen, Holz holen, Lagerfeuer im Schnee, Kochen – das war unsere abendliche Beschäftigung. Wir fühlten uns wohl, trotz frostiger Temperaturen – der Rum in der Roten Grütze trug dazu bei. Heute waren es zwar nur 6 km zu durchwandern, aber wir wollten auch das schöne Wetter genießen.

Tag 4, Dienstag, 20.02.:

7.30 Uhr krabbeln wir aus den Zelten. Volker mit seinem Vier-Jahreszeiten-Schlafsack muss sich erst einmal warm laufen. Die Yeti- und Cumulus-Schlafsackbesitzer sind da klar im Vorteil. Der Kaffee ist schnell gekocht und das Müsli gegessen.

Einpacken und 10.15 Uhr starten. Der Kammweg ist immer noch so schön und das Wetter spielt mit. Bergauf, bergab geht es über die Homolka (1.660 m); dann queren wir gefühlt stundenlang einen Hang, der nicht enden will. Es dämmert schon als wir 17.30 Uhr die Ramza-Hütte (1.260 m) erreichen, die unbewirtschaftet ist. Mit 15 km in den Beinen wird sofort Feuer im Herd gemacht; Wasserholen entpuppt sich als aussichtsloses Unterfangen, denn die Quelle ist aufgrund der Schneemassen unauffindbar. Egal, wir tauen Schnee und kochen Abendbrot. Der Ofen knistert noch als wir in unseren Betten liegen. Nachts machen sich Siebenschläfer über den Käse von Chris her. Es rumpelt und poltert, aber zum Glück schläft der Bär.

Tag 5, Mittwoch, 21.02.:

7.30 Uhr bringt Chris uns Kaffee ans Bett. Wie toll. Da fällt das Aufstehen gar nicht schwer. Nach unserem Müslifrühstück starten wir gegen 9.30 Uhr mit gepacktem Rucksack. Der Weg führt uns durch lichten Wald, leicht bergauf und –ab, mit leichtem Schneefall und etwas Sonne. Den Skiort Certovica (1.250 m) erreichen wir gegen 14 Uhr; übrigens brauchen wir für die angegebene Strecke zeitmäßig fast das Doppelte. Aber darauf haben wir uns schon eingestellt. Im Restaurant gibt es Pivo und etwas Leckeres zu essen. Da gerade Ferien in der Slowakei sind, ist eine Unterkunft für uns nicht möglich. So entscheiden wir, im Zelt vor dem Hotel zu schlafen. Die Verpflegung im Restaurant ist super. Wir können dort den Abend verbringen, spielen Wizzard und „Arschloch“ und gehen bald schlafen.

Tag 6, Donnerstag, 22.02.:

Das Frühstück im Restaurant ist super. Die Rester vom Nachbartisch werden ebenfalls vertilgt und 10 Uhr starten wir zu einem weiteren Tag mit den Schneeschuhen entlang des Kamms. Als Erstes müssen wir den Abfahrtshang hinauf, um den ersten Gipfel zu erreichen. Dort genießen wir erst einmal den Ausblick auf die Hohe Tatra, Westtatra, Mala-Fatra, Kralova Hora usw. Alle sind zu sehen. Unser Weg geht wie schon die letzten Tage bergauf und bergab, über den Rovienky-Gipfel (1.602 m) und dem Kralicka-Gipfel (1.807 m) bis zur Stefanika-Hütte (1.730 m) unterhalb des Dumbier.

15 Uhr haben wir es geschafft. Volker ist voran gegangen und empfängt uns an der Hütte mit einem frisch gezapften Bier. Wir beziehen unser Zimmer und ruhen uns kurz aus. Dann nutzen wir das schöne Wetter und wandern noch zum Dumbier (2.043 m) hinauf. Eine Stunde steil bergan, dann ist der Gipfel erreicht. Der Wind hat zugenommen und bläst ganz ordentlich. Viele Fotos werden gemacht. Die hohe Tatra guckt aus einer Wolkendecke heraus. Am Chopok stehen bereits die Lifte still. Wir machen uns auf den Rückweg zur Hütte. Dort watet ein leckeres Abendbrot auf uns – Knödel mit Gulasch, dazu heiße Schokolade mit Sahne. Das haben wir uns verdient.

Tag 7, Freitag, 23.02.:

Der Blick aus dem Fenster ist nicht so toll. Die Gipfel sind wolkenverhangen und lassen sich nicht blicken. So entscheiden wir, nach unserem Rührei-Tomate-Frühstück ins Tal abzusteigen. Zwei Ungarn, die ebenfalls auf der Hütte waren, fahren Chris nach Telgart, um das Auto zu holen. Chris trifft uns in Trangoska, dem Abstiegsort mit einem Restaurant und einigen Hütten. Wir fahren gemeinsam nach Telgart zurück und genießen den letzten Abend bei Sauna, ausgiebigem Abendbrot mit Bier und Wein.

Tag 8, Samstag, 24.02.:

Rückfahrt nach Erfurt über Polen und die A4, was uns 12 Stunden Fahrtzeit einbrachte aufgrund der Rückreisewelle und skifahrenden Polen, die am Wochenende eben auch die Berge nutzen.

Es war eine tolle Tour, die zur Nachahmung unbedingt zu empfehlen ist. Und es warten noch weitere Touren wie das Slowakische Paradies, Westtatra, Hohe Tatra.

Kathrin Reichardt, März 2018

 

Paul on Tour – Klettern und Bouldern in Skandinavien – Teil 2

Ein Bericht über eine zweieinhalb monatige Reise in den Weiten der norwegischen und schwedischen Natur.

Von Paul Steinig

Fels, Meer, Strand und Sonnenschein – was kann da noch schöner sein?

Doch schließlich kehrten wir nach drei wunderschönen Wochen den Lofoten und damit dem hohen Norden den Rücken und bewegten uns wieder in Richtung der „südlicheren“ Gefilde.

Zwischenstopp machten wir auf dem Weg nach „unten“ am „Malstrom“ – dem größten Gezeitenstrom der Erde. Es ist schon als eine Besonderheit zu bezeichnen, tausenden Kubikmetern Wasser dabei zuzugucken, wie sie durch eine gerade mal 100 Meter breite Schlucht zwischen Meer und Bodden hin und her strömen. Immer wenn Ebbe bzw. Flut ist, bilden sich dann starke Strömungen und reißende Strudel. Dieses Spektakel ist nicht nur spannend anzuschauen, sondern bietet auch eine grandiose Möglichkeit Seelachse zu angeln! Zusammen mit einem sehr netten und weltgereisten älterem Thüringer Ehepaar konnten wir so innerhalb einer Stunde unzählige der delikaten Fische aus dem Wasser ziehen und uns einen gemeinsamen Festschmaus zubereiten 🙂

Als nächstes Stand ein Besuch, der unter den Skandinaviern als Geheimtipp gehandelten Bouldertopspots, „Harbak und Vingsand“ an.

Diese naturbelassenen Gebiete bieten massenhaft Fels und Blöcke direkt am Meer, ein wenig nördlich von Trondheim. Es handelt sich bei beiden Gebieten um Sackgassendörfer, die in ihrer Einsamkeit kaum zu übertreffen sind. Um z.B. nach „Vingsand“ zu gelangen, sind schon mal 40km unbefestigte Straße nötig, was den Willen der Anwärter, an diesen abgelegenen Ort zu kommen, auf die Probe stellt. Dort angekommen, fühlt man sich wie in einer anderen Welt, um 100 Jahre zurück versetzt. Hierher kommt der Krankenwagen per Boot. Es gibt nix außer Fischer. Und Boulderer. Und von letzteren waren wir die einzigen.

Von der Natur her ist „Vingsand“ wunderschön und wir sind den hilfsbereiten Norwegern dankbar für ihre beschriftete Karte, welche uns die Möglichkeit gab, einige der Blöcke auszuchecken. Allerdings wäre ein richtiger Führer noch deutlich hilfreicher gewesen, da sich in diesem entlegenen Winkel nicht einmal mehr die zuverlässige 27Crags App auf dem Handy zurechtfinden wollte. Leider streikte das skandinavische Wetter und zwang uns im Laufe von mehr als einer Woche Dauerregen immer weiter Richtung Süden. Im Nachhinein kann ich die Angst der Einheimischen, eines möglichen übermäßigen Andrangs, bei Herausgabe eines Kletterführers für „Vingsand und Harbak“ nicht nachvollziehen und hätten diesen eher wünschenswert gefunden. Trotz dessen ist die Qualität der dort vorhandenen Boulder klar als außergewöhnlich zu bezeichnen.

Auf dem Weg nach „unten“ legten wir einen Zwischenstopp an der beeindruckenden 50 Meter Wand von „Jarberget“ bei „Lillehammer“ ein. Diese können wir als echte Sehenswürdigkeit mit tollen Linien und guten Routen empfehlen.

Ein weiterer Anlaufpunkt auf der Flucht vor dem Regen wurde das Gebiet „Hauktjern“ direkt im gleichnamigen Stadtpark von Oslo. Hier kann man viele Locals direkt nach der Arbeit mit dem E-Bike zum Fels radeln sehen. Diese Wand zeichnete sich durch eine herausragende Qualität des Granits und der Linien aus.

Am nachfolgenden Ruhetag besichtigten wir die Hauptstadt „Oslo“. Das pulsierende Herz Norwegens, in Bezug auf Zivilisationen, ist definitiv ihre Hauptstadt. „Oslo“ bietet dem Touristen einige tolle Ecken, wie z.B. allen voran das architektonisch moderne und beeindruckende Operngebäude. Weiterhin sind aber auch der Palast mit den dazugehörigen Wachwechslen und auch die anderen historischen Gebäude der Innenstadt zu empfehlen.

Nachdem uns der Regen aus dem Norden vertrieben hatte, hielt es uns nicht mehr allzu lange im Land des Regens. Grund dafür war die verlockende Einladung einer sehr netten schwedischen Kletterin, die wir am Fels getroffen hatten, sie zuhause zu besuchen. Und ich kann euch sagen, es war ein Traum! Unsere Gastgeberin Ingrid Ellmin verwöhnte uns Outdoorler bis zum Umfallen. Kaum bei Ihr angekommen, durften wir das typische Gericht Lachs mit Wildreis, Gemüse und Zitronensauce à la „Frisch gezaubert“ probieren. Auch das Gefühl, nach dem Duschen mal nicht zurück ins Kalte zu müssen, genoss vor allem Pia. Um die ganze Freundlichkeit abzurunden konnten wir unsere Wäsche waschen und bereicherten unsere Allgemeinbildung durch einen Ortsrundgang von Strömstadt – Ingrids Heimat. Neben diesem Verwöhnprogramm war es unglaublich spannend sich mit unserer Reise- und Lebenserfahrenen Gastgeberin zu unterhalten, etwas über die Umgebung und die Skandinavische Lebensweise herauszufinden und Tipps für Kletterrouten und andere Aktivitäten in der Umgebung zu erhalten.

Auf Ingrid Empfehlung hin besuchten wir die Insel „Saltö“ ganz in der Nähe von Strömstadt. Der wahre Naturschatz „Saltö“ befindet sich im schwedischen Nationalpark „Kostermeer“ und bietet dem Besucher die Möglichkeit dem Alltag und jeglichen weltlichen Sorgen zu entfliehen. Schon das kleine, eineinhalbspurige Sträßchen, welches den Zugang darstellt, versetzt einen in eine völlig andere Welt und man lässt alles andere hinter sich und lebt dort, wo man gerade ist. Auf der Insel selber befinden sich nur vereinzelte Bauernhäuser und Fischerhüttchen am Meer. Man kann durch wohl duftenden Kiefernwald auf gekennzeichneten Wanderwegen spazieren gehen oder die Insel über die Küstenfelsen einmal umrunden. Dabei kann man die abwechslungsreiche Landschaft mit tollen Küstenabschnitten oder knochigen Kieferformationen genießen.

Nach der schönen Erfahrung in der Natur des schwedischen Nationalparks, ging es für uns in das Riss- und Tradkletterparadies „Bohuslän“, um dort unsere gemeinsamen Freunde von „Geoquest“ – Chris Hupe und Gerald Krug zu treffen.

Den ersten Tag verbrachten wir gemeinsam in einem der wenigen Sportklettergebieten von „Bohuslän“- der „Granit Grottan“ – dem Pendant zum Thüringer Hülloch, bloß eben aus 30 Meter überhängendem skandinavischem Granit bestehend.

Wie jede Höhle, führte auch die „Granit Grottan“ ein Bedingunstechnisches Eigenleben und es zogen sich einige nasse Spuren durch den beeindruckenden Fels. Zum Glück ließen diese eine reizvolle Linie, erstbegangen durch den norwegischen Topkletterer Magnus Mitbø, verschont. So gelang es mir an

diesem ersten wunderschönen Klettertag seit einiger Zeit die Tour „Ergo Holds 8b“ im zweiten Versuch nach dem Auschecken abzuhaken!

Voll motiviert ging es am nächsten Tag auf die schwedische Westküsteninsel „Fjällbacka“. Ein tolles Felsplateau, direkt am Meer, bewachsen mit wohl riechendem, blühendem Erika und Kiefern. Auf „Fjällbacka“ ist eigentlich alles flach, aber passt der Wanderer mit seinem Crashpad nicht ordentlich auf, so fällt er schnell die einzige Boulderwand der Insel herunter. So unscheinbar sie von oben betrachtet ist, qualitativ umso überzeugender und von unten betrachtet durchaus einladend für ein paar Züge ist die 45 Grad überhängende Granitwand. Mit plattigen Ausstigen versehen, befinden sich hier gegen aller Wahrscheinlichkeit Boulder von 4c bis 8a auf zehn Meter Breite und fünf Metern in die Höhe verteilt.

Nach spaßigen, aber auch gewöhnungsbedürftig hohen und exponierten Warmups, ging es an die härteren Boulder des Gebiets.

Ich machte mich daran, die reizvoll ausschauende Linie „Hummern Igen FB 7c“ visuell unter die Lupe zu nehmen und stand wenige Augenblicke später mit meinem ersten geflashten 7c auf der Liste, am oberen Ende der Wand.

Nach einer kurzen Pause machte ich mich ans physische Auschecken des Boulders „Sjöpingen 8a“. Dieser setzte sich aus einer harten Leistencrux direkt zu Beginn, gefolgt von einem weiten Zug aus einem Untergriff und einem wackligen Ausstieg zusammen. Die Session begann zwar vielversprechend, da bis auf den ersten Zug schnell alle anderen funktionierten. Als der fehlende Move allerdings auch nach einer ¼ Stunde noch nicht klappen wollte, begann ich schon aufzugeben.

Da kam mir zum Glück meine aufmerksame Freundin zu Hilfe. Manchmal sind es die kleinen Dinge in der Beta, welche die großen Unterschiede ausmachen. Durch Pias Rat es am Anfang einfach mal mit dem anderen Fuß auf dem Tritt zu probieren bekam ich meinen Kadaver vom Boden, doch es blieb nicht viel Zeit für Überraschung, weiter machen war angesagt.

Schnell bewegte ich mich weiter, traf den Zielgriff des weiten Zugs relativ exakt und konnte mich durch die wenigen verbleibenden Bizepszüge und den Sloperausstieg fighten! Ich hatte meinen sechsten Boulder 8a aufwärts innerhalb einer halben Stunde geklettert.

Auch Pia hatte bis kurz vor Schluss einen erfolgreichen Tag, der eine geflashte 7a beinhaltete. Der Abschluss selber wurde jedoch nicht sonderlich krönend. Nachdem ich eine weiter 7a+ geflasht hatte, tat es mir Pia fast gleich und verletzte sich unerklärlicher Weise am letzten Zug am kleinen Finger.

Nach diesen zwei, für mich eigentlich recht erfolgreichen Tagen, war es natürlich ein doofes Ereignis, dass meine Freundin sich verletzten musste. Auch nach einem Ruhetag wollte das Fingerchen einfach nicht so wie das dazugehörige Klettererherz.

Zum Glück hatte Pia genug Bücher auf ihrem E-Book und so ermöglichte sie mir ein paar Tradrouten mit dem erfahrenen „Geoquestteam“ zu klettern. Zwei Tage voller schöner Risse und toller klassischen Linien folgten. Die Aufgabe Gear während des Kletterns zu platzieren um sich selber abzusichern, machte meinen täglichen Sport zu einer ganz anderen Herausforderung. Insgesamt kann ich aber sagen, dass ich diese Tradkletterabenteuer direkt an den Stränden von „Bohuslän“ und teilweise sogar über dem Wasser, in grandiosen Risssystemen als spannende und echt tolle Erfahrungen mitgenommen habe. Danke dafür an Chris und Gerald!

Durch Ingrid erhielten wir einen weiteren Kontakt zu einem der aktivsten Erstbegeher Norwegens. Gudmund mit Namen war ein einziges Erlebnis in Person. Ein total cooler Uniprofessor, der täglich an irgendwelchen Felsen in Schweden oder Norwegen abhing. Nach einem lustigen gemeinsamen Klettertag sammelten wir noch gemeinsam mit unseren Freunden Pilze in den Skandinavischen Wäldern und bereiteten uns ein feines Abendmahl aus den selbigen zu. Mitten in der Nacht jedoch wachte ich mit bösen Magenkrämpfen auf, die Nacht endete im nächstgelgenen Krankenhaus knapp nach der schwedischen Grenze zu Norwegen. Obwohl die Nacht für mich und Pia der Horror war, muss ich sagen, dass mich die Norweger mit ihrem Gesundheitssystem echt beeindruckten. Die Behandlung welche ich erfahren durfte, war grandios und um mich herum wuselten ständig aufmerksame und freundliche Schwestern, die alle Englisch oder sogar Deutsch mit mir sprachen. Man merkt eben einfach, dass der Job der Krankenschwester in Norwegen ein sehr attraktiver ist. Mein Einzelzimmer mit Flachbildschirm konnte ich leider trotzdem nicht genießen 😉

Da ich am Tag danach sowieso nicht fit zum Klettern war, gönnten wir uns einen weiteren Tag Oslo Stadtbesichtigung und begingen dieses Mal nicht den Fehler in der Stadt zu parken, sondern nutzen die vergleichsweise günstigen öffentlichen Verkehrsmittel um ins Zentrum zu gelangen.

Trotz dessen, das ich mich noch recht schwach fühlte, war auch ein zweiter Tag Oslo Erkundung eine schöne Sache.

Nach diesem weiteren Kulturtag ging es für uns frisch erholt an die Wand von „Missingmyr“, zurück kurz vor die schwedische Grenze. Die Wand wurde uns von Gudmund empfohlen, der auch prompt zu uns stieß und sich sehr aufmerksam nach meinem Befinden erkundigte. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Skandinavier beeindruckte mich immer wieder.

„Missingmyr“ ist eine perfekte 20 Meter Wand, ganz leicht überhängend und mit vielen kleinen Leistchen versehen. Nach langer Fingerpause wagte Pia sich hier wieder an ein paar erste Kletterversuche. Für mich war es ein toller und erfolgsgekrönter Tag, da ich mich in dieser Stilart genau in meinem Terrain bewegte. So liefen mir hier die Klassiker „Kunst fur alle 7c“ sowie „Siste nytt fra vestkanten 8a“ und „Allahs hevn over de vantro 7c“, letztere sogar im Onsight gut rein.

Nach diesen schönen letzten Norwegen Tagen ging es für uns endgültig zurück über Schweden Richtung Heimat. Dabei legten wir einen weiteren Zwischenstopp bei Ingrid ein, den wir auch dieses Mal mit einer feinen „Köttbular“ Mahlzeit genießen durften.

Unsere letzten zwei Tage vor der Überfahrt per Fähre von Malmö nach Travemünde verwendeten wir auf einen Kurzbesuch des schwedischen „Bouldermekka“ Pendant zum französischen „Fontainbleau“.

„Kjugekull“ mit Namen ist ein Bouldergebiet mitten in der schwedischen Pampa, nahe der Ostküste des südöstlichsten Zipfel Schwedens. Gerade einmal eine gute Stunde von Malmö entfernt liegen hier die schönsten Granitblöcke, auf mehrere Quadratkilometer durch den Wald verteilt, herum. Insgesamt befinden sich hier über 1100 Probleme von ganz leicht bis 8b FB, die auf ihre Bezwingung durch die Anwärter des Vertikalen Gewerbes warten. Mithilfe der App „27Crags“ kann man sich in „Kjugekull“ gut zurechtfinden und mit seinem Crashpad von Block zu Block ziehen und Boulder von plattig bis steil in den verschiedensten Schwierigkeiten bezwingen. Im Gegensatz zum oftmals vollen Kiefernwald von „Fontainbleau“ ist es in diesem entlegenen Eichenwald Schwedens recht ruhig.

Obwohl wir hart mit 100% Luftfeuchtigkeit zu kämpfen hatten und es einfach nicht die Bedingungen für harte Züge sein wollten, genossen wir unsere letzten Tag in den ruhigen, wilden und menschenleeren Weiten Skandinaviens.

Abschließend kann ich wirklich sagen, dass wir eine großartige Zeit, trotz des ganzen Regens, im Norden Europas verbracht haben. Skandinavien hat unglaublich viele Schätze zubieten. Besonders zu wertzuschätzen lernten wir die unglaubliche Ruhe, die Ursprünglichkeit der Natur und die Abgelegenheit von aller Zivilisation mit samt ihren Problemen und Menschenmassen.

Skandinavien ist wild und wie eine Insel, isoliert von allen negativen Begleitungserscheinungen unseres modernen Fortschritts. Man fühlt sich auch im Jahr 2017 noch wie im „Michelland“ zu Zeiten Astrid Lindgrins. Die Natur der Weiten Norwegens ist ursprünglich, stark und zum Glück bisher für den Menschen unbezwingbar geblieben. Wir hoffen dass dies auch weiterhin so bleibt und wir auch noch bei unserem nächsten Trip Richtung Norden diese Schätze Skandinaviens genießen können.

Ich hoffe ich konnte euch einen Eindruck unserer Reise durch Norwegen und Schweden geben und sowohl Ihr als auch wir können diese wunderbare Entspanntheit und Ruhe Skandinaviens in den Alltag bzw. auf unsere weitere Reise nach Frankreich und Spanien mitnehmen!

NEU: Klettertraining für Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren.

Klettertraining für Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren.
Der Termin ist voraussichtlich jeden Donnerstag (außerhalb der Schulferien)
von 16.00 bis 17.30 Uhr.
Ort: Kletterhalle Nordwand Erfurt

Für alle Interessierten biete ich drei Schnupper- und Kennenlerntermine an:
* am Do, den 18.01.
* am Do, den 25.01.
* und am Do, den 01.02.
Ich bitte Sie/Euch darum, sich bei Interesse möglichst bald rückzumelden. Eine Anmeldung ist unbedingt erfolderlich.
Hierzu bitte den Namen und das Geburtsdatum des Kindes angeben.

Start des regelmäßigen Trainings am 08.03.2018.

Theresa Christen
Förderpädagogin B.A. / Motologin M.A.
resa@erfurt-alpin.de

Geschäftsstelle Erfurt Alpin (Büro)

…. unser Büro befindet sich seit 2014 in der Nordwand Kletterhalle, gleich rechts neben dem Eingang.

Regelmäßig jeden Montag und Mittwoch ist das Büro besetzt um Anfragen entgegenzunehmen, Material und Bücher auszugeben.

Betreut wir das Büro von Reiner Harnisch (Mitgliederverwaltung)

und Wolfgang Gundlach (Betreuer der Bibliothek).

Wir beantworten Fragen zur Mitgliedschaft, zur Planung von alpinen Aktivitäten, Auswahl von Literatur und Karten und Material.

Der Bestand unsrerer Bibliothek wächst von Jahr zu Jahr durch Aufnahme von Kletter- und Tourenführen, die oftmals von Mitgliedern eingereicht werden.

Aber wir haben auch Reiseführer und Romanliteratur im Angebot.

Lehrmaterial  zu Ausbildung und Training beschaffen wir oft auf Anraten unserer Trainer und Übungsleiter.

Ebenso wie der Bibliotheksbestand ist auch die Zahl der ausleihbaren Artikel an alpinen Material gestiegen.

Hier orientieren wir uns am Bedarf.

 

 

Wir freuen uns auf Euren Besuch.

 

Weihnachtsfeier 2017

zur diesjährigen Weihnachtsfeier in der „Waldschule“ am Breitengrund bei Stützerbach, war die Nachfrage groß.
16 Teilnehmen fanden sich am Freitag, den 08.12. auf der Hütte ein.
Traditionell findet der 1. Abend in der Küche statt. Wegen der vielen Teilnehmer mussten wir diesmal schon den großen Aufenthaltsraum beziehen.
Vorausschauend hatte Andreas schon die Hütte am Donnerstag vorgeheizt.
Für einen Hüttenaufenthalt in der Vorweihnachtszeit herrschten ideale Bedingungen. Leichte Minusgrade und frischer Schnee.
Da die SKI- Bedingungen noch nicht optimal waren, schlossen sich die Meisten am Samstag einer Wanderung zur Bobhütte an.
Der Wirt empfing uns wie gewohnt freundlich. Es war Platz für Alle und obwohl wir eigentlich keinen Hunger hatten, konnten wir uns dem Speisenangebot nicht ganz verschließen.
Für den Sonntag war dann SKI- Langlauf angesagt. Gegen Mittag setzte Schneefall ein der die frisch gespurten Loipen wieder unsichtbar werden ließ.
Das Schneegestöber nahm ständig zu und uns wurde schon Bange wegen der Heimfahrt.
Aber in Ilmenau war vom Winterzauber kaum noch etwas zu sehen.

Eine schöne Veranstaltung in der Vorweihnachzeit. Perfekt organisiert von unserem „Hüttenwirt“ Andreas.

der Reiner

Tourenbericht Schobergruppe 06.09. – 10.10.2017

Tag 1 – Aufstieg vom Parkplatz Lucknerhaus 1.920 m zur Glorer Hütte 2.642 m

Treffen war 15:00 Uhr geplant. Sven und ich trafen uns oberhalb von Oberleibnitz am Parkplatz der Hochschoberhütte. Ein abenteuerlicher Weg erwartete uns. Ich fragte unterwegs eine Bäuerin, ob ich auf dem richtigen Weg sei. Ein schmaler Schotterweg mit einigen Schlaglöchern sollte es sein. Bloß nicht die Ölwanne aufreißen, dachte ich mir. So trafen wir verspätet hinter Kals am Großglockner, dem gemeinsamen Treffpunkt ein. Nach ein paar Regentropfen trafen wir gegen 17:45 Uhr auf der Glorer Hütte ein.

 

Tag 2 – Glorer Hütte 2.642 m – Kesselkeessattel 2.926 m – Elberfelderhütte 2.346 m
Alternative: Über Böses Weiberl 3.119 m (Mathias und Bernd)

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet brachen wir um 8:30 Uhr auf. Kaum waren wir losgelaufen eröffnete sich ein traumhafter Blick auf Österreichs höchsten Gipfel, den Großglockner. Kurz vor dem Abzweig zum Bösen Weiberl stellte sich die Frage: Geht jemand zum Gipfel? So fanden sich Mathias und ich zusammen und gingen die Überschreitung des Berges an. Der Weg führte zunächst komfortabel über einen Bergrücken zuletzt über eine steinige Flanke. Trotz einiger Wolken hatten wir eine schöne Aussicht auf die Berge ringsum und ins Tal nach Kals. Wir erblickten die anderen, die dem Wiener Höhenweg folgten und am Kesselkeessattel am Biwak Pause machten. Vor uns lag noch ein längerer Gratabstieg, auf den Mathias und ich neugierig waren. Über Blockgelände und erdige Bänder ging es zum Teil steil hinab. Mit einem kleinen Zwischenstopp an der Biwackschachtel folgten wir dem Rest der Gruppe und erreichten die Elberfelderhütte gegen 15:00 Uhr. Dann war Kuchen und Kaffee angesagt. Der Wirt und sein nepalesischer Koch erfreuten uns mit einem Originalrezept aus seiner fernen Heimat

 

Tag 3 – Elberfekder Hütte 2.346 m – Gößnitzscharte 2.737 m – Kreuzseeschartl 2.810 m – Wangenitzseehütte 2.508 m

Eine Alternative zur Hornscharte 2.958 m, die wegen Schnee, Eis und mangelnder Sicherungen vom Hüttenwirt nicht empfohlen wurde, musste her. Um 7:40 Uhr starteten wir mit wenig Sicht. Auf dem Weg zur Gößnitzscharte kam ein bisschen blauer Himmel zum Vorschein, der die Gruppe motivierte. Zunächst stiegen wir ab in Richtung Lienzer Hütte. Kurz vor der Hütte zweigte der Weg in Richtung Adolf-Noßberger-Hütte ab. 500 m höher folgten wir dem rechts wegführenden Weg zur Wangenitzseehütte. Ein abwechslungsreicher Weg über Blockgelände mit immer unterschiedlichen Ausblicken entlohnte für die Anstrengungen des Tages. Immer wieder wechselten Sonne und Wolken, die eine mystische Szenerie am Himmel abbildeten. Angekommen gegen 16:00 Uhr schmeckte der Topfenstrudel und läutete den gemütlichen Teil des Tages ein.

 

Tag 4 – Wangenitzseehütte 2.508 m – Untere Seescharte 2.533 m – Lienzer Hütte 1.977 m – Leibnitztörl 2.591 m – Hochschoberhütte 2.322 m

Nach dem Frühstück starteten wir um 8:30 Uhr in Richtung Lienzer Hütte, mit bestelltem blauen Himmel. Einen kleinen Abstecher zum Wangenitzsee und einen kleinen Wegverhauer später erreichten wir die Untere Seescharte zusammen mit dem Skiclub aus dem Sauerland. Der Weg führte mit schönem Panorama entlang der Bergkette bis kurz über die Lienzer Hütte. Dort kehrten wir ein bei Brettljause und Kuchen, bevor es zum Anstieg auf das Leibnitztörl ging. Das Wetter sollte wechseln, gab uns noch die Wirtin der Lienzer Hütte auf den Weg. So hielten wir uns nicht weiter auf dem Weg auf. Bald sahen wir die Hochschoberhütte, unserem Ziel der fünf Tage. Ein gemütlicher Abend mit einem illustren Hüttenwirt, einem leckeren Abendessen bildeten einen runden Abschluss unserer Wanderung.

 

Tag 5 – Hochschoberhütte 2.322 m – Parkplatz

Frühzeitig brachen wir nach dem Frühstück auf. Es sollte für die meisten noch ein langer Tag der Rückreise werden. Der prophezeite Schnee blieb glücklicherweise aus. Während Reiner, Chris, Sven, Susan und ich die Autos am Parkplatz zum Lucknerhaus holten, verkürzten die Anderen die Wartezeit und liefen noch zu einem Lift, der den Abstieg bei Regen etwas verkürzte. Zusammen trafen wir wieder an der Talstation. Dort verabschiedeten wir uns.

 

Es war wieder einmal eine gelungene Tour. Und alle sind wieder wohlbehalten zurückgekehrt.

Bernd Röth

Ergebnisse 2. Banana Cup 2017

2. Banana Cup 2017

Am 18.11.2017 fand in der Erfurter Nordwand unser zweiter Banana Cup statt.

Kurz noch mal die Regeln: Die Altersklassen Jugend C und D kletterten die Routen im Toprope, die Älteren ab Jahrgang 2003 im Vorstieg. In der Quali hatte jeder Starter acht Versuche, die besten fünf kamen in die Wertung. Jede Route ging natürlich nur einmal in die Wertung ein. Die Quali- Routen brachten entsprechend der Schwierigkeit und der Begehung (Flash/ Top/ Bonus) unterschiedliche Punktzahlen. Die besten Kletterer der Quali aus jeder Altersklasse kamen ins Finale. Hier wurde die Platzierung an Hand der erkletterten Höhe/ Griffe in der Route bestimmt.

 

Die zwölf Quali- und zwei Finalrouten haben Daniel Körner und seine Schrauberkollegen Simone Metzdorf, Dominic Kraft und Hagen Hauske in der Woche vor dem Wettkampf an die Wand gebracht.

Am Wettkampftag ging es für die Helfer 9:00 Uhr los, alle wurden noch mal eingewiesen und die letzten Aufbauarbeiten fanden statt.

Ab 10:00 Uhr war die Registrierung der Starter. Mit Banane, Laufzettel und T- Shirt ausgerüstet, wurden die Routen inspiziert.  Fast 60 Kinder und Jugendliche traten in vier Altersklassen, je weiblich und männlich, an. Die meisten Kinder kamen von den Erfurter, Weimarer und Jenaer Vereinen und Kletterhallen.

10:45 Uhr wurde die Veranstaltung anmoderiert und 11:00 Uhr war scharfer Start. Für die Qualifikationsrouten hatten die Wettkämpfer drei Stunden Zeit. Besonders die Kleinen haben diese Zeit auch bis zum Ende genutzt.

Nach Abschluss der Quali mussten die Laufzettel durch die Helfer in den Computer gehämmert werden, um die Finalisten zu bestimmen. Nach etwa einer Stunde startete das Finale.

Parallel wurden das Toprope- und das Vorstiegsfinale geklettert. Auf Grund des sehr ordentlichen Kletterniveaus in den jüngeren Altersklassen gab es im Toprope  sehr viele Finalisten. Hier denken wir für nächstes Jahr über eine zweite Toprope-Finalroute nach.

Wieder wurde ausgewertet, Urkunden wurden geschrieben, die Preise aufgebaut.

Und dann kam die Siegerehrung. Eigentlich waren es zwei Ehrungen, einmal für unseren Banana- Cup und zum Zweiten für die Gesamtwertung des so erstmals in Jena, Weimar und Erfurt ausgetragenen Thüringen Cup Jugend.

Es war fast 18:00 Uhr, als ein langer Klettertag zu Ende ging.

Was war noch?

Parallel wurden die Kinder und auch die Helfer mit Eintopf und Broten versorgt.

Nicht nur ein Team von Erfurt Alpin hat fotografiert und gefilmt, auch der MDR war da. Der Beitrag lief am 20.11.2017 im Thüringen Journal und steht noch ein paar Tage in der Mediathek  bereit.

Was bleibt?

14 schöne neue Routen von leicht (ab UIAA 4) bis schwer (bis UIAA 8) in der Nordwand.

Gute Ergebnisse für unsere Starter des Erfurt Alpin:

Banana- Cup 3x Platz 1, 2x Platz 2 und 3x Platz 3 und  Thüringen Cup 4x Platz 1, 2x Platz 2 und 1x Platz 3.

Ein Dankeschön an Simone und Matthias als Cheforganisatoren, allen Sponsoren und Helfern für das Engagement.

Natürlich auch ein großes Dankeschön an alle Starter, Betreuer, Fans für das Interesse.

Bis nächstes Jahr!

Ergebnisse Banana- Cup: Download PDF

Ergebnisse ThüringenCup Jugend: Hier

 

Video

Fotos

 

Der Weg zum Bishorn

Am Dienstag, den 04.07.2017 trafen sich sechs kühne GTA (Grande Traversata delle Alpi)-Wanderer, die bereits 11 Tage unterwegs waren und schon 118 km und knapp 9.000 Höhenmeter in den Waden hatten, mit den vier taufrischen Erfurter Alpinisten in Gruben/Meiden am Fuße des Turtmanntales in der Schweiz. Die erste Etappe führte in ca. zweieinhalb Stunden durch Wälder und an einem Stausee vorbei zur auf 2.519m gelegenen Turtmannhütte und kann guten Gewissens als „gemütliche Einlauftour“ beschrieben werden. Am Abend frischten die Anführer der beiden geplanten Seilschaften Chris und Micha das theoretische und praktische Wissen der anderen Teilnehmer auf, gefolgt von der einen oder anderen Runde eines schönen Kartenspiels mit unschönem Namen.

Am nächsten Tag sollte der Aufstieg zum Barrhorn, der mit seinen 3.610m als höchster Wandergipfel Europas bekannt ist, zur weiteren Akklimatisation beitragen. Ein paar der Teilnehmer hatten nach der Rückkehr noch genügend Energie, um sich auf den Weg in ein nahegelegenes Klettergebiet zu  machen. Der „Zustieg“, der eine über einen Fluss gespannte Seilbahn war, erschien den meisten aber dann doch als zu abenteuerlich und wurde nur als Kulisse für mehr oder weniger spektakuläre Fotos genutzt. Genächtigt wurde erneut in der 1928 eröffneten Turtmannhütte, die nicht nur in der Hauptsaison bis zu 74 Gäste, sondern zudem auf ihrer Speisekarte die wohl hochpreisigste, wenn auch nicht gerade wohlschmeckendste, Geburtstagstorte jenseits von Wien beherbergt.

Am nächsten Tag durfte auf dem Weg zur recht neuen Cabane de Tracuit (3.256m) bereits etwas Gletscherluft geschnuppert werden. In der französischsprachigen Hütte raubte einem neben den Dusche-verweigernden Bergfreunden (einmal duschen = 10€) vor Allem die Aussicht den Atem. Sowohl durch das Panoramafenster, als auch auf dem angrenzenden Sonnendeck genießt man den Blick auf duzende Viertausender.

Am nächsten Morgen begannen wir mit dem Aufstieg auf das 4.153m hohe Bishorn, welches durch das angrenzende Weisshorn (4.505m) von weitem eher als kleiner Untergipfel wahrgenommen wird. Der Weg führte über einen etwa vierstündigen seichten Anstieg und eine abschließende kleine Kletterei auf den für viele von uns ersten Viertausender.

 

Vom Abstieg ins 2.500m tiefer gelegene Zinal ist mir eines besonders in Erinnerung geblieben: Schmerzen!

Bis auf das letzte Stück eine ganz wunderbare Erfahrung mit ausschließlich wunderbaren Menschen!

Tina

Jugendgemeinschaftsfahrt über den Feiertag vom 30.09. bis 03.10.2017

Wir (1 Mädchen, 5 Jungs und 2 Männer) fuhren zu Beginn der Herbstferien mit zwei Autos in Richtung Tisá (Tschechien). Dort angekommen, bauten wir (nach einer kleinen Stärkung) erst einmal unsere Zelte und Wohnwagenvordächer auf. Dann konnte es endlich mit der Kletterei losgehen. Da unser Campingplatz direkt neben den Kletterfelsen lag, mussten wir nur wenige Meter laufen um klettern zu können. Wir kletterten eine 1 (mit *) um uns von oben abseilen zu können, anschließend nahmen wir uns noch zwei, drei andere Routen vor. Sascha (einer unserer Trainer) ging schon früher zum Campingplatz um dort zu kochen, während Chris (der andere Trainer) noch mit uns am Felsen blieb. Am Abend machten wir ein Lagerfeuer und aßen Nudeln mit Tomatensoße.

Am zweiten Tag gingen wir nach dem Frühstück ein Bisschen weiter, um an einer anderen Stelle zu klettern. An dieser Stelle gab es auch auch noch ein Paar Mini-Höhlen, in denen man toll herumklettern konnte. Nachdem wir unsere Routen geklettert waren, kehrten wir ins Lager zurück um Mittag zu essen. Gut gestärkt gingen wir noch einmal los, um uns selbst einen ‚Flying Fox‘ zu bauen. Das dauerte zwar eine Weile, aber dafür hatten wir dann ganz viel Spaß damit. Am Abend gab es, nach Kartoffeln mit Quark, wieder ein Lagerfeuer, an dem wir uns auch Marshmallows grillten.

Der dritte Tag war ein Wandertag. Wir wanderten durch ein großes Felsenlabyrinth und einen Wald nach Ostrov, wo wir auch einkehrten. Nach dem Mittagessen gingen wir ein großes Stück an der deutsch/tschechischen Grenze entlang, dort gab es auch eine kleine Höhle, in die wir uns alle einmal hineinquetschten. Auf dem restlichen Stück fing es dann auch noch an zu regnen. Halb erfroren wärmten wir uns erst mal in Chris seinem Wohnmobil auf. An diesem Tag gab es kein Lagerfeuer, aber Käsespätzle im warmen Wohnmobil.

Der vierte und letzte Tag begann damit, dass wir nach dem Frühstück alles abbauten und zusammenräumten. Daraufhin fuhren wir mit fertig gepackten Sachen in Richtung Deutschland. Kurz vor der Grenze stoppten wir um eine mittelgroße Höhle zu erkunden. Nach einer etwa einstündigen Höhlenklettertour (meiner Meinung nach das Highlight der Fahrt), kehrten wir in ein nah gelegenes Gasthaus ein. Mit vollen Mägen, ging es leider schon wieder ab nach Hause. Was allerdings eine Weile dauerte, da wir ziemlich lange im Stau standen. Doch dank Chris kamen wir alle heil an.

Ich denke, dass wir eine tolle Truppe waren, die jede Menge Spaß hatte! Vielen lieben Dank an euch alle! Ein spezielles Dankeschön an Chris und Sascha für die tolle Organisation!

Corvin A. Uxa

Paul on Tour – Klettern und Bouldern in Skandinavien – Teil 1

Ein Bericht über eine zweieinhalb monatige Reise in den Weiten der norwegischen und schwedischen Natur.

Von Paul Steinig

 

Nachdem ich am 14. Juni endlich den Erhalt meines Abiturzeugnisses im Rahmen des Abiballs mit meiner Familie feiern durfte, blieben noch ganze 4 Tage Zeit für die finalen Vorbereitungen, bevor wir- meine Freundin Pia Zuber und ich – schließlich am 18. Juni Richtung Norden losrollten.

Auf dem Weg nach „oben“ waren mehrere schöne Strände, wie der von St. Peter-Ording, Rømø oder Hvide-Sande vorgesehen. Von Dänemark aus fuhren wir über die beeindruckende Öresundbrücke, die uns einen spektakulären Einblick in die Wunderwerke der menschlichen Technologien ermöglichte.

Allerdings muss man anmerken, dass man für dieses Spektakel auch kräftig löhnen darf. So kostet eine Überfahrt auf den „Deluxe-Brücken“ für einen PKW insgesamt 90 Euro.

In Malmö erwartete uns die „gedrehte Zigarre“ als Wahrzeichen der schwedischen Küstenstadt. Hier hatten wir jedoch keinen weiteren Zwischenstopp vorgesehen und so ging es gleich weiter nach Norden in die Nähe der Metropole Göteborg. In Surtesjön, zwei km nördlich der wuselnden Zivilisation, trafen wir auf einen grandiosen Stellplatz, wie man ihn sich von Skandinavien vorstellt. Ein wunderschöner See, umrahmt von Wald und Felsplateaus und mittendrin unsere kleine aber gemütliche, fahrende Wohnung für die kommenden 15 Monate.

Nach einem obligatorischen Göteborg Besuch, hierbei empfehlen sich vor allem die Bäcker der Altstadt Haga, ging unsere Reise weiter in die beindruckenden Hochebenen des Nationalparks Rondane. Neben unglaublich vielen Grüntönen sind hier riesige Flächen des weiß gefärbten „Märchenmoses“ zu bewundern.

Dem Nationalpark folgte ein kurzer Abstecher zum Trondheimer Flughafen, wo wir unseren Freund Moritz Lange einluden, um schlussendlich nach gut einer Woche, an unserem eigentlichen ersten größeren Ziel dem „Flatanger-Cave“ anzukommen.

Zwei Wochen Klettern in einer der überdimensioniertesten Caves der Welt erwartete uns. So konnte uns unsere Freude auch nicht von dem einheimischen Farmer verdorben werden, der das gesamte Land um die Höhle privatisiert hatte und somit alle auf seinen Campingplatz lotsen konnte.

Im Laufe der gesamten zwei Wochen begrüßte uns das Wetter recht skandinavisch in Norwegen. Fast ausschließlich jeder Tag beinhaltete einen Regenguss. Beim Klettern im Flatanger beeinflussen einen die Wetterumschwünge zum Glück recht wenig, allerdings verwandelte die anhaltende Nässe den 30 minütigen Zustieg zur Wand in ein Waten auf den Schlammberg…

Am letzten Tag im Flatanger selbst, durften wir dafür aus intensivster Sonne, die das Meer zwischen den Inseln der schärenartigen Küstenlandschaft glitzern lies, neue Energie schöpfen und genossen einen wunderschönen Sommertag am Rande der Höhle, in welche auch etwas warmes Sonnenlicht kam.

Abschließend zur Flatanger Gegend lässt sich sagen, dass Kletterer hier eine wunderschöne Natur, direkt an einer geologisch beeindruckend geformten Küste mit den blauen Weiten des Meeres erwartet. An Ruhetagen ist ein Besuch der traumhaften Stadt Trondheim, die ähnlich wie Hamburg, mit bunten Fachwerkhäuschen auf Stegen direkt über dem Wasser aufwartet, inklusive eines Burger Essens sehr zu empfehlen.

Weiterhin kann man als kulinarisch interessierter Mensch in den Nordischen Landen gut seinen Fisch, wie z.B. Kabeljau, selber aus dem Wasser ziehen und sogar Muscheln bei Ebbe sammeln.

Zum Kletterspot Flatanger möchte ich zunächst erst einmal sagen, dass ich selten an einem faszinierenderen Ort zu Gange war. Die Größe und Gewaltigkeit dieser Naturerscheinung sind schon verdammt atemberaubend. Auch Klettertechnisch hat die Höhle etwas zu bieten, allerdings wird man hier nur seinen Spaß finden, wenn man die Grade 7a bis 8a solide beherrscht. Ab 8a ist es kurzzeitig ebenfalls dünn gesät mit Routen und wird tatsächlich erst ab dem unteren 11ten UIAA Grad wieder interessant für die Anwerber. Somit können wir sagen, dass es toll war, dass Flatanger einmal in „echt“ erlebt zu haben. Rückblickend in Norwegen allerdings noch tausendmal bessere Kletterspots verbergen…

Trotz des harten nordischen Bewertungssystems ging es für Pia mit Touren bis 7b und für mich mit Routen bis 7c Onsight und 8a+ Rotpunkt zurück zum Trondheimer Flughafen, wo wir unseren Freund Moritz wieder verabschieden mussten.

In der Nähe des Flughafens erwartet Maximalkraftbetonte Kletterer ein Konglomeratkletter-Paradies, das nicht annähernd so höllisch ist wie sein Name „Hell“.

Blickt man nur auf das Klettern an sich, gefiel es uns in der Hölle recht gut und das spiegelte sich trotz einer sehr harten alten Schule bezüglich des Gradsystems – von wegen „Urlaubsgrading“ – in unseren Erfolgen wieder. Pia nutze eine knappe Woche in der leicht überhängenden, regensicheren Wand um mehrere Touren bis 7b+ zu punkten. Ich eröffnete meine Erfolgsserie mit einer zweiten Wiederholung der Route „Satan Export 8b+“ nach über 20 Jahren! Teilen muss ich die Anzahl der Begehungen der Route bisher nur mit dem Spitzenkletterer Adam Ondra. Weiterhin wurden wir Teil eines Interviews und einer nachfolgenden Fotosession der lokalen Presse, in deren Rahmen ich eine weiter 8a klettern konnte.

Einziger negativer Punkt am Klettergebiet Hell ist leider seine Nähe zum Flughafen, die durchaus etwas Lärm mit sich bringen kann…

Nach unserer Zeit in Hell ging es zusammen mit ein paar Freunden aus Nürnberg weiter hinauf in den hohen Norden. Unser nächstes Ziel: die Lofoten.

Schon die Fähre von Skutvik nach Slovaer, die einem von Süden kommenden Fahrer ca. vier Stunden Autofahrt erspart, ist eine wahre Sehenswürdigkeit. Bereits vom norwegischen Festland aus, ist die gesamte Inselgruppe der Lofoten bei gutem Wetter sichtbar. Kaum von Skutvik abgelegt, werden aber auch auf der Festlandsseite großartige schneebedeckte Berge sichtbar.

Bei der Ankunft in Slovaer, auf der größten Hauptinsel der Lofoten Austvågøya, begrüßen einen mit dichtem Urwaldgrün bewachsene Berge und eines der Wahrzeichen der Lofoten: ein Fels mit zweigeteilter Kuppe, auf dem von Bergführern ein geführter Sprung von der einen auf die andere Kuppe den Touristen angeboten wird.

Die Lofoten sind auf jeden Fall mindestens eine Rundfahrt über alle der vier Hauptinseln wert. Schon Austvågøya als größte und touristischste Insel ist von beeindruckender Schönheit und besticht durch das farbige Zusammenspiel von weißen Stränden und dem glasklaren blauen Nordpolarmeer, dass karibischen Flair anmutet und zum Schwimmen einlädt, allerdings selten über 12 Grad Celsius hinaus kommt…

Weiterhin finden sich aber auch zahllose Felsen und höhere Berge direkt hinter der von Stränden geprägten Küste, die als Betätigungsfelder für Alpinisten, Tradkletterer und Boulderer dienen.

Fährt man auf die anderen Inseln weiter ins Meer hinaus, wird der Charakter der Natur noch deutlich wilder, dass Wasser kälter und die wunderschöne Landschaft noch unerschlossener, ja sogar in manchen Teilen kaum zugänglich.

Die Lofoten sind ursprüngliche Fischerinseln, auf denen man allerdings selbst noch im Jahr 2017 das Selbstversorgerprinzip nachvollziehen kann. So landeten bei uns zahlreiche, selbstgefangene Kabeljau, Makrelen und Seelachse auf den Tellern. Auch Blaubeer-, Preiselbeer- und die begehrte Marmelade der örtlichen Wunderbeere, der Moltebeere, lässt sich auf den Lofoten gut selber machen.

Für Kletterer, die unberührte und noch sehr wilde Gegenden in unbeschreiblicher Natur mögen, sind die Lofoten wahrscheinlich in Ihrer Unerschlossenheit ein absolutes Paradies. Ein bestechendes Erstbegehungspotential und toller rauer Granit, der gutes Fingerpeeling garantiert 😉 sind also weitere Gründe, welche die Lofoten so besuchenswert machen. Bei einer Reise auf eine der schönsten Inselgruppen der Welt sollten aber Drahtbürste und Akkuschrauber im Gepäck eines Erstbegehers nicht fehlen.

Die Zeit war für uns einer der vielen Höhepunkte auf unserer Reise, zumal uns rundum fast drei Wochen lang die Sonne auf den Inseln begleitete. Zum Glück verschaffte uns der wirklich sehr raue Fels mehrere unfreiwillige Pausen, fernab der grandiosen Linien, die wir allerdings nicht bereuten. Neben absolut faulen Tagen am Strand und spannenden Angelabenden, wurde unsere Zeit so durch einige faszinierende Wanderungen auf ein paar der Lofotengipfel bereichert. Vor allem die Ausblicke von den Gipfeln über etwas größere Teile der schönen Natur, als sie sonst von der Straße aus zu sehen sind, waren eine echte Belohnung.

Aus klettertechnischer Hinsicht waren wir im Hohen Norden ebenfalls von Erfolg gekrönt. Pia konnte tolle Linien wie den Ultraklassiker „King Fisher 7a FB“ klettern. Für mich rentierten sich die Hangboardsessions ebenfalls in den Begehungen von drei 8a Bouldern, darunter der Klassiker „Monster 8a FB“. Weiterhin durfte ich erleben, was für ein tolles Gefühl es ist, nach einem dynamischen Abschlusssprung und einen Mantle danach mit „Sunshine 8a+FB“, seinen ersten 8a+ Boulder auf der Liste stehen zu haben. 🙂

 

Wie die Reise weitergeht erfahrt ihr bald im Teil 2.

 

Paul im Überhang

 

Was ist eigentlich aus Paul geworden?

2009, nach Eröffnung der Boulderhalle im Kressepark, veröffentlichte die TA einen Artikel, in dem Paul die Hauptrolle spielte. Fast 8 Jahre sind inzwischen vergangen.
Jetzt haben wir hier einen Kader des Klettersports vor uns….

 

Hallo, mein Name ist Paul Steinig. Ich bin im Mai 1999 in Arnstadt geboren. Heute lebe ich in Erfurt.

Ich sage immer: Schule ist mein Hobby – Klettern mein Beruf. Beruf kommt von Berufung und diesen Platz in meinem Herzen nimmt das Klettern ein. Unterstützt werde ich dabei auf meinem Weg vom Erfurt Alpin, Scarpa, Onewayup, den Boulderhallen E4 Nürnberg und Blockpark Erfurt und der Kletterhalle Nordwand Erfurt.

Zum Klettersport bin ich erst mit 10, nach 6 Jahren Geräteturnen Leistungssport gekommen. Dafür war ich dann ab 13 umso motivierter und trainiere seitdem 6-mal wöchentlich am Fels und in der Halle. Zusätzlich zum Training in meiner Heimat fahre ich fast jeden Freitag nach Nürnberg in eine der geilsten Boulderhallen der Welt: das E4, um dort bzw. bei gutem Wetter in der Fränkischen zu klettern.

Wettkampftechnisch war ich in Thüringen erfolgreich und bin so z.B. amtierender Thüringer Meister im Seilklettern meiner Altersklasse. Auch in Sachsen oder auf nationaler Ebene konnte ich schon durchaus einige Erfolge verzeichnen.

Klettern bedeutet, abgesehen von unglaublicher Bewegungsvielfalt, noch viel mehr für mich: Es ist ein Wort, eine Leidenschaft, die für mich einen zentralen Bestandteil des Lebens bildet. Klettern bedeutet für mich sportliche Aktivität, sich zu quälen und mal die Zähne zusammen zu beißen. Es schult den Willen, macht einen als Menschen stark.
Für mich ist es sehr interessant, immer diese Balance zwischen Niederlagen und Erfolg zu finden. Frustration gehört genauso dazu wie der Erfolg, ein Projekt nach viel Arbeit schließlich abzuhaken. Aber Klettern hat auch einen großen sozialen, internationalen und weltoffenen Aspekt: Man reist viel, lernt spannende Kulturen und deren Essen kennen, trifft viele tolle interessante Menschen, arbeitet mit Freunden zusammen an Routen oder verbringt mit ihnen den Urlaub. Genauso schließt man aber auch viele neue Freundschaften und lernt viel für das Leben. Am liebsten hänge ich am Fels, in der Natur an unglaublich starken Linien, die für die Ewigkeit geschaffen sind. Da ich noch recht jung bin, hab ich noch ein paar schöne Dinge im Leben vor. Ein greifbarer Traum ist meine nach dem Abitur geplante Europareise mit dem Bus, bei welcher einige der bekannten, wie auch neue Klettergebiete auf der Liste stehen. Meine Vision ist es, meine persönlichen Grenzen beim Klettern immer weiter hinaus zu schieben und irgendwann etwas jetzt noch nicht Vorstellbares zu schaffen.

Nach all meiner Zeit beim Klettern kann ich sagen: „Klettern ist kein Hobby, es ist eine Art zu leben!“

 

Was in 8 Jahren alles passieren kann… Wir freuen uns über Pauls Erfolge und immer weiter wachsende Leidenschaft für das Klettern. Diese Faszination steckt an. Jeder Kletterer, egal auf welchem Level er auch unterwegs ist, wird diese Begeisterung nachvollziehen können.

Paul hat inzwischen sein Abitur absolviert und befindet sich gerade auf seiner großen Reise. Wir wünschen Ihm viele tolle Erlebnisse, Klettererfolge, nette und interessante Begegnungen und ganz viel Spaß. Wir freuen uns jetzt schon über seinen Reisebericht.

Fortsetzung folgt… Bald…   😉

 

Routen (Auszug):

Fraue Finger 8b Val Masino

Racomelo 8b Kalymnos

Black tooth green 8b Arco

The old one needs a cold one 8b Franken

Master Blaster 8b Franken

Odins Tafel 8b Franken

Primeur de Luxe 8b

Desperado 8a+ Franken

Alma 8a+ Thüringen

Direttissima 8a+ Franken

T-Rex 8a+ Franken

L’artiglio 8a+ Maloja Pass

Mi Puo fare ascendere 8a+ San Vito Lo Carpo

Il Patrone Nero 8a+ San Vito Lo Carpo

Zadnja skusnjava 8a Onsight Osp

Superman 8a Flash San Vito Lo Carpo

Zavara Katranemia 8a Flash, Kalymnos.

 

Jugendhochtour Fisteraarhorn Schweiz

Auf Gipfeltour in der Schweiz

Eine 5 tägige Hochtour mit der Besteigung des Finsteraarhorns im Berner Oberland mit Bergfreunden vom DAV Weimar und Erfurt Alpin – das war unser Vorhaben.

Um für diese Tour gut vorbereitet und akklimatisiert zu sein, trafen wir, Stephan, Konrad und ich –Noah, uns mit Chris in den Walliser Alpen – Sass Fee – um das Allalinhorn und das Nadelhorn zu begehen. Am Samstagabend in Sass Grund angekommen, übernachteten wir auf dem Zeltplatz Mischabel, welcher relativ klein aber gemütlich ist und von einem netten älteren Ehepaar geführt wird. Die Wettervorhersage für Sonntag ist miserable, was sich frühmorgens  bestätigt und wir entscheiden, nicht aufzusteigen. Es regnet den ganzen Tag.

Als Übernachtungsgäste in Sass Tal bekommt man mit der Entrichtung der Kurtaxe (7,-€ die Nacht) einen Bürgerpass mit dem in den Sommermonaten alle Nahverkehrsmittel und Bergbahnen gratis genutzt werden können.

Um den verregneten Tag zu nutzen, entschieden wir uns, mit den verschiedenen Seilbahnen die Berge zu erkunden, um uns ein bisschen zu akklimatisieren. So fuhren wir mit den verschiedenen Bahnen dreimal auf 3000 Meter. Das Highlight an diesem Tag war die Fahrt nach Hochsass mit Blick zum Weismiss. Bei der Talabfahrt stiegen wir an der Mittelstation Kreuzboden aus und fuhren mit einem gemieteten Crossroller die 12 km lange Abfahrt mit über 1100 Höhenmeter ins Tal hinunter, einfach super. Empfehlenswert!!!

Am Montag ging es dann auf die richtige Tour zum Nadelhorn. Nach einem 4 stündigen Aufstieg waren wir an der Mischabelhütte angekommen. Am nächsten Tag ging es dann sehr früh auf das Nadelhorn. Das Wetter war nicht sonderlich gut, es hat zwar nicht geregnet oder geschneit aber es war sehr windig. Schließlich kam die ganze 4rer Seilschaft am Gipfel an. Wir konnten aber nicht lange verweilen, weil es stürmig war. Da wir das Nadelhorn nicht überquerten, gingen wir wieder den gleichen Weg zur Hütte zurück und waren zur Mittagszeit auf der Mischabelhütte. Nachdem wir uns auf der Hütte etwas gestärkt und ausgeruht hatten, stiegen wir ins Tal ab, um zum Grimselpass zufahren.  Wir sind also an dem Tag 1200 Höhenmeter aufgestiegen und 2500 Höhenmeter abgestiegen. Der Berg lag uns in den Knochen und Fußsohlen.

Es war schon dunkel als wir uns in der Nähe des Grimselpasses einen Übernachtungsplatz mit dem Auto suchten. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, sahen wir, dass wir zwischen einer alten Landebahn, auf der ein Sicherheitsfahrtraining stattfand und einer Biathlon Traininganlage parkten.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Hans aus Erfurt am Grimselpass und stiegen zur Oberaarjochhütte 5 Stunden auf. Die Hälfte der Weimaraner war schon zwei Tage auf der Oberaarjochhütte. Stephan Rothe und seine Autobesatzung folgten uns etwas später, da sie noch eine Autopanne hatten.

Nach der sehr engen und ungemütlichen Nacht ging es dann mit der kompletten Gruppe weiter zur Finsteraahornhütte. Die Sonne schien und dort angekommen, sonnten wir uns. Es war ein wunderschöner Nachmittag mit blauen Himmel und herrlicher Kulisse.

Am nächsten Tag ging es dann bei schlechtem Wetter auf das Finsteraahorn. Da es sehr neblig, kalt und windig war, waren unsere drei Seilschaften die einzigen auf dem Weg zum Gipfel. Kurzzeitig konnten wir auch einen Blick in die Bergwelt erhaschen, wenn die Wolkendecke aufriss.

Am vorletzten Tag bestiegen wir das Hinter Fiescherhorn und das Gross Fiescherhorn. Der Weg führte durch einen grossen Gletschebruch mit riesigen offenen Spalten. Dass es sehr windig war, waren wir ja schon gewohnt dafür war die Sicht diesmal grandios. Vom Gipfel hatten wir einen wunderschönen Blick zum Eiger, Jungfrau, Mönch und zum Finsteraarhorn.

Der Hüttenwirt und seine Crew auf der Finsteraarhornhütte waren sehr freundlich und flexibel mit unseren verschiedenen Wünschen zur Versorgung von Halbpension über nur Abendessen bis hin zur Selbstversorgung. Dies gestaltete sich auf der Oberaarjochhütte sehr kompliziert.

Für uns vier, waren es vier sehr schöne 4000er innerhalb einer Woche.

Nach dem Abstieg am Parkplatz angekommen, veranstalteten wir noch ein schönes improvisiertes gemütliches Abschiedsfestmal mit gekochten Nudeln, Kaffee und Bier.

Frisch gestärkt trennten sich nun unsere Wege.

So wie die Tour der Weimeraner begonnen hatte – mit Panne und Leihwagen – endete diese auch.

Ralf tauschte seinen Leihwagen mit seinem reparierten Auto. Auf der Hälfte der Strecke gab es wieder einen technischen Defekt und so wurde die Heimfahrt dann auch mit einem Leihwagen beendet.

Noah Schmidt

Erfurt Alpin beim 18. Weimarer Kletterwettkampf

Am 21. und 22.10 fand der 18. Weimarer Kletterwettkampf (WKW) statt, zum ersten Mal in der neuen Halle der Sektion Weimar, den Energiewänden.

An beiden Tagen fanden einige Bergsportler unserer Sektion den Weg nach Weimar und waren dort absolut konkurrenzfähig.

Am Sonnabend waren die Jugend A und die Erwachsenen an der Reihe.

Hans Böhm verpasste mit einem 8. Platz in der Quali das Herrenfinale nur knapp. Tom Stoll und Noah Schmidt standen nach der Quali auf Platz 11 und 16. In der Einzelwertung für die Jugend A brachte das den ersten Platz für Tom und den zweiten Platz für Noah.

Bei den Damen kamen beide Starterinnen unserer Sektion bis ins Finale. Sandy Arnold holte sich den 6. Platz, Henrike Schulz wurde bei den Damen Dritte und holte bei der weiblichen Jugend A den Sieg.

Am Sonntag waren dann die Kinder, sowie die Jugend B und C an der Reihe.

Für Erfurt Alpin waren Cedric Lang in der Kinderwertung sowie Lore Lumme, Yannick Stock und Gustaf Schulz in der Jugend C am Start.

Im Finale kam Cedric dann nicht bis zum Zielgriff, erreichte aber Platz 3 in der Wertung der Jungen.

Die Jugend C kletterte das Finale im Vorstieg. Ein Top wurde weder bei den Mädchen noch bei den Jungen erreicht. Lore kam bei den Mädchen am höchsten und holte sich den ersten Platz. Bei der männlichen Jugend C stand Yannick am Ende als Vierter direkt neben dem Siegerpodest und Gustaf Schulz ganz oben.

Insgesamt war der diesjährige WKW eine schöne und gut organisierte Veranstaltung der Sektion Weimar. Gute Routen, lecker Kuchen, Bratwurst und vieles mehr.

 

Der WKW ist wie der im August stattgefundene Steinmeister in Jena, Teil des Thüringer Jugendcups. Der dritte und letzte Teil dieses Cups wird der durch Erfurt Alpin ausgerichtete Bananacup am 18.11.2017 in der Nordwand sein. Durch die guten Vorplatzierungen bei Steinmeister und WKW, haben einige Starter des Erfurt Alpin auch gute Chancen auf den Gesamtsieg im Thüringer Jugendcup.

 

 

Abwandern mit der DAV Sektion Ilmenau „Henkelreißer“

siehe Veranstaltungen…

Abwandern mit der DAV Sektion Ilmenau „Henkelreißer“

Wildspitze 2017

….kurz entschlossen machte wir uns (5 Personen) Anfang August zu einer kurzen Hochtour ins Ötztal auf. Der Plan war Vent – Breslauer Hütte -Wildspitze- Vernagt Hütte – Weißkugelhütte-Weißkugel -Schöne Aussicht (Bella Vista) Hütte – Vent. Zeitraum Mittwoch bis Sonntag. Die Wetterprognose ließ alles Varianten offen. Wir ließen uns nicht abschrecken und hofften das Beste.

Angereist sind wir noch bei Sonnenschein. Kurz vor erreichen der Breslauer Hütte setzte leichter Regen ein.

Der Donnerstag, unser Gipfeltag Wildspitze, begann verheißungsvoll mit Sonnenschein. Auf dem Taschachferner wehte ein heftiger, böiger Wind, der einen schon mal zum Straucheln brachte. Der Aufenthalt am Gipfelkreuz fiel kurz aus. Es war ungemütlich. Im Laufe des Tages zog der Himmel zu. Bei Ankunft auf der Vernagt Hütte, begann es wieder leicht zu Regnen. Die Prognose für Freitag war eher schlecht. Am Abend dachten wir schon über Alternativen im Tourverlauf nach.

Der Freitagmorgen täuschte uns mit Sonne. Im Laufe des Vormittags zogen immer mehr Wolken auf. Am Brandenburger Haus schien die Welt noch in Ordnung. Wir entschieden uns zur Weißkugelhütte weiterzugehen. Die Überquerung der spaltereiche Gepatschferner kostete uns mehr Zeit als geplant. Schneefall setzte ein und Gewitter zog auf. Der Abstieg zum Langtaufererferner war sehr steil und bei dem Wetter ziemlich unangenehm. Total durchnässt erreichten wir die Weißkugelhütte. Wir wurden schon erwartet. Das Abendessen stand quasi schon auf dem Tisch. Die Weißkugelhütte ist urig aber sehr klein und hat keinen extra Trockenraum. Wir mussten die wichtigsten Sachen mit in die Gasstube nehmen und hoffen, dass sie bis zum Morgen trocken werden. Sollte sich der Schneefall fortsetzen und die Sicht sich nicht gravierend verbessern, kam eine Fortsetzung der Tour über die Weißkugel nicht in Frage. Irgendwie mußten wir aber zu „Bella Vista“. Ein Abstieg ins Tal als Alternative schien auf den ersten Blick auch nicht sinnvoll. Dank der Hüttenwirtin, die uns eine lückenlosen Verbindung von Melang nach Kurzras mit Bus und Bahn aufzeigen konnte, entschlossen wir uns dann doch am Morgen ins Tal abzusteigen.

Im Tal war Sommer.
Innerhalb von 4h erreichten wir Kurzras und 15:00 Uhr waren wir schon auf der „Bella Vista“.
Die Sauna war in Betrieb und das Essen gut und reichlich. So konnten wir uns über das entgangene Gipfelerlebnis hinwegtrösten.  Am Sonntagmorgen stiegen wir dann den schier endlos scheinenden Weg, bei herrlichem Sonnenschein, nach Vent ab. Eine kurze Tour mit neuen Eindrücken und Erfahrungen.

Reiner Harnisch

MTB Wochenende, Stütztpunkt Waldschule

Eine Veranstaltung, die schon zur Tradition wurde, ist das Wochenende für ambitionierte Moutainbiker im Thüringer Wald.
Der Stützpunkt war wie immer die „Waldschule“ im Breiten Grund bei Stützerbach.
Die Organisation lag, auch wie immer perfekt, bei unserem Trainer Andreas.
Am Freitagnachmittag startete der größte Teil der Teilnehmer mit dem Rad in Erfurt.
Pünktlich zu Abendessen erreichten alle das Ziel.
Das Wetter meinte es gut mit uns und wir konnten vor der Hütte den Grill anwerfen.
Der Samstagmorgen begrüßte uns mit Sonnenschein. Dem Frühstück vor der Hütte stand also nichts im Wege.
Die Tagestour führte uns über Bhf. Rennsteig, Schmücke, Schöffenhaus zu Kaffee und Kuchen in Manebach.
Danach ging es gestärkt zur Bobhütte. Der Anstieg von der Rodelbahn, vorbei am „Ilmenauer Balkon“ zum 2. Zwischenziel war heftig.
Hier mußten wir schon mal kurzzeitig die Pedale verlassen.

Der Wirt der Bobhütte begrüßte uns freundlich und versorgte uns kurzfristig mit Getränken.
Beim Blick auf die Speisekarte regte sich der Appetit und ließ so manchen schwach werden, obwohl wir uns doch erst kürzlich mit Kuchen und Eis gestärkt hatten.

Auf dem Heimweg zur Waldschule zersplitterte die Gruppe dann in Pilzsucher, „Auskenner“, und „genug für heute“ Fahrer. Zum Abendessen ware aber alle wieder beisammen.

Leider spielte das Wetter im Tagesverlauf nicht mehr optimal mit und wir verlegten deshalb den Rest des Abends in die Hütte.

Der Sonntagmorgen begrüßte uns wieder mit Sonnenschein. Nach Aufräumen und Hüttenputz fuhren wir dann, „tendenziell bergab“ über Gehren, Singen, Bischleben zurück nach Erfurt.

Ein sehr schönes Wochenende mit vielen sportlichen Einlagen ging zu Ende.

Dank möglicher Optionen bei der Wegewahl, war für Jeden etwas dabei.

Herzliche Dank an Andreas für die perfekte Organisation.

Wir hoffen auf ein Neues im nächsten Jahr.
Rechtzeitiges Anmelden wird empfohlen.

 

Bike & Hike im Karwendel

Es liegt schon ein Weilchen zurück, dass eine kleine Gruppe mit Mountainbike und Wanderschuhe zu einer kleinen Tour durch das Karwendelgebiet aufgebrochen ist aber die Erlebnisse sind immer noch so gegenwärtig, dass man am liebsten gleich wieder starten möchte.

Am Donnerstag, den 20.07. ging es am Nachmittag los, ab auf die Autobahn in Richtung Süden, Hinterriß war das erste Ziel. Am Abend, nachdem die Gruppe vollständig war, philosophierten wir über das Reisegepäck für die nächsten 3 Tage. 4 kg pro Rucksack war die Vorgabe, ein sehr ehrgeizig Ziel, was von uns letztendlich ignoriert wurde. Dennoch war alles Notwendige dabei und die Rucksäcke leicht genug, um sie über die Berge zu schleppen zu können.

Freitag: Am Morgen traf unser Guide Axel ein. Nach kurzem Check und einer Einweisung ging es los. Der erste lange Anstieg mit dem Bike stand uns bevor, den wir aber alle problemlos meisterten. Kraft einteilen war angesagt, denn die Etappe zum Karwendelhaus (1.765m)  war lang. Entlang der Nördlichen Karwendelketten ging es über Forstwege nach Mittenwald. Auf dem Weg dorthin bekamen wir beim Queren einer Furt kalte Füße und passierten die Vereinalm (1.400m). Dort konnten wir noch das Fundamente der ehemaligen Krinner-Kofler Hütte sehen, die vor einigen Jahren von einer Lawine vollständig zerstört wurde.

Der Hunger trieb uns dann aber schnell weiter nach Mittenwald. In einer Osteria fanden wir Platz und bekamen dort ganz gratis ein Unterhaltungsprogramm von einem Schweizer Gesangsverein, die nach einigen Aperol-Spritz schon gut bei Laune waren. Die Ruhe der Berge lockte und dann jedoch weiter und ein herannahendes Gewitter motivierte uns zusätzlich die letzten steilen Anstiege in Angriff zu nehmen. Irgendwann setzte der Regen ein und ein Grollen um uns herum begann. Das kühle Nass verschaffte uns eine willkommene Abkühlung, das Gewitter eher ein flaues Gefühl in der Magengengen. So kämpften wir uns hoch zur Hütte und das Grollen blieb zum Glück nur eine Drohung. Wir freuten uns riesig über die getane Tour und den bevorstehenden Hüttenabend mit netten „Mädels“ am Tisch.

Samstag, der Hiking-Tag: Die Wanderschuhe wurden geschnürt. Den Plan die Birkkarspitze (2.749 m) zu besteigen, kippten wir über Bord und wählten die östliche Karwendelspitze (2.538 m) als Ziel. Angesichts der instabilen Wetterlage war das die klügere Entscheidung. Die Wanderung war herrlich. Durch Latschenkieferwälder, über Wiesen, Geröll und Fels erreichten wir erst den Vorgipfel mit Gipfelkreuz und dann, nach kleiner Kletterei den eigentlichen Gipfel. Gipfelbuch und Gipfelkaffee waren noch nicht genug und so köpften wir noch eine kleine Flasche Rotwein und genossen dabei die Aussicht.

Der Abstieg verlief über wegloses Gelände, Fels und Geröllhalden und später wieder durch einen Latschenkieferwald und entlang eines kleinen Gebirgsbaches. Zu beobachten waren Gämsen über deren Kletterkünste wir nur staunen konnten. Die Tour war sehr abwechslungsreich und wunderschön. Kein anderer Wanderer war zu sehen, wir hatten den Berg ganz für uns alleine und das Wetter meinte es letztendlich auch gut mit uns. Zur Belohnung gab es Apfelstrudel und Kaiserschmarrn und einen weiteren Hüttenabend im Karwendelhaus.

Sonntag: Die Heimreise begann mit dem kurzen Aufstieg zum Hochalmsattel (1.803 m) und einer langen Abfahrt zum kleinen Ahornboden (1.400 m). Zu Wahl standen zwei Optionen, einen schmalen Trail, teils steinig und ausgewaschen oder den breiten Schotterweg. Die Gruppe teilte sich. Axel erinnerte die Trailfahrer noch kurz an die 70%-Regel und ließ uns dann fahren. Pflichtbewusst setzten wie seinen Hinweis natürlich um: 70% schieben / 30% fahren… Oder wie war das noch mal gemeint??? 😉 Der Trail war tatsächlich ganz schön anspruchsvoll, da war Können gefragt und selbst die erfahrenen Trailfahrer unter uns kamen beinahe ins Straucheln. Spaß gemacht hat‘s trotzdem. Voller Anspannung und Euphorie passierten die Trailfahrer dann jedoch ganz unbemerkt den Kleinen Ahornboden, wo wir uns wiedervereinen wollten. Nach kurzer Suche fand die Gruppe aber wieder zusammen.

Ein kleiner Umweg zur Ladizalm brachte uns noch ein paar Höhenmeter ein und nach kurzer Rast kehrten wir nach Hinterriß zurück, zum Ausgangspunkt der Tour. Wir fuhren noch einmal am Kleinen Ahornboden vorbei, damit auch alle diesen idyllischen Ort wahrnehmen konnten: Einen abgeschiedenen Bergkesser mit knorrigen Bergahornbäumen, umgeben von über tausend Meter aufragenden Gipfeln.
Bevor es mit den Autos zurück in die Heimat ging, stärkten wir uns noch einmal im Gasthof und ließen diese tolle Tour bei guten Essen ausklingen.

Großen Dank an unseren Guide Axel und Organisator Andreas.

Es gibt schließlich einige Gründe um noch mal widerzukehren.

 

Susanne Hoffmann

Jugendfahrt Coburger Hütte

 

Reisebericht Kletterausfahrt des DAV Erfurt Alpin e.V. zur Coburger Hütte vom 25. bis 28. Juni 2017

 

Direkt zu Beginn der Sommerferien starteten wir, 2 Mädels + 4 Jungs, zusammen mit unserem Betreuer und Trainer Chris Richtung Süden. Ziel der 4-tägigen Reise war die Coburger Hütte im Bundesland Tirol in Österreich. Sonntag, 6 Uhr früh ging es los. Die Fahrt dorthin ging ganz unbeschwert ohne Stau. Die Zeit verging wie im Flug dank Hörspiel-CD von Chris.

-Am frühen Nachmittag kamen wir an der Talstation der Ehrwalder Bergbahn an. Dort trafen.wir Freunde der Sektion Weimar, mit denen wir zusammen die Reise geplant haben.

Wir machten uns mit Sack und Pack an den Aufstieg, zuerst mit Hilfe der Bergbahn, dann weiter zu Fuß. Nach circa 4 Stunden haben wir die DAV-Hütte erreicht und waren völlig begeistert.

Die Coburger Hütte (1917m) liegt in einem Hochtal nahe dem idyllischen Seebensee und dem höherliegenden Drachensee. Zuerst musste eine Erkundungstour rund um die Hütte gemacht werden. Dann gab es Abendbrot. Der Kaiserschmarrn ist wärmsten zu empfehlen.

Am Montag haben wir ab 07:30 Uhr gefrühstückt. Dann packten wir unsere Klettersachen und sind bei schönem Wetter zu den nahe gelegenen Klettergärten gewandert. An verschie-denen Routen zwischen Schwierig-keitsgrad 4 und 6 haben sich alle erfolgreich probiert. Tolle Aussicht inklusive. Gegen Mittag zurück zur Hütte, zog es die 4 Jungs sofort an den Drachensee zum Baden bei 13° C. Alle anderen kamen kurze Zeit später nach, inklusive Hund Ben von den Weimarer Freunden. Chris erklärte sich freundlicherweise zum Bademeister und begutachtete unsere Klippensprünge.

Später am Nachmittag entdeckten wir interessante Knochen am See – Knochen eines Wildschafs, wie sich später herausstellte. Das Sammelfieber war ausgebrochen und wir suchten im Wasser und an Land. Nach dem Abendessen haben wir über den Tag geplaudert. In der Nacht hat es extrem geblitzt und gedonnert.

Am Dienstag war es nass und cirka 15°C. Nach dem Frühstück wanderten wir mit wetterfester Kleidung zum Drachenkopf, das letzte steile Stück in 2 Gruppen. Nach 1 ½ h waren wir am Gipfelkreuz und trugen uns alle ins Gipfelbuch ein. Mit einem schönen Blick auf die Zugspitze verabschiedeten wir uns vom Gipfel und gingen zurück zur Hütte. Am Nachmittag war wieder Klettern in den umliegenden Klettergärten angesagt. Unsere 4 Jungs zog es erneut an den See. Mit noch mehr Knochen zurück an der Hütte, würde daraus ein Skelett gelegt. Unsere Teamärztin konnte uns viel Interessantes dazu erklären. Dann gab es wieder leckeres Abendbrot, Kartenspiele, Bier für die Erwachsenen und ein paar Runden „Arschloch“-Spiel.

Mittwoch früh hieß es Packen, Frühstück und Abstieg. Diesmal ohne Bergbahn-Unterstützung. Nach 4 Stunden sind wir an den Autos angekommen. Auf dem Heimweg hielten wir an der „highline179“. Mit 406m Länge ist es die derzeit längste Seilhängebrücke der Welt. Nach einer Pause bei Mc Donalds waren wir 21 Uhr wieder in der Heimat.

Wir sagen alle „Vielen, vielen Dank, Chris“.

Carlo Maruschky

Frankenjura – ein Wochenende auf der Intensivstation (9.-11.06.)

Am vergangenen Freitag konnte es eine kleine Gruppe von Erfurt-Alpin-Mitgliedern kaum erwarten das Büro zu verlassen und sich auf den Weg in die Frankenjura zu machen, um endlich wieder Fels unter den Füßen zu spüren. Die Wetterprognose war gut und Tüchersfeld im Püttnachtal ein idyllisches Ziel mit vielen Klettermöglichkeiten. Gerade in der Unterkunft angekommen, zogen sich ein paar von uns die Klettersachen an und legten gleich so. Wir mussten nur aus der Haustür unseres Gasthauses herauspurzeln und schon hingen wir in eine der schönsten Routen der Gegend. Was für ein toller Einstieg ins Wochenende.

Im Restaurant im Nachbarort Gößweinstein schmiedeten wir bei Fränkischem Bier, Käsespätzle und anderen Köstlichkeiten Pläne für den nächsten Tag. Doch leider trübte ein kräftiger Regenschauer mit Gewitter unsere Stimmung erst einmal etwas ein: Wie werden wohl die Bedingungen am nächsten Tag sein?

Nach einer Nacht in unseren Holzhütten und einem guten Frühstück auf der „Station“ begutachteten wir den Fels und unsere Stimmung hellte sich auf: Der Fels war halbwegs trocken, wir konnten loslegen.

Die Auswahl an Routen war groß und so fand jeder etwas Passendes. Dank Werners Unterstützung und hilfreichen Tipps wuchs manch einer über sich hinaus und meisterte auch schwere Abschnitte. Voller Stolz über diese Erfolge zog es uns dann wandernd in ein Café. Schließlich muss man sich nach all der vertikalen Felsbegehung auch mal in der Waagerechten fortbewegen. Der Kuchen war köstlich. Das hatten wir uns wirklich verdient.

Zurück am Gasthaus überbrückten wir die Zeit bis zum Abendessen am Hausfels und genossen noch ein paar Routen in der Abendsonne. Nach dem Abendessen philosophierten wir über unsere Kletterziele und –träume und schmiedeten Pläne wie wir diese erreichen können. Aber irgendwie war der Abend zu lang und die Regenerationszeit zu kurz, um schon am nächsten Tage mit der Umsetzung zu beginnen. Also starteten wir am Sonntag gemütlich mit ein paar einfachen Routen und welchen, die dann doch schwere waren als erwartet. Wir kletterten im „Zoo“ und kämpften mit „Luchs“, „Mehrkatze“ und „Löwe“, nebenan probierten wir „Brathändl“ und „Suppenhuhn“. So wurde auch dieser Tag zu einem intensiven Klettererlebnis, bei dem wir auch viel gelernt habe. Zum Beispiel wie man richtig die Umlenkung auf- und abbaut und wie wichtig ein gute Tritt unter den Füßen ist.

Zufrieden und erschöpft verließen wir dann das Areal des Gasthauses „Intensivstation“, genossen zum Abschluss noch einmal den köstlichen Kuchen im nahegelegenen Café und reflektierten über die Ereignisse der letzten 3 Tage. Es war ein durchaus gelungenes Wochenende. Die Tour ist auf jeden Fall wiederholungswürdig.

 

Veranstaltungen und Trainingstermine in eigenen Googl- Kalender eintragen

Terminkalender:
https://calendar.google.com/calendar/ical/kilbvndaf4d3ve7so04p2md0u8%40group.calendar.google.com/public/basic.ics

Trainingskalender:
https://calendar.google.com/calendar/ical/6nefg6ptiuvu23ntkh973raj9o%40group.calendar.google.com/public/basic.ics

 

ToDo zu einbinden in den eigenen Googlekalender:
1. Auf „Google.de“ mit Deinem Account einloggen und zum Kalender wechseln.

2. Hier bei „Über URL hinzufügen“ den obigen Link einfügen und mit OK bestätigen.

MTB-Kurs – Vom Trekkingradfahrer zum Fast-Downhiller

Am Wochenende hieß es für 10 Thüringer Radfahrer: Raus aus dem Alltag, rauf auf den Sattel und ab auf den Trail. Angesagt war der Mountainbike-Technikkurs mit Andreas.

Die Location im Erzgebirge war dafür super geeignet. Die Ferienwohnungen in Oberwiesenthal boten eine gemütliche Atmosphäre für die Abende und die Umgebung die besten Voraussetzungen für ein Bikekurs. Trainiert wurde zunächst auf dem Skiübungshang mit: Schneckenrennen – wer fährt am langsamsten  /  Hütchen umfahren und aufsammeln aber bitte nicht kaputt machen 😉  /  „Blinde Kuh“ auf dem Rad  /  Bike-Rückwärtsschieben-Wettrennen.

Bevor es dann am Samstag so richtig losging, wurden noch schnell Bikes und Biker gecheckt. Vom aufgepimpten Trekkingrad bis zur Fully-Crosscountry-Variante war alles dabei. Es wurde hier und da noch schnell etwas Luft abgelassen und Bremsen „entquietscht“. Die Biker waren ausreichend gestärkt und schienen in einem recht passablen Zustand zu sein.

Gut gerüstet ging es dann hoch auf den Fichtelberg. Über Forstwege erreichten wir den Gipfel und auf der Tschechischen Seite den Trailpark Klinovec. Ein kleiner Übungsplatz mit Holzparcours stimmte uns auf die bevorstehenden Abfahrten ein. 4 Trails standen zur Auswahl, von einer leichten bis hin zur Downhill-Abfahrt. Zuerst wählten wir den „flowigen“ AZUR-Trail und steigerten uns nach einer Liftfahrt auf dem etwas anspruchsvolleren RUBIN-Trail. Die schwarze Piste und die Downhill-Abfahrt haben wir auf dem Rückweg nach Oberwiesenthal links liegen gelassen. Man braucht schließlich auch noch Ziele fürs nächste Mal.

Am Sonntag stand das Thema „Kurve kriegen“ und richtig Bremsen auf dem Lehrplan. Dafür geeignet war das Trailcenter Rabenberg in der Nähe von Breitenbrunn. Zuerst gab es Trockenübungen auf dem Platz. Es war manchmal ganz schön verwirrend mit dem Kurvenfahren: Welcher Arm soll gesteckt und welcher Fuß muss noch mal oben sein??? Das war gar nicht so einfach aber in der Praxis hat sich gezeigt, jeder ist auf dem Trail in die richtige Richtung gefahren, egal wie eng die Kurven auch waren. Wurzelwege machten die Tour etwas anspruchsvoller als am Vortag, doch dank erlernter Gorilla-Haltung konnten wir auch die meistern.  Schrammen und Pannen gab’s zum Glück keine und gepumpt wurde nur auf dem Pumptracks.

Nach all den Kilometern und Höhenmetern und Sattel Rauf- und Runtergeschraube haben wir festgestellt: Es hat super viel Spaß gemacht und wir haben einiges gelernt. Jetzt stehen wir sicherer auf den Pedalen und trotzen Wurzeltrails und enge Kurven. Vielen Dank Andreas!

 

Susanne Hoffmann

Fontainebleau 2017 Jugendfahrt

Nach einer langen Autofahrt, kamen wir endlich im Decathlon bei Paris an. Nachdem jeder eine Runde mit dem Roller gedreht hat und einmal auf französisch belehrt wurde, war auch Daniel mit seiner Shoppingtour fertig. Dann ging es ab in den Carrefour und als Daniel das Augenmerk auf Bio gelegt hatte, wurde Wagenweise nachhaltige, nicht genveränderte Verpflegung eingeladen und in alle nicht für möglich gehaltenen Ecken unseres VW-Busses gestapelt.

Wer nun dachte, das das die Herausforderung des Tages war, lag falsch. Kaum am Campingplatz angekommen hieß es „AUFSITZEN“ und nach dieser 14-stündigen Odyssee ging es zu Fuß an den Fels.
Durch erholsamen Schlaf ging es auch am nächsten Morgen frisch fröhlich an einen 7c Erwärmungsboulder. 😉
Wir scheiterten an bis zu 5m hohen Platten und lernten erstmals kennen, was Bleau’s Boulder an Tritten zu bieten hat.

Unser Tagesablauf bestand aus Baguette holen, Frühstücken, Abwaschen, bouldern, ab und zu mal in der Hängematte chillen und erst den Heimweg anzutreten, wenn man die Hand vor Augen nicht mehr sah. Nach einem liebevoll, gemeinschaftlich zubereiteten Abendessen auf dem Gasherd des Hauses gab es noch ein kleines Spiel und ein Schlaflied von „Mama“ Jessi.

Die Tage machten wir die Bekanntschaft mit Kevin und den 14 Räubern (eine monströse Raupenpollonaise), lernten die Wirkung von Tiegerbalsam gegen Raupenausschlag und Fußgeruch kennen (Danke Simone) und fanden sogar ein paar Ostereier.

Abschließend: Ein einziger Traum. 😀

 

Osterklettern in der Provence 2017

Auch in diesem Jahr zog es ein paar der erfurter Kletterbegeisterten über die Ostertage in den Süden Frankreichs. Circa 20 Teilnehmer inklusive Nachwuchs nahmen den langen Weg auf sich und trudelten nach und nach ein.
Environs / Umgebung
Dieses Mal schlugen wir unsere Zelte (und natürlich auch Wohnmobile) auf dem Campingplatz Vallée Heureuse in Orgon auf, zwischen dem Fluss Durance und der Bergkette Alpilles. Der Campingplatz liegt umschlossen von Kalksteinfelsen idyllisch in einem kleinen Tal am Rande des Ortes . Die schattigen Plätzchen unter Bäumen waren angesichts der sommerlichen Temperaturen sehr angenehm, ebenso der zum Campingplatz dazugehörige Swimmingpool. Es war auf jedem Fall ein Ort zum Wohlfühlen aber vor allem auch zum Klettern, denn wo hat man schon den Fels direkt vor der Zelttür.
Ein kleiner See am Fuße des Campingplatzes lud zum Verweilen und zum Staunen ein, denn dort befand sich eine Wakeboard-Anlage, an der so manch einer seine kleinen Kunststückchen zu zeigen versuchte. Wir waren uns aber alle einig, dass wir unsere Kräfte lieber fürs Klettern aufsparen wollten.
Escalade / Klettern
Neben der Felskette rund um dem Campingplatz haben wir auch andere Gebiete erkundet, so sind wir in Cavallion, Mouriès und in der Calanque gewesen.
Jeder kam auf seine Kosten und konnte kleine Erfolge genießen. Den „Neuen“ wurden geduldig verschiedene Kletter- und Sicherungstechniken erklärt und es wurde fleißig geübt.
Geklettert wurde bis Füße und Hände schmerzten. Die Aussage „ich habe im Urlaub Farbe bekommen“ bezog sich bei manchen nicht nur auf eine gesunde Urlaubsbräune, sondern auch auf diverse blaue Stellen am Körper.
So kehrten wir manchmal erschöpft aber dennoch zufrieden zum Campingplatz zurück.
Au-dessus des toits de Cavallion / Über den Dächern von Cavallion
Vom Zentrum der nahe gelegenen Stadt Cavallion ist fußläufig ein beeindruckender Klettersteig zu erreichen. Diese Gelegenheit hatten einige von uns genutzt und sind entweder den Rundkurs „Via Natura“ gelaufen oder für diejenigen, die noch nicht genug hatten, bot sich die Verlängerung „Via Souterrata“ an. Sehr spannend waren die Seilbrücken und die engen Tunnel die wir passieren mussten. Und ganz nebenbei hat man eine herrliche Sicht auf die Stadt und auf die dahinter gelegene Gebirgskette Luberon. Diese 2-Stundentour hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Randonnée / Ausflüge:
Zwischen all der Kletterei wurden hier und da auch ein paar Erholungstage eingeschoben. Je nach Lust und Laune haben wir per Pedes, per Auto oder per Fahrrad die Umgebung erkundet. Die Ziele waren sehr unterschiedlich: Kleine Dörfchen in der Alpilles Region, die Städtchen Saint-Rémy-de-Provence, Maussane und Sénas auf dessen Wochenmärkten man viele Köstlichkeiten entdecken konnte. Touren durch Olivenhaine und Weinberge oder zur Kapelle Notre-Dame de Beauregard, die für das Osterfest wunderhübsch geschmückt war. Aber auch Ziele wie ein Hochspannungsmast und der örtlichen Friedhof gehörten dazu, auch wenn man eher zufällig dorthin geraten war.
Die Nähe zum Mittelmeer hat immer wieder kleine Gruppen in die Calanque gelockt. Das Wetter spielte mit, denn bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen hatten wir die besten Bedingungen für einen Ausflug ans Meer. Es wurde mit Sack und Seil gewandert und natürlich wieder geklettert. Zur Abkühlung ein Bad im Mittelmeer und eine abenteuerliche Mitfahrgelegenheit bei einem französischen Gärtner, bei dem wir auf der Ladefläche zwischen Rasenmäher und Benzinkanister Platz gefunden hatten, machten den Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Culinaire / Kulinarisches
Kulinarische Höhepunkte gab es natürlich auch. Für die einen waren es die allabendlichen Nudeln mit Tomatensoße, andere genossen doch lieber französische Köstlichkeiten, wie Oliven aus der Region, Tapenade und Baguette mit Ziegenkäse oder Schinken. Ein Menü im Restaurant rundete das Ganze noch ab. Wein und Pastis gehörten auch immer dazu und selbst eine Flasche echter französischer Williams Christ hatte sich auf unserem Tisch verirrt. Dieses Birnenkompott war neben frischen Erdbeeren und saftigen Orangen ein ganz besonderer Nachtisch.
Am letzten Tag plünderten wir dann noch den örtlichen Supermarkt, um uns mit diversen Flaschen und anderen Dingen für zu Hause einzudecken, schließlich muss man ja ein ganzes Jahr überbrücken, bis es wieder heißt: „Wir fahren zum Klettern in die Provence.“
Au revoir, à prochaine année!

Susanne Hoffmann

Bildergalerie:

Vallée Heureuse – ein Blick hinunter zum Campingplatz

„Vor der Zelttür“

Kletterfreuden am Meer – Calanque de Morgiou

Kleine und große Klettererfolge.

Abseil-Trockenübungen

… und das Gelernte wurde fleißig umgesetzt.

Schnelle noch alles festhalten.

Erschöpft aber zufrieden am Ende des Tages.

Via Ferrata in Cavallion

… mal luftig und mal eng.

Eine Wanderung in der Calanque …

… bei der wir Wetter und Aussicht genossen.

ohne Worte… 🙂

Trampen auf Französisch 😉

Sonne, Sonne, Sonne – Skitouren in den Albula Alpen 26.-29.3.2017


Im Frühjahr sind die besten Skitourenbedingungen – wenn das Wetter passt. Diesmal konnte selbst der hartnäckigste Pessimist das Alpenhoch nicht vertreiben. Sonne, Sonne, Sonne – also ging´s kurzerhand in die Schweiz auf die Jenatschhütte in Graubünden. Diese garantiert auf Grund ihrer Lage in rd. 2600m Höhe nicht nur beste Schneebedingungen sondern wird im Hüttenführer auch als „Gourmethütte“ für Gaumenfreudenfetischisten angepriesen. Was will man mehr?! Nach unserem 1. Abend kurz unter dem Julierpass mit Jägerlatein-Geschichten von Rotwild, Schneehühnern, Wölfen und ja auch Bären, verbrachten wir die Nacht unter´m Sternenhimmel zusammen mit den oben aufgezählten. Am Morgen dann Start Richtung Jenatschhütte incl. Überquerung des Piz Surgonde und einen schönen Vorgeschmack auf die noch kommenden Abfahrtsfreuden. Die Hütte ist urig, das Team nett, auch wenn wir von der allabendlichen schwitzerdütschen Ansprache vor dem 3-Gänge Menue nur die Hälfte verstehen. Die nächsten 2 Tage sind voll Sonnenschein, schönen Gipfeln und grandiosen Abfahrten bei besten Schneebedingungen und natürlich den abendlichen Gourmetgenüssen. Am Abreisetag wird der Rückweg durch zusätzliche Abfahrten verlängert um das Unvermeidliche – die Rückfaht – noch etwas hinauszuzögern.
Nach einer 800 Hm – Abfahrt bis zum Auto endet unsere 3-tägige Tour mit einem kühlen Blonden in der Nachmittagssonne.

Peter Bodenstein

Sonnenbad

Bärlauchwanderung in den Hörselbergen

19.3.2017  Wanderung entlang der Bärlauchfelder

Und wir haben sie im Bild festgehalten!

Ja, es grünt schon auf dem Kamm des Großen Hörselberges. Nach anderthalb Stunden mit moderatem Anstieg vom Kleinen Hörselberg haben wir sie entdeckt. Zwischen Knotenblumen glänzen die saftig grünen, nach „Knofi“ riechenden Blätter des Bärlauchs.

Magisch angezogen von dieser ersten, satten, den Frühling ankündigenden Farbe hocken elf Wanderer mit gezücktem Handy und halten  diese im Foto fest. Gekostet wird auch, wohl wissend um eine Verwechslung mit den Blättern des Maiglöckchens.

Der Wind pustete uns um die Ohren, hielt uns die dicken über dem Thüringer Wald hängenden Regenwolken vom Laib. Der Inselsberg versteckte sich in ihnen. Nur wenige Wanderer trotzten dem stürmischen Wetter.

Am Hauptkamm angekommen bot sich ein guter Blick Richtung Eisenach zur Wartburg und zum Burschenschaftsdenkmal. Erinnerungen zum Trassenverlauf der alten A4 wurden ausgetauscht. Die Natur holt sich zurück wenn man ihr Zeit lässt.

Auch die Kultur kam nicht zu kurz. Tannhäuser- und Venushöhle zu erkunden. Die Infos  zum Selbststudium und Nachlesen wurden als Flyer verteilt.

Hungrig und vom starken Wind durchgepustet stärkten wir uns im Hörselberghaus bei Hirschbraten mit Rotkohl und Klößen, Gänsebrust und Thüringer Rostbrätel.

Der Rückweg über das Jesusbrünnlein, dem Zapfengrund zum Ausgangspunkt der sechsstündigen Tour dem Bahnhof Wutha-Farnroda verlief wie im Flug bei angeregter Unterhaltung.

Tourguide

Elvira Lehmann

 

 

1. Erfurt Alpin Banana-Cup, Rückblick und Ergebnisse

Am Samstag, den 26.11.16  fand in der Kletterhalle Nordwand der 1. Erfurt- Alpin Kinderkletterwettbewerb statt.
Angemeldet hatten sich 60 Teilnehmer in den Altersklassen 8 – 17 Jahre.
Gegen 10:00 Uhr drängten die Kletterer mit ihren Freunden und Angehörigen  in die Halle.
Anmeldung, Einweisung und dann ging es los.
9 Routen konnten geklettert werden, die 5 besten Ergebnisse kamen in die Wertung.  Die Sicherungskräfte hatten alle Hände voll zu tun.
Pause kam nicht in Frage.  14:00 Uhr endete die Qualifikation.
Das Org- Team machte sich an die Auswertung um möglichst schnell die Teilnehmer für das Finale zu ermitteln.
Kletterer und Gäste vertrieben sich inzwischen die Zeit in der Kletterhalle oder stärkten sich mit einer original „Erfurt Alpin Tomatensuppe“.
15:00 Uhr startet das Finale. Mit großer Spannung verfolgten Eltern, Betreuer und Freunde den Kampf um die Krone des Kletterwettbewerbs.
Gegen 16:30 Uhr rief das Org-Team die Sieger und Platzierten zur Siegerehrung und zur Preisvergabe.

Alles in Allem eine gelungene Veranstaltung.
Sehr gut vorbereitet vom Org- Team um  Simone, Matthias, Daniel und ein reibungsloser Ablauf, dank der fleißigen Helfer.

Ich denke es wird im nächsten Jahr eine 2. Auflage geben.

der Reiner

aus der Helferbrigade

Hier könnt ihr die Ergebnisse als PDF Runterladen
Ergebnisse 1. Erfurt Alpin Banana Cup

 

Hier könnt ihr die Ergebnisse als PDF Runterladen
Ergebnisse 1. Erfurt Alpin Banana Cup

Dem Himmel ein Stück näher – Hüttenwandern in den Dolomiten

1. Etappe: 3-Zinnen-Gebiet / Sextener Dolomiten

Lange hatten wir uns darauf gefreut – und endlich sollte es soweit sein. In der Morgendämmerung des 10. September machten wir uns auf den Weg in das sonnige Italien, im Gepäck eine gut sortierte Ausrüstung, zahlreiche Müsliriegel als Notverpflegung für die nächsten 10 Tage (man weiß ja nie, wie lang der Weg zur nächsten Hütte ist….), eine große Portion Vorfreude und auch ein wenig Aufregung – besonders für mich als Hüttentouren-Neuling.

Wir, das waren Reiner, Andrea, Mathias, Wolfgang, Thomas, Bernd, Miriam und ich; Chris und Beate stießen am nächsten Morgen dazu.

Unser erstes Ziel und Treffpunkt war die kleine Gemeinde Villabassa im malerischen Südtirol, welche wir, nachdem wir uns durch das Getümmel des Brenners gekämpft hatten, im Laufe des Nachmittags dann doch recht entspannt erreichten.

Und jetzt, was nun noch anstellen mit dem Rest des Tages? Reiner, Andrea und Miriam waren schon vor uns da und eigentlich schon wieder weg – auf einem Ausflug zum nahe gelegenen Toblacher See, und auch wir entschieden uns für einen Abstecher zu einem idyllischen Bergsee – dem Pragser Wildsee. An Schönheit kaum zu überbieten lag er da vor uns mit ein paar kleinen Holzbooten auf spiegelglatter Wasseroberfläche, kristallklar und smaragdgrün, umrahmt von einem gewaltigen Bergmassiv….. einfach traumhaft.

Zurück im Hotel – ja, diesen Luxus gönnten wir uns heute noch mal – ließen wir den ersten Abend bei gutem Essen in gemütlicher Runde ausklingen.

Aller Anfang ist steil – Aufstieg zur Zsigmondyhütte

Sonntagmorgen, strahlend blauer Himmel. Nach einem kräftigen Frühstück fuhren wir zur Talstation der Rotwandwiesen-Seilbahn in Bad Moos, von wo aus nun die Hüttenwanderung im 3-Zinnen-Gebiet startete. Mit der Seilbahn oben angekommen, ging es auf dem Alpinisteig über die Elferscharte zum Zsigmondyhütte, welche sich auf einer Höhe von 2235 m befindet. War es anfangs noch ein gemächlich ansteigender Höhenweg, tat sich nach einer Wanderung von ca. 2 Stunden ein kalkweißer steiler Geröllhang auf, den es nun zu bewältigen galt. Am Fuß des Hanges noch eine kleine Stärkung und dann ging es nach oben. Und während die Truppe um Reiner munter nach oben spazierte, kamen mir langsam erste Zweifel an meinen extra für die Tour nach fachmännischer Beratung erstandenen und am heimischen Rennsteig getesteten und für gut befundenen Bergschuhen: es rieb und schmerzte an den Fersen – bei jedem Schritt mehr. Der Abstand zu den anderen wurde größer, aber ich kämpfte mich durchs Geröll, und mit Reiners Beistand war auch ich nach ein bisschen „Verspätung“ oben angekommen. Zu dumm, dass sich Bergschuhe erst am Berg bewähren…. Doch der erste Aufstieg war geschafft, und er wurde mit einem Ausblick belohnt, der die schmerzenden Füße für einen Moment vergessen ließ: zum ersten Mal zeigte sich der Höhenzug mit seiner imposanten Gebirgskette in einer Dimension, die die Wanderwege wie Ameisenstraßen aussehen ließ….

Und weiter ging es zur Zsigmondyhütte, welche wir am Nachmittag erreichten. Das erste Tagesziel war geschafft, und noch nie haben mir eine Apfelschorle und ein Stück Schokokuchen so gut geschmeckt wie in diesem Moment.

Der Montagmorgen war da, und wieder lachte die Sonne aus einem wolkenlosen Blau. Schon in der Früh starteten wir unseren Marsch zum heutigen Ziel, der Drei-Zinnen-Hütte. Unterwegs machten wir Rast an der Büllelejochhütte, welche mit 2528 m über dem Meeresspiegel die am höchsten gelegene Hütte im UNESCO Weltnaturerbe der Dolomiten ist. Cappuccino und ein Platz an der Sonne – so kann man es aushalten! Ein kleiner Abstecher zur Oberbachernspitze war noch drin, nur ich entschied mich, meinen Haxen ein wenig Erholung zu gönnen, blieb an der Hütte, schlürfte noch einen Cappuccino und bewachte die Rucksäcke.

Später angelangt an der Drei-Zinnen-Hütte zogen Reiner, Chris, Bernd und Mathias noch einmal mit Kletterausrüstung los, um den Leiternsteig „Toblinger Knoten“ zu erklimmen, dessen Gipfel sie leider zunächst nicht erreichen konnten, weil der Aufstieg nach einem Blitzeinschlag vorübergehend gesperrt war und zudem ein Gewitter aufzog. Schade… Nach dem Abendessen kam die Abendsonne durch und die vier wagten einen zweiten Versuch und erklommen nun den Toblinger Knoten über die Abstiegsroute.  Von dort konnten sie den Tag mit  einem traumhaften Blick auf die Drei Zinnen und den Paternkofel abschließen.

So ging auch der 3. Tag zu Ende, und nach einem üppigen Abendessen und einem Becher Wein ließ es sich sogar in einem voll belegten 24-Betten-Zimmer ganz gut schlafen.

Klettersteig und Gipfelkreuz
Für den Dienstag stand der Gipfel des Paternkofel auf dem Programm, welcher über einen drahtseilgesicherten Klettersteig, den Via ferrata De Luca Innerkofler, zu erreichen war. Ohne Stirnlampe sollte man hier aber nicht losziehen – der Steig verläuft über mehrere hundert Meter durch einen Stollen im Inneren des Berges. Einige Felsfenster machen wunderschöne Ausblicke ins Tal möglich, welche nur noch durch den Blick auf die Drei Zinnen vom 2744 Meter hohen Paternkofel zu toppen waren.

Der Rückweg zur Drei-Zinnen-Hütte führte über lange Felsbänder, die teilweise auch nicht ohne Drahtseilsicherung begangen werden sollten, über die Gamsscharte, den Schartenweg und erneut über einen Geröllhang, diesmal abwärts, welcher sich noch einmal als Herausforderung in Bezug auf Technik und Trittsicherheit rausstellte. Ein bisschen war es wie Skifahren… Auch diesen meisterten wir, und nach kurzer Pause an der Drei-Zinnen-Hütte nahmen wir den Abstieg (nebenbei erwähnt: das geht auch mit „ausgeliehenen“ Hüttenhausschuhen!) zur Dreischusterhütte in Angriff, von wo aus wir am nächsten Tag in ein anderes Gebiet umsetzen würden.

2. Etappe: Rosengarten
Am Mittwoch starteten wir nach dem Frühstück den Abstieg von der Dreischusterhütte nach Sexten, von wo aus es schließlich über endlose Serpentinen nach Pozza di Fassa ging. Gelegenheit für mich, mir unterwegs neue Bergschuhe zu kaufen, welche mir den Rest der Tour doch weitaus angenehmer machten! Und an dieser Stelle nochmal ein kleines Dankeschön für die vielen gesponserten Blasenpflaster aus all euren Rucksäcken…

Dieser Tag verlief ruhig, und nach dem Einchecken im Hotel Margherita ließen wir ihn am Abend in einer Pizzeria bei einer wagenradgroßen Pizza für jeden ausklingen.

Der Donnerstag begann mit einer Busfahrt zum nächsten Ziel: Campitello die Fassa, von wo aus uns eine Seilbahn zum Col Rodella brachte, einen Ausgangspunkt für viele Wandermöglichkeiten – wieder einmal mit atemberaubendem Blick. Von hier aus führte uns ein gemütlicher Panoramaweg zur Platkofelhütte, unserem heutigen Tagesziel, welche wir schon am frühen Nachmittag erreichten. Langsam kam Regen auf, es wurde neblig und merklich kühler. Dennoch ließen es sich Reiner, Thomas, Wolfgang und Mathias nicht nehmen, den Platkofel zu besteigen, während der Rest der Gruppe den Nachmittag für eine kleine Verschnaufpause nutzte.

Gegen Abend machten Regen und Nebel der Abendsonne Platz, Wolken umhüllten die Gipfel und es zeigte sich uns ein spektakulärer Sonnenuntergang, der an Licht- und Farbenvielfalt wohl kaum zu überbieten ist.

Schon war der Freitag da, unser heutiges Tagesziel war die Vajolet-Hütte mit Zwischenstopp an der Grasleitenpasshütte, von wo aus Reiner, Chris, Bernd und Miriam noch über einen Klettersteig den Kesselkogel bestiegen, dessen Gipfel auf 3002 m Höhe liegt. Wir anderen gingen schon vor zur Hütte und ließen den Tag ruhig zu Ende gehen.

Abstieg und Abschied
Der Samstagmorgen zeigte uns dann bei einem Blick nach draußen, dass man hier doch mit allen Wettern rechnen musste: es hatte über Nacht geschneit. Nicht viel, aber immerhin genug, um die Überquerung des Passes zur Rotwandhütte inklusive Klettersteig, die für heute vorgesehen war, etwas zu riskant erscheinen zu lassen, so dass wir uns dazu entschlossen, einen Tag früher als geplant abzusteigen und die Heimreise anzutreten. Nach einer letzten Wanderung brachte uns die Seilbahn zurück nach Vigo di Fassa, wo wir unsere Autos geparkt hatten.

So vergingen 9 sehr schöne Tage voller Emotionen, Anstrengung und unvergesslicher Momente viel zu schnell, und ich möchte im Namen aller Mitwanderer noch einmal Danke sagen an Reiner für die lückenlose Planung, Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf dieser tollen Tour, und ich freue mich auf ein nächstes Mal…

Susan Engel

 

Vereins -T-Shirt

… wie vielleicht noch bekannt, hatten wir im letzten Jahr einen Wettbewerb gestartet, um das Layout für ein Vereins – T-Shirt zu ermitteln.
Mit dem Sieger – Layout von Hans Böhm wurden in größeren Stückzahlen T- Shirts bedruckt und ausgegeben.
Aktuell verkaufen wir noch die Restbestände für einen symbolischen Beitrag 5,- an Sektionsmitglieder.

Mit dem Layout des 2. Siegers (Susanne Harnisch) wurden Kapuzenpullies bedruckt, die an Trainer und andere Aktive ausgegeben wurden.

Um den Nachfragen  nach T- Shirts und Jacken gerecht zu werden, geben wir euch die Möglichkeit in einer Druckerei und mit Basismaterial eurer Wahl den Druck selbst in die Hand zu nehmen. Die Layout- Dateien stellen wir als Download Verfügung.

Download

Tip:
Aktuell sind in der Druckerei
       m7
Möller Media TV
Johannesstraße 165
99084 Erfurt

die Layouts der Version 2 in den Farben hell- und dunkelgrün (zweifarbig) unter dem Namen „Harnisch“ (August 2016) hinterlegt.

unter dem Link „Textildruck“ findet man den Online- Katalog zur Auswahl des Basismaterials.

Erfurt Alpin Logo

Erfurt Alpin Logo

T-Shirt Version 2

T-Shirt Version 2

T-Shirt Version 1 (vorn)

T-Shirt Version 1 (vorn)

T-Shirt Version 1 (hinten)

T-Shirt Version 1 (hinten)

Alpinklettern im Tannheimer Tal – ein subjektiver Rückblick

Als moderne Nomadin (immer der Finanzierung des Hobbies hinterher) verschlug es mich vor einiger Zeit nach Erfurt. Der Name der Kletterhalle „Nordwand“ und der Sektion des Alpenvereins „Erfurt Alpin“ ließen mein Herz direkt höher schlagen. Hier interessiert man sich scheinbar wirklich für die alpine Welt. Geil!

Nachdem ich abgecheckt hatte, was die Erfurter*innen hier so treiben, schloss ich mich kurzerhand der Gemeinschaftsfahrt ins Tannheimer Tal zum Alpinklettern an.

Mit von der Partie waren: Chris, Reiner, Andrea, Maren, Corvin, Noah, Hans, Elvira, Sven, Beate, Katrin, Roland, Christoph und ich.

Das ich die einzige Mittzwanzigerin war, störte mich nicht weiter. Dennoch frage ich mich: wo sind sie denn, die bergliebenden Menschen in meinem Alter. Puh…womöglich näher an den Alpen. Denn wie wir alle wissen, liegt Erfurt ein paar Autostunden und Staus entfernt, von dem Ort an den sich das Herz eines jeden Menschen mit Bergaffinität sehnt.

Stau, Aufstieg und Holunderschorle

Am Freitag den 30. September starteten wir alle nach der Arbeit bzw. Schule Richtung Österreich. Nach seeeehr viel Stau und einigen Pinkelpausen erreichten wir staffelweise den Talort Nesselwängle, verfrachteten unsere Rucksäcke in die Seilbahn und konnten im Dunkeln einen sportlichen Aufstieg zum Gimpelhaus (1659 m) hinlegen. Gegen 21 Uhr waren alle auf der Hütte angekommen. Bei Holunderschorle und Bier besprachen wir den anstehenden Tag und teilten uns in Seilschaften auf. Mindestens eine Person, die vorsteigen möchte und zwei Personen, die nachsteigen. Check! Noch ein letztes Getränk und dann ab ins Bett! Noah, Hans und ich schliefen im Lager, während alle anderen die Luxusvariante in Anspruch nahmen und sich zwei Zimmer teilten.

„Hüttengrat“, „Zeit zum Fädeln“, „Paradies“ und „Wirklich oben bist du nie“

Am Samstag machten wir uns nach dem Frühstück auf dem Weg zu den Felsen. Wir kletterten alle den einfachen, aber sehr schönen Hüttengrat (4-). Einfaches Gelände und ständig Bohrhaken vor meiner Nase: perfekt für die erste Kletterei des Tages! Noch recht neu beim Alpinklettern, aber mit den gängigen Sicherungsmethoden und dem Standplatzbau vertraut, führte ich eine Mädelsseilschaft an. Frauenpower pur! Nach etwas Stau am Einstieg, wir waren immerhin eine große Gruppe, konnten wir dann endlich dem sehnsüchtig erwarteten Klettergenuss frönen und bahnten uns locker flockig den Weg nach oben. Auschecken, Klettern, Klippen und irgendwann mal einen Standplatz bauen. Es ist wunderbar nichts zu hören, außer den Wind, den eigenen Atem und das Klippen der Exen!

Irgendwann, auf dem Weg nach oben, traf ich auf ein Pärchen, ER stieg vor, SIE stieg nach…eine Konstellation die sich oft beobachten lässt, insbesondere bei Pärchen. Nachdem ich den Stand überklettert hatte an dem der Hüttengrat und die Route, die die beiden kletterten zusammenliefen, meinte ER, dass ich ihn rufen könne, sollte ich Hilfe brauchen. Ich habe mich darüber gewundert und, um ehrlich zu sein, auch etwas geärgert. Gehören Frauen, die selbstständig eine Seilschaft anführen nicht schon zum normalen Bild in den Bergen?

Wir ließen die beiden hinter uns, genossen die letzten Seillängen im Kalk des Hüttengrates. Oben angekommen waren wir alle stolz wie Bolle und wollten mehr.

Am Gipfel teilte sich die Gruppe auf. Zwei der drei jüngsten im Bunde, Hans und Noah, nahmen sich die Route „Wirklich oben bist du nie“ (6+) vor. Elvira, Sven und Chris stiegen in die Route „Zeit zum Fädeln“ (5+) ein. Der Rest der Crew bestieg noch in einer anspruchsvollen Wanderung den Gimpel (2173 m) und Jürgen, Christoph und ich suchten den Einstieg zur Route „Paradies“ (6+).

Dieses Unterfangen stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Wir stiegen in eine Route ein, von der wir annahmen es sei „Paradies“. Kurze Zeit später mussten wir feststellen, dass der Routenverlauf nicht mit dem im Topo übereinstimmt. Na egal…macht ja  trotz Verwirrung beim Routenverlauf und Bohrhakengesuche Spaß, also weiter. So kletterten wir die gebohrte Route, von der wir annahmen es sei der Einstieg zu „Paradies“ und trafen nach 2 Seillängen auf „Zeit zum Fädeln“ und somit auf die andere Seilschaft.

Die erste Seillänge der Route, dessen Namen wir nicht kennen, stieg Jürgen vor, die zweite übernahm ich. Als ich mich mit der Situation konfrontiert sah, von dem Wandvorbau auf die dahinterliegende Wand in eine Verschneidung zu klettern, habe ich mich dann doch etwas gegruselt. Aber jeder kennt sie ja wohl, diese teilweise nicht gerechtfertigte Angst vorm Stürzen. Gut zu klettern war sie trotzdem, diese Seillänge, und ehe ich mich versah, fand ich mich am nächsten Standplatz bei Chris und Elvira wieder. Die beiden weiteren Seillängen wollte ich dann jedoch nicht mehr vorsteigen, da mir der Gruselfaktor zu hoch (hier waren die Hakenabstände dann doch ein wenig größer) und mein Fokus schon zu verbraucht war. Da wir als Dreierseilschaft unterwegs waren und noch die andere Dreierseilschaft vor uns hatten, kamen wir nur langsam voran und stiegen die letzte Seillänge auf, während sich die anderen schonwieder auf dem Weg nach unten befanden. Langsam wurde es dann etwas ungemütlich, da sich die Sonne nicht mehr blicken ließ. Deshalb war ich froh, als ich am Wandfuß in meine Fleecejacke schlüpfen und mich mit meiner Seilschaft Richtung Abendessen und Radler aufmachen konnte.

Was für ein guter Tag!

Nebel, Regen und GoreTex

Juhuuuu, Klettern!

Ah ne, doch nicht….

Ein Blick aus dem Fenster am Sonntag Morgen zerstörte diese Illusion. Es regnete! Es regnete viel! Mist!

Der Regen hielt uns zwar vom Klettern ab (obwohl wir noch überlegten die Klettersachen und Seile mitzunehmen, um dann wenigsten ein paar Routen im Klettergarten ziehen zu können), aber nicht davon rauszugehen und zu wandern, GoreTex sei Dank!

Wir machten uns auf zur Roten Flüh und bahnten uns unseren Weg über rutschigen Fels bis auf 2100 m. Von dort aus führte uns ein leichter Klettersteig (so leicht, dass kein Klettersteigset notwendig ist) weiter über den Grat. Am Ende dessen schließt sich der schwierigere Friedberg Klettersteig an. Da es aber einfach zu nass war, entschieden wir uns diesen nicht zu begehen sondern stiegen und fuhren durch Geröll ab. Hungrig  erreichten wir die Otto-Mayr-Hütte und ließen uns Kaiserschmarren, Suppe und Käsespätzle so richtig schmecken! Die Portionen waren so groß, das wir munter unser Essen untereinander tauschten.

Schon bald brachen wir wieder auf und stiegen 600 m über eine Scharte auf, um wieder auf die andere Seite des Grates zu gelangen. Nach dem Bestaunen einiger Klettermöglichkeiten, die uns für diesen Tag verwehrt blieben, rutschten wir über matschige Wege hinunter zum Gimpelhaus.

Nach diesem Tag lohnte es sich tatsächlich die Sachen in den Trockenraum zu hängen, sofern man noch einen Platz fand. Das Gimpelhaus war nämlich sehr voll und der arme Mensch, der für die Bedienung zuständig war, hoffnungslos gestresst.

Ich gönnte mir mit zwei weiteren Mädels erstmal eine Dusche. Auf dem Gimpelhaus gibt es eine Duschzeit von 4 Minuten! Viel zu lang für eine Person. Also duschten wir zu dritt. Das ist ohnehin mit viel mehr Spaß verbunden. Frisch geduscht ließen wir gemeinsam mit den anderen bei Holunderschorle (mein absolutes Lieblingsgetränk in den Bergen) den Tag ausklingen.

Schnee? Schnee!

Hoffnungsvoll erwarteten wir den nächsten Tag, an dem wir so gern Klettern wollten. Ein paar andere Seilschaften starteten trotz der eher ungünstigen Wetterprognose Richtung Fels. Nichtmal eine halbe Stunde später kehrten sie wieder zurück – es schneite, es schneite viel!

Uns blieb bei diesem Wetter nichts anderes übrig als abzusteigen. Beim ersten Schnee dieser Wintersaison und herrlich erfrischender Luft sprangen wir wie die jungen Gamsen nach unten, wünschten allen aufsteigenden Kletterwilligen viel Erfolg bei dem Schnee und freuten uns, dass unsere Rucksäcke von der Seilbahn nach unten verfrachtet werden – was für ein Luxus!

Um an diesem Tag doch noch die Unterarme zu strapazieren, machten wir Halt in der Kletterhalle in Neu-Ulm. Da es wieder Unmengen an Stau gab, dauerte es eine Weile, bis wir an unserem Zwischenstopp angelangten. Hier konnten wir alle nochmal kräftig Klettern. So verweilten wir einige Stunden in der Kletterhalle, die mit 20 Metern Höhe einiges an ausdauernden Routen zu bieten hat.

Sven, Jürgen und ich bildeten die Schlusslichter als es an die Heimfahrt ging. Wir trafen aber nochmals auf den Rest der Gruppe, da der Bus von Chris eine Reifenpanne hatte. So gesellten sich noch Noah und Katrin mit zu uns ins Auto, was zu einer wunderbar lustigen und kuscheligen Heimfahrt führte.

Alle, die wegen der Reifenpanne nicht mehr weiterfahren konnten, mussten noch eine weitere Zwischenstation mit Übernachtung einschieben und erreichten Erfurt mit einem Tag Verspätung.

Zurück bleibt nun die Freude über das Erlebte, auch wenn wir nur an einem Tag alpine Kletterrouten begehen konnten.

Can´t wait for the next climbing season!

Berg frei

Maria

 

 

Gran Paradiso Überschreitung (4.061m)

Gran Paradiso Überschreitung (4.061m)

 

Unsere Tour auf den Gran Paradiso begann im wunderschönen Valsavarenche-Tal. Nach der langen Autofahrt stand bei bestem Wetter der Aufstieg zum Rifugio Vittorio Emanuele II an. Der Weg führte uns von Pont durch das schöne, von mehreren schneebedeckten Drei- und Viertausendern umgebene, Tal. Nach einer Viertelstunde ging es steil in den dichten Lärchenwald. Eine Stunde später erreichten wir die Moncorvé-Hochebene und kurz darauf die 2.732 Meter hoch gelegene Hütte, welche für die nächsten zwei Tage unser Basislager bildete.

 

Am zweiten Tag nahmen wir uns zur Akklimatisierung den Tresenta (3.609m) als Einstiegsberg vor. Wir starteten am frühen Morgen bei leichten Minusgraden. Es ging über große Schuttmoränen zum Moncorvé-Gletscher. Dort angelangt gaben Chris und Stephan eine kurze Einführung zum Gehen mit Steigeisen und Eispickel. Die Sonne hatte es noch nicht über die Bergkämme geschafft, so dass es unangenehm kühl war. Nach dem kleinen Crashkurs ging es die steilen Firnhänge des Tresenta hinauf. Das letzte Stück zum Gipfel verlief über den gerölligen Nordwestkamm. Auf dem Gipfel erwartete uns eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge, die weite Po-Ebene und ein zugefrorenes Gipfelbuch. Nur der Gran Paradiso hüllte sich weiterhin in Wolken. Da hier kein Wind wehte und die Sonne nun ordentlich schien, wurde es angenehm warm. Nach einer kleinen Pause mit Gipfelfoto, gefrorenen Gummibärchen und harter Schokolade ging es über die gleiche Route zum Abstieg. Am Gletscher absolvierten wir noch ein paar Übungen zur Spaltenbergung. Langsam zogen Wolken auf und es begann leicht zu schneien. Es wurde wieder merklich kühler und wir beeilten uns zur Hütte zurück zu kommen.

 

Der nächsten Tag sollte mit der Gran Paradiso-Überschreitung den Höhepunkt unserer Reise bilden. Das Frühstück stand 4:30 Uhr für uns bereit. Dieser Morgen war noch ein bisschen kühler, als der vorherige. Der kleine See vor der Hütte war mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Um 5:30 Uhr starteten wir, vom Vortag gut akklimatisiert, im Dämmerlicht. Das Wetter versprach gut zu werden und der Gipfel war wolkenfrei. Unser Weg führte auf der Westseite des Berges entlang, sodass wir den ganzen Morgen im Schatten liefen. Erst auf circa 3.600 Metern sahen wir endlich die Sonne. Doch spürbar wärmer wurde es auch jetzt nicht. Auf dem vereisten Rücken kam ein unangenehmer eisiger Wind hinzu, der den Neuschnee des Vortages in jede Ritze der Kleidung wehte. Die letzten Höhenmeter auf den Gipfel mit der Madonna erfordeten zum Teil ausgesetzte Blockkletterei (II). Deshalb behalfen wir uns an dieser Stelle mit einem Fixseil. Für einige von uns war es der erste Viertausender. Die Aussicht war grandios. Keine einzige Wolke trübte das Panorama von Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und weiteren der höchsten Alpengipfel. Da der Wind sich gelegt hatte und die Sonne nun kräftig schien, empfanden wir die -10°C als recht angenehm. Nach den obligatorischen Gipfelfotos aßen wir gefrorene Müsliriegel und Schokolade mit Blick auf die 3.500 Meter tiefer gelegene und über 40 °C wärmere Po-Ebene. Über den schönen Lavaciau-Gletscher, durch reichlich Pulverschnee, vorbei an tiefen Gletscherspalten stiegen wir zur Rifugio Fedrico Chabod (2.710m) ab.

 

Am vierten Tag entschied sich ein Großteil der Gruppe für den geruhsamen Aufstieg zum Col du Grand Neyron (3.252m). Die immer noch Kletterhungrigen nahmen sich die Becca di Montandayne (3.838m) vor. Der Gletscherrückgang machte jedoch diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung und erzwang  die Umkehr bereits am Pass Colle Bonney. Zuvor musste bereits eine Felspassage und ein 35° Eisanstieg am Fixseil überwunden werden. Zu guter Letzt stand noch eine 240-Meter-Abseile über einen Eisfall an.

 

Am letzten Tag gingen wir bei unverändert schönstem Wetter zurück ins Valsavarenche-Tal. Dort endete unsere erlebnisreiche Hochtour.

Hans Böhm

Unsere Jugendfahrt ins Elbsandsteingebirge

20160506_083221Am Donnerstag, den 5. Mai 2016 starteten wir – Lisa, Lotta, Henrike, Hans, Simone und Sandy – unsere Reise nach Sachsen. 7.10 Uhr trafen wir uns alle am Bahnhof in Erfurt, um 7.27 Uhr mit dem ICE nach Dresden zu fahren, wo wir auf die Jugendgruppe von André (Max, Hans und Lukas aus der Nähe von Senftenberg) warteten. Zusammen ging es dann weiter mit der S-Bahn nach Bad Schandau. Nach der Zugfahrt folgte die Fahrt mit dem Bus durch das Kirnitzschtal bis zur Neumannmühle, die wir uns allerdings anders vorgestellt hatten. Die ersten Hindernisse waren also zu erwarten, weil am Donnerstag Männertag war und viele andere in denselben Bus wollten wie wir. Da wir alle große Rucksäcke mit Isomatten daran hatten, sind wir immer zwischen den Sitzen stecken geblieben. Nach einigen blöden Blicken und Bemerkungen der Mitfahrer schafften wir es dann endlich einige Sitzplätze zu ergattern. Jetzt wartete schon die nächste Katastrophe auf uns: Übelst besoffene Männer mit jeweils zwei Bierflaschen in den Händen. Der Eine hat gesungen, der Zweite benutzte in jedem Satz „Alter“ und der Dritte hauchte uns die ganze Zeit mit seinem „leckeren“ Bieratem an. Jeder kann sich vorstellen, dass diese Busfahrt für uns ein Albtraum war. Kaum angekommen, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und quetschten uns nach draußen. Da wir keine Zeit verlieren wollten, machten wir uns gleich auf den Weg zur Boofe. Der erste Abschnitt war angenehm zu laufen, bis wir vor uns die Treppen sahen. An dieser Stelle meinte dann André zu uns, dass das Schlimmste noch vor uns liegt. Immer weiter mussten wir die Treppenstufen hoch und wir fragten uns, ob diese überhaupt ein Ende hatten, aber dann kam langsam die Boofe zum Vorschein. Ab diesem Zeitpunkt erschien uns der Weg viel kürzer. Als wir ankamen, fanden wir die Boofe am Kleinen Lorenzstein, Ostterrasse relativ voll vor, doch im Vergleich zu den folgenden Tagen war sie leer. Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann bei herrlichstem Wetter schon auf den ersten Gipfel, den „Kleinen Lorenzstein“. Eigentlich wollten wir nur den „Alten Weg“ klettern, wählten aber den falschen Ausstieg und so war der Weg dann deutlich schwerer. Nachdem wir so einen ersten Eindruck von der sächsischen Kletterei gewannen, ging es an das „Rabentürmchen“, das gut für Anfänger geeignet ist, die Vorsteigen üben wollen. Zum Tagesabschluss gingen wir noch an die „Lorenzsteinnadel“ und kletterten einen weiteren Weg. Am Abend gab es dann Nudeln, die von den Mädels gekocht wurden. Erschöpft und Müde gingen wir dann alle schlafen.

Am zweiten Tag erwartete uns beim Aufwachen der wundervolle Sonnenaufgang, der die sowieso schon schöne Kulisse in rotes Licht tauchte. Obwohl wir alle noch müde waren, standen wir langsam auf, um möglichst schnell nach dem Frühstück an den Felsen zu kommen. Auf dem Plan stand die Begehung des „Großen Lorenzstein“, der nicht weit weg und in Sichtweite unserer Boofe war. Nach einem abenteuerlichen Pfad am Abgrund kamen wir dann am Felsen an. Wir zögerten nicht lange, bildeten zwei Seilschaften (je eine Mädchen und Jungsseilschaft) und machten uns auf den Weg nach oben. Auf dem Gipfel angekommen, traten wir direkt den Weg zum Gipfelbuch an, der wie sich herausstellte doch etwas länger war als vermutet. Wir dachten auch nicht, dass wir nun noch einen weiteren Kamin hinaufklettern mussten. Nach gefühlt einer halben Ewigkeit waren wir dann endlich alle auf dem Gipfel, trugen uns in das Gipfelbuch ein und mussten feststellen, dass noch ein weiteres Problem auf uns wartete: Unser Seil für die Abseile am Gipfelbuch war zu kurz, da es aber noch eine zweite Abseile gab, sind wir dann zu dieser gegangen. Hier mussten wir uns erst über einen Baum zur eigentlichen Abseile abseilen, dort angekommen haben wir uns in das zweite Seil eingebunden und dann ging es zurück auf den Boden. Nachdem alle unten angekommen waren, ging es dann auf den Pfad zurück zur Boofe, wo das Mittagessen schon auf uns wartete. Nach der Mittagspause teilten wir uns wieder in zwei Gruppen, die eine ging noch einmal an das „Rabentürmchen“ und die andere kletterte am „Kleinen Lorenzstein“ noch ein zwei Wege. Nach dem anstrengenden aber auch schönen Tag sorgten die Jungs diesmal für das Abendessen. Es gab Käsespätzle. Nach Einbruch der Dunkelheit entschieden wir uns dazu noch eine Runde „Werwölfe von Düsterwald“ zu spielen. Ein ereignisreicher Tag endete für uns.

Am dritten Tag bestand der Morgen darin, die Rucksäcke wieder zu packen und uns auf den Weg zum Parkplatz zu machen, wo Lottas Eltern auf uns warteten und unsere Rucksäcke entgegen nahmen. Weiter ging es dann mit einer Wanderung entlang des Flößersteiges im Kirnitzschtal zu einer Hütte in Bad Schandau, die unser nächster Schlafplatz werden sollte. Wir legten einen Zwischenstopp am „Heidematz“ ein und kletterten den „Alten Weg“ sowie den „Nord-Ost-Weg“. Danach wanderten wir motiviert weiter und in der Zwischenzeit kauften Simone und Lisa schon für unser Abendessen ein. Angekommen, gab es dann kein Halten mehr und Lotta, Henrike, Simone, Sandy und André stürmten in die eiskalte Kirnitzsch. Den vorbeifahrenden Autos winkten wir mit Begeisterung zu, was bei den Autofahrern wahrscheinlich eher für Verwirrung sorgte. An diesem Abend wurde gegrillt, außerdem gab es einen Rückblick in die Geschichte des Kletterns. Bei diesem wurde uns gezeigt wie geklettert, gesichert und abgeseilt wurde. Danach haben wir wieder „Werwölfe“ gespielt.

Am nächsten Morgen wachten wir in der Hütte auf und frühstückten gemütlich. Deshalb mussten wir dann später zum Bus rennen, um ihn nicht zu verpassen. Mit der S-Bahn fuhren wir von Bad Schandau nach Rathen, wo wir ausstiegen und noch zum „Laasenturm“ klettern gingen. Dort verbrachten wir den restlichen Tag, bevor wir mit der S-Bahn nach Dresden fuhren. Wir verabschiedeten uns von André und seinen 3 Jungs sowie von Lotta und gingen noch etwas für die weitere Zugfahrt einkaufen. Mit dem ICE kamen wir schließlich gegen 20.30 Uhr wieder in Erfurt am Bahnhof an.

Alle Gipfel, die wir erklommen haben sind sehr zu empfehlen.

Zum Schluss wollen wir noch unseren Trainern Simone und Sandy danken, die nicht nur eine tolle Boofe ausgesucht haben, sondern auch die ganzen Tage von früh bis spät für uns gesorgt haben. Es war eine sehr schöne Fahrt in die Sächsische Schweiz bei wunderschönem Wetter, die wir JEDERZEIT WIEDER mitmachen würden!!!

 

geschrieben von Henrike Schulz und Lotta Willing

Zwischen Vogelherd- und Schnarcherklippen – Klettern im sonnigen Harz

THO_7241Am ersten Juni-Wochenende hieß es für uns wieder: Rucksack, Helm und Kletterschuhe packen und raus an die Felsen. Dieses Mal hatte Werner für uns ein Ziel im Harz ausgewählt – Schierke sollte es sein. Und alles passte: tolle Unterkunft mit top ausgestatteter Küche und Grillplatz inmitten der urigen Landschaft des Nationalparks, und auch das Wetter ließ keine Wünsche offen.
Noch am Freitagabend starteten wir eine kleine Wanderung hin zu dem Felsen, der sich Schnarcherklippe nannte und an dem wir uns am nächsten Tag austoben wollten. Ein ausgetretener Pfad führte uns durch einen naturbelassenen Wald zu Steinformationen, die eher an aufeinander gestapelte Pfannkuchen erinnerten. Und schon waren sie da, die ersten fragenden Blicke: wie soll man da denn klettern…?? Nach eingehender Betrachtung jedoch waren wir uns schnell einig: hier ist für jeden was dabei!

Nachdem wir später – zurück an der Hütte – den Abend mit Grillen und einer Theoriestunde in Sachen Materialkunde ausklingen ließen, machten wir uns am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein und voller Erwartungen auf den Weg. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Unzählige Routen und Möglichkeiten taten sich auf, Werner und Uwe standen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, und so verging dieser Tag wie im Flug. Erschöpft und zufrieden traten wir gegen Abend den Rückweg an, zauberten später in Teamwork ein leckeres Abendessen und versammelten die hungrige Meute um den XXL-Esstisch, um bei Spaghetti Bolognese, Obstsalat und dem obligatorischen Gläschen Schierker Feuerstein den Tag Revue passieren zu lassen … schön war´s!

Der Sonntag dann machte seinem Namen alle Ehre: schon am frühen Morgen lachte uns die Sonne aus einem wolkenlosen Himmelblau entgegen, und heute wollten wir die Vogelherdklippen erobern. Kaum am Felsen angekommen, machte sich Werner daran, die besten Routen auszuwählen und vorzubereiten, während der Rest der Truppe dreimal das Gestein umrundete und inspizierte. Und wieder waren da Verschneidungen, Risse, Überhänge und auch „schöne gerade Wände“, so dass jeder das Richtige für sich fand.

Mit einer Menge Spaß, Schweißtropfen und einigen Zitterpartien ging auch dieser Tag viel zu schnell vorüber, und somit neigte sich ein Wochenende voller neu gewonnener Erfahrungen, Spaß und vielen Eindrücken dem Ende zu.
Und wieder einmal geht unser Dank vor Allem an Werner für die lückenlose Organisation und Durchführung der Tour, an Uwe für seine geduldige Unterstützung und nicht zuletzt an jeden Einzelnen der Truppe für das reibungslose Zusammenspiel, welches einen solchen Ausflug erst perfekt macht.

Susan Engel

 

27.07. -31.07.16 Hochtour im Silvretta

Ziel unserer diesjährigen alpinen Hochtour war das Silvretta Gebiet. Die Planung orientierte sich an dem DAV Prospekt „Silvretta- Runde“.

Gestartet sind wir am Mittwoch vom Parkplatz „Bielerhöhe“ (2.037 m).  Ziel war erst einmal die Wiesbadener Hütte (2.341 m).
Wir hatten uns kaum für den Aufstieg fertig gemacht, da zog eine dicke Regenwolke auf, die uns auf dem 2 h Zustieg zur Hütte richtig gut einweichte.
Der Donnerstag begrüßte uns mit Sonnenschein. Auf dem Plan stand die Dreiländerspitze (3169 m). Eine herrliche Rundsicht belohnte uns für den mühsamen Aufstieg. Auf dem Rückweg nahmen wir noch etwas den Vermuntgletscher in Augenschein.
Den Nachmittag ließen wir auf der Terrasse der Wiesbadener Hütte bei einem riesigen Kaiserschmarren ausklingen.

Der Freitag versprach anstrengend zu werden. Ziel waren der Piz Buin (3312 m) und die Tuoi Hütte (2250 m) auf Schweizer Seite. Über den Ochsentaler Gletscher erreichten wir den Einstieg zum Gipfelsturm auf den Piz Buin. Viele Seilschaften tummelten sich am Einstieg und auf dem Weg zum Gipfel. Nach der übliche Prozedur am Gipfelkreuz ging es auf gleichem Weg zurück.  Es folgte der Abstieg ins Val Tuoi zu unserem Tagesziel der Chamonna Tuoi (2250 m). Eine gemütliche kleine Hütte mit freundlichem Wirt.

Das Wetter war auch am Samstag noch auf unserer Seite. Ziel war die Jamtalhütte (2165 m). Auf dem Weg dorthin mussten wir erneut den Silvrettahauptkamm überqueren und erklommen bei der Gelegenheit noch die hintere Jamtalspitze (3178 m). Am Abend zog dann ein Gewitter durch und nahm auch das schöne Wetter mit.

Der Sonntagmorgen war verregnet. Zügig verließen  wir das Jamtal über die Getscherscharte (2839 m) in Richtung Silvretta Stausee.

Sonntag 13:00 Uhr endete eine schöne erlebnisreiche Tour auf dem Parkplatz Bielerhöhe.

Über die Schwierigkeit mag man geteilter Meinung sein. Ich würde die Tour als mittelschwer einstufen.
Die Gipfel wurden allgemein mit PD (wenig schwierig) eingestuft.  Die leichte Kletterei an der Dreiländerspitze und am Piz Buin war unkritisch.
Mir machten eher die Anstiege zu Schaffen. Das wiederum  war wohl für die jungen Leute das kleinere Problem.
Eine neue Erfahrung war das Gehen in weglosem Gelände, da die Übergänge in die Schweiz und wieder nach Österreich so gut wie nicht markiert waren.

Alles in Allem eine empfehlenswerte Tour mit schönen landschaftlichen Eindrücken.

Danke an die Teilnehmer. Es hat wieder Spaß gemacht mit euch.

Nach der Tour ist vor der Tour….

der Reiner

 

Jugendfahrt Tennengebirge

Die Sommerferien haben gerade erst begonnen und trotzdem treffen sich 5 Schüler freiwillig und gut gelaunt am Samstag um 6 Uhr morgens bei Chris? Na klar, “Der frühe Vogel fängt den Wurm“ und 4 Tage Jugendfahrt zur Laufener Hütte wollen gut genutzt werden.

Nach 6 Stunden Fahrt trafen wir endlich auf dem Parkplatz in Abtenau ein. Nachdem das Gepäck verteilt war, machten wir uns an den Aufstieg. Bei den hohen Temperaturen, dem schweren Gepäck und dem steilen Weg, war das keine leichte Aufgabe. 4 Stunden später war es vollbracht: Wir waren auf der 1726m hoch gelegenen DAV Hütte angekommen. Empfangen wurden wir von den Hüttenwirten sowie Jugendlichen und Trainern der Sektion Weimar, mit denen wir diese Fahrt unternahmen. Nachdem wir unser gemütliches Lager bezogen hatten, gab es auch schon leckere Nudeln mit Tomatensoße. Vor dem Schlafen veranstalteten wir noch eine lustige Kissenschlacht, mit dem Ergebnis, dass ein Kissen ohne Bezug übrigblieb.

Der Sonntag begann erst um 9 Uhr. Draußen war es neblig, kühl und durch den nächtlichen Regen nass. Trotzdem ging es nach dem Frühstück raus, wo uns vier verschiedene „Stationen“ erwarteten. Einmal sollten wir eine Felswand ohne Hände hochlaufen, dann probierten wir, wie viele Kinder in einen Biwaksack passen, danach spielten wir ein sehr lustiges und kurioses Spiel: „Steinekacken“. An der letzten Station knoteten zwei Mannschaften um die Wette. Aufgrund der Wetterlage ging es danach zurück zur Hütte. Dort ließen wir nun uns Kartoffelpuffer schmecken. Den restlichen Nachmittag verbrachten einige mit Spielen, andere mit Kissenschlachten und wieder andere mit der sehr emotionalen Angelegenheit Zwiebeln und Speck für die Linsensuppe zu schneiden.

Fazit der Kissenschlacht an diesem Abend: 3 Kissen ohne Bezug.

Der Montag war immer noch kühl, aber nicht mehr so nass und neblig wie der Sonntag. Am Vormittag übten einige mit Chris das „Abseilen“. Nach der Brotzeit ging es für alle an den Fels. Erst am „Marterl“ mit sehr leichten (2+), bis zu Routen, welche auf Reibung basierten (5+). Danach kletterten wir an der Wand „Gallisches Dorf“. Hier gab es auch anspruchsvollere Routen von 3 bis 6-. Manche kletterten danach noch im Sektor „Wasserrillen“ mit Schwierigkeiten von 4 bis 7-. Andere gingen zurück zur Hütte, erkundeten die Gegend, oder wagten sich ein kleines Stück in eine der vielen Höhlen hinein. Unsere hungrigen Mägen füllten wir am Abend mit Kartoffelbrei und Wurstgulasch sowie Kaltschale zum  Nachtisch. Danach wurde gespielt und die letzte Kissenschlacht der Fahrt veranstaltet.

Fazit hier: 5 Kissen ohne Bezug.

Der Dienstag begann mit dem letzten gemeinsamen Hüttenfrühstück. Danach war Sachen packen, Lager aufräumen und Kissen beziehen  angesagt.   Bei herrlichem Sommerwetter ging der Abstieg wie von selbst. Nach etwa 2 Stunden hatten es auch die Letzten geschafft.

Jede schöne Fahrt geht einmal zu Ende und so verabschiedeten wir uns am Dienstag gegen 20:00 Uhr von Chris, unserem Betreuer, Trainer, Fahrer und Koch.

 

Larissa Hirn

 

 

Neuzugänge in der Biblothek

Frankenjura April 2016

IMG-20160424-WA0005Novemberwetterprognosen mit Aussicht auf Regen und Schnee konnten uns nicht davon abhalten, das geplante Kletterwochenende im Frankenjura in Angriff zu nehmen – für einige von uns das erste Mal „Draußenklettern“. So machten wir uns am Freitagnachmittag gut gerüstet bei noch strahlendem Sonnenschein auf den Weg – voller Vorfreude und Spannung auf das, was da nun kommen würde.

Um 19.30 Uhr standen wir 3 Mädels (Manu, Marion und Susan) dann vorm „Zehnerstein“, dem vereinbarten Treffpunkt; für einen ersten Kletterversuch doch schon etwas spät. So packten auch Anka, Birgit, Werner und Gerald, die schon eifrig am Fels waren, ihre Sachen zusammen und gemeinsam bezogen wir unser Quartier, um den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen dann die Überraschung: die Wetter-App hatte Recht! Es war bewölkt und kalt und pünktlich beim Aufbruch zum „Weißenstein“, dem Tagesziel, fielen die ersten Tropfen. Egal, los ging es! Schließlich hatten wir alle kräftig gefrühstückt und waren voller Motivation – was machten da schon ein paar Regentropfen?

Steve kam am frühen Samstagmorgen dazu, und gegen Mittag hatten dann auch Susanne und Elvira den Weg zu uns gefunden.

Die Zeit verging wie im Flug, jeder fand die passende Route für sich und probierte sich aus; die Erfahrenen unter uns halfen den Felsenneulingen, standen mit Rat und Tat zu Seite und motivierten einfach immer im richtigen Moment :o)

Und ja, es war wirklich etwas Anderes als die Kletterrouten in der Halle – zahlreiche Möglichkeiten nach oben, die genutzt und teilweise gesucht und gefunden werden wollten, scharfkantige kleine Fingerlöcher, die an klammen Händen besonders gemein sind, und Tritte, die sich gut getarnt im Gestein verbergen konnten.

Doch an diesem Samstag meinte es Petrus gar nicht gut mit uns – es wollte einfach nicht aufhören mit dem Nass von oben. So beschlossen wir, gegen 15.00 Uhr – durchgefroren, hungrig und erschöpft – die ungemütlich kalten nassen Felsen für einen ebenso nassen Waldboden zu tauschen und machten uns, nach einem wärmenden Café-Besuch und bestückt mit bunten Regenschirmen, auf einen Spaziergang entlang des „Fuchsweges“ in Betzenstein, ein überaus empfehlenswerter kleiner Wanderweg zwischen Felsen und Moos in einem üppig grünen Buchenwald. Herrlich….!!

Der Sonntag erwartete uns mit blauem Himmel (na gut, ein paar Wölkchen und Schneekrümel waren zwischendurch auch da, aber die haben wir schon wieder vergessen) und gefrorenem Boden. Nach kurzem Zögern auf Grund der Temperaturen (das Auto-Thermometer zeigte gerade einmal +1°C an) waren wir um 9.00 Uhr wieder am „Weißenstein“, um wenigstens noch einmal für 2 Stunden am Felsen zu klettern, bevor es dann in die nächstgelegene Kletterhallte gehen sollte. So war der Plan. Doch irgendwie ließ uns der Felsen nicht los, und so verbrachten wir einen weiteren Tag damit, uns am Gestein auszutoben, viele wertvolle Tipps von Werner in die Tat umzusetzen und verschiedene Routen zu klettern, bis wir am Nachmittag dann ausgepowert und glücklich über unsere kleinen und großen Erfolgserlebnisse der letzten beide Tage die Heimreise antraten – natürlich nicht ohne einen Zwischenstopp im Café mit heißer Suppe, Kaffe und Kuchen.

Zusammenfassend kann ich im Namen aller Teilnehmer dieser Tour sagen: wir haben viel mitgenommen, jeder für sich, und wir danken Werner für seine wunderbare Vorbereitung und unendliche Geduld mit besonders uns Anfängern……und wir freuen uns auf ein nächstes Kletterwochenende!

Susan Engel

 

Ostern 2016 in der Provence

Ostern 2016- und wie nicht anders zu erwarten machte sich der DAV auf zum (Oster-)Klettern nach Südfrankreich.

Dieses Jahr verschlug es die Kletterliebhaber in die französische Provence Dentelles de Montmirail. Ab Gründonnerstag pendelten nach und nach die Erfurter Autos am Gemeindecampingplatz Roquefiguier in Beaumes de Venise ein und endlich am Karfreitag ging es dann an den Felsen. Den richtigen Kletterauftakt gab es jedoch am Samstag. Bei herrlichem Sonnenschein wurden Daunenjacke und Fleeceshirt abgelegt und das erste Sommerfeeling, gefolgt von guter Laune machte sich für dieses Jahr breit.

Für die Genießer ging es abends meist kulinarisch weiter. Neben dem Klassiker der Nudeln mit Tomatensoße fanden nämlich bei den meisten köstliche Leckereien auf dem Teller Platz. So weiß ja jeder, dass die Franzosen es zu verstehen wissen, wie gutes Baguette, leckerer Fisch und deftiger Käse zu schmecken hat. Auch das Gläschen Rotwein durfte natürlich nicht fehlen.

Wider erwarten folgte an Ostersonntag ein Kulturtag. Geplagt von Regen und schlechtem Wetter war ein Ausflug an den Felsen nicht möglich. Alternativ ging es zunächst nach Avignon. Nachdem wir die Brücke, den Papstpalast und eine Einkaufshalle erkundigt hatten, folgte ein Besuch des römischen Theaters in Orange. Das Ende des Mega-Kulturtages bildete die Forteresse de Mornas.

Am Ostermontag widmeten die meisten den Tag wieder dem Klettern. Mit einer Kletterhöhe von zum Teil 35m war der Blick über die Provence traumhaft und das eine oder andere schöne Urlaubsfoto ist entstanden.

Prägnant für die Region ist auch der Mont Ventoux, der mit seiner Höhe von 1912m und seiner kegelförmig scheinende, weithin sichtbare und imposante Gestalt schon manchen Radsportfahrer zu sich gerufen hat. So erging es auch etlichen Männern des DAVs. Denn am Dienstag waren nur wenige DAV Mitglieder am Felsen anzutreffen. Das Tageshighlight für die meisten bildete eine Fahrradtour zum Mont Ventoux. Unten noch mit warmen, sommerlichen Temperaturen erwartete die Radfahrer auf dem Berg Schnee und Kälte. Wohl verdient kehrten die Helden am späten Nachmittag auf dem Campingplatz zurück und wurden von ihren Frauen mit leckeren Köstlichkeiten auf dem Grill empfangen.

Mittwoch und Donnerstag war die dominierende Sportart wieder das Klettern. Dabei folgte am Donnerstag nach der täglichen Klettereinheit ein Abstecher zum Sandsteinfelsen in Beaumes de Venise. Nicht nur seine Form bildet eine sehenswerte Besonderheit, sonder auch die kleinen Treppchen und die Räume, die den Besucher auf und in dem Felsen erwarten.

Die schönen Tage hervorragend genutzt, erwartete uns Freitag wieder Regen. Wo die einen nochmal einen kleinen Kulturtag mit abendlichem Kletterspaß einlegten, ging es für die anderen auf einen Roadtrip in den Nationalpark Calanques zwischen Marseille und Cassis. Trotz schlechtem Wetter war die Aussicht auf die fjordähnliche Buchten und die malerischen Felsklippen lohnenswert und ließen das Kletterherz höher schlagen.

Der Freitag verstrich im Nu und mit dem Samstag war dann auch schon der Abreisetag angebrochen. Mit den Erinnerungen an einen schönen Urlaub wurden die Zelte eingepackt, das Auto angeworfen und es ging zurück in das heimatliche Thüringen, mit dem Wissen, dass das nächste Osterklettern kommen wird.

Tanja Rossner

Fotos:
Oskar Runtju
Jan Hildenbrandt
Sven Möller
Reiner Harnisch

Eine Hoch Alpine Bergtour – mit Erfurt Alpin Junioren.

mit

Spannung:    -Gletscher, Steigeisen, Gipfelbesteigung

Spaß:              – Klettern

und

Schokolade    – auf dem Gipfel und in der Hütte

 

g1aUnser Ziel war die Besteigung des Großglockners. Mit dabei waren Noah (13)  Marvin (10), Beate, Chris und Stephan  Wir planten den Aufstieg auf dem Normalweg und wenn die Zeit und das Wetter es zulassen würden, stand die ein oder andere Kletterroute auf unserem Programm.

 

Unsere Tour begann am Sonntag morgen mit der Fahrt nach Kals und einer Übernachtung im Lucknerhaus. Am Montag starteten wir dann nach einem gemütlichen Frühstück zur Stüdlhütte und folgten dem Naturlehrpfad zur Gesteinskunde. Da wir gut zu Fuß waren und die beiden jüngsten gut drauf waren,  stiegen wir nach einer kurzen Pause und nachdem wir Klettergurte angelegt hatten und die Steigeisen zurechtgelegt hatten, weiter  zur Johann Herzog Hütte auf.

 

g3a

Wir überquerten den Gletscher und wurden dabei von den anderen geführten Bergsteigern  beäugt. Die Hütte schon in Sicht krackselten  wir schließlich den gesicherten Steig zur Hütte hinauf. In der Hütte angekommen wurden Noah und Marvin herzlichst von einen Gastsherpa aus Nepal (Hüttenmitarbeiter) begrüßt und bewundert .

 

Der  nächste Tag, Dienstag : Nebel

Den geplanten Aufstieg verschoben wir von 8.00 Uhr auf 10.00 Uhr, mit der Hoffnung auf besseres Wetter. Der Nebel hielt sich, das Wetter war auch 10.00 Uhr unverändert. Wir beschlossen den Aufstieg trotz schlechter Wetterbedingungen zu wagen und zu hoffen, dass der Himmel noch aufreißt. Doch der Nebel blieb und wir erreichten eingemummt in Mütze und Handschuhe unser Ziel. Das unvorteilhafte Gipfelwetter hatte den Vorteil fast allein auf dem Gipfel sein zu können. Die Bergführer anderer Gruppen stiegen unmittelbar nach  den obligatorischen Fotos am Gipfelkreuz wieder ab. Wir genossen dagegen trotz Mistwetter unseren Gipfelerfolg vor Ort mit Schokolade und warmem Tee.

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Nach dem „Abstieg“ wieder auf der Johann Herzog Hütte angekommen, freute sich der Himmel und die Wolkendecke fing an sich zu öffnen. Gestärkt ging es im Abstieg zur Lucknerhütte, eine Stunde oberhalb des Parkplatzes und Wanderer Trubels.

Hier wurden wir von  einem sehr freundlichen Hüttenteam empfangen und  bewirtet.

———–Empfehlenswert—– .

Bei gekühltem frischperligem Bier durften wir den Blick auf den sich mittlerweile völlig enthüllten Großglockner unter strahlend blauen Himmel genießen.

Am Mittwoch stiegen wir weiter zum Parkplatz ab.

Zum Abschluss unserer Tour begeisterte uns ein Kletterpark mit vielen schönen neuen Kletterrouten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade.

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„Ausgeklettert“ ging es dann am späten Mittwochnachmittag mit zwei glücklichen  Erfurt Alpin-Junioren in Richtung Thüringen nach Hause .

 

Bericht Stefan Schmidt

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Vom 08.07.2015 bis zum 12.07.2015 unterwegs bei den Eidgenossen

Vom 08.07.2015 bis zum 12.07.2015 unterwegs bei den Eidgenossen

Bei bestem Bergwetter kommen wir am frühen Nachmittag nach Saas Almagell.

Über die Almagelleralp ( 2.194m) geht es auf die Almagellerhütte (2.894m).

Nach dem Frühstück machen wir uns gemütlich gegen 09:00 Uhr auf den Weg über den Rotblattgletscher mit noch unbekanntem Ziel. Wir üben Spaltenbergung und gehen in der Seilschaft. Nach demokratischer Entscheidung wählen wir die Überschreitung des

Mittelrück (3.363m). Schöne Blockkletterei meist im II. Schwierigkeitsgrad führt uns auf den Gipfel. Beim Abstieg wird zur Sicherheit ein Seil verwendet. Gegen 17:00 Uhr sind alle wohlbehalten auf der Hütte und genießen das Abendessen.

Weissmies 4.017m

Die Weissmiesüberschreitung beginnt nach dem Frühstück gegen 04:30 Uhr. Zunächst geht es zum Zwischenbergpass (3.268m). Über den Gletscher gen Norden kommen wir auf einen Blockgrat mit Kletterstellen im II. Schwierigkeitsgrad. Danach gelangen wir über einen Firngrat zum Gipfel. Überraschenderweise sind wir die einzige Seilschaft, die bei dem herrlichen Wetter auf dem Gipfel steht. Wir machen eine kurze Pause ehe wir uns an den Abstieg zum Berghotel Hohsaas wagen. Vorsicht ist beim Überwinden einiger Spalten geboten. Die Sicht auf die Mischabelgruppe ist zauberhaft. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir die gastfreundliche Hochsaashütte (3.100m).

Wir beziehen unser Lager und lassen den Tag bei einem guten 3-Gänge-Menü und herrlichem Sonnenuntergang ausklingen.

Als nächstes steht das Lagginhorn (4.010m)

auf dem Plan. Im Morgengrauen machen wir uns zunächst noch etwas unmotiviert auf den Weg zum Gipfel. Über Blockgestein geht es auf den Westgrat des Lagginhorns. Ein einzelner Bergsteiger überholt unsere Gruppe, die sich etwas auseinandergezogen hat. Selbiger Bergsteiger, der scheinbar den Halt verlor, kommt uns fallender Weise entgegen. Glücklicherweise steht niemand mehr in der direkten Falllinie. Wir setzen den Notruf ab und weisen den Helikopter der Bergrettung ein. Unser Bergfreund hatte Glück, dass die Rutschpartie zum Stillstand kam. Außer einem ausgekugelten Arm sind keine Verletzungen erkennbar. Der Mann wird ins Krankenhaus geflogen. Nach dem Schreck setzen wir unseren Aufstieg fort. Wir erreichen den Gipfel und kommen auch wohlbehalten zur Hütte zurück. Eine ereignisreiche Besteigung wird mit einer Flasche Rotwein begossen. Am nächsten Morgen steigen wir nach Saas Grund ab.

Ein paar Tage mit eindrucksvollen Bildern der Schweizer Bergwelt sind leider schon zu Ende.

MTB-Kurs im Leutaschtal

201509291303_JGMan nehme:

  • ein wunderschönes Tal mit knackigen Bergen in den Alpen,
  • trockenes kühles Wetter mit sonnigen Abschnitten,
  • 12 willige Freizeitsportler,
  • 2 Guides mit viel Geduld und Geschick,

und bekomme für 4 Tage ein wunderbares Gemisch aus Spaß, Anstrengung und Erlebnissen.

 

Gleich am ersten Tag ging es für uns nach einer Kennenlernrunde mit unserem A-Team (Alex und Andreas) auf eine große Wiese zur Technik-Schulung, um gleich nach dem Mittag die ersten Trailerfahrungen am Kalvarienberg zu sammeln. Für die erste „Abfahrt“ waren die Wurzeln, Steine und Querrinnen schon eine große Herausforderung. Auch wenn an den schwierigsten Stellen immer unsere Guides, Andreas oder Axel zur Hilfe bereitstanden, musste nicht nur ich hier mehrmals unfreiwillig vom Rad.

201509261306_JG

Abends in der Unterkunft wurde immer gemeinsam gekocht, gegrillt und natürlich dann gegessen und getrunken. Essen gab es immer reichlich, so dass selbst beim „Reste-Essen“ am letzten Abend immer noch so einiges übrig blieb. Der „Ouzo“ aus Griechenland und der „Aro“ aus Thüringen halfen uns bei der Verdauung.

201509281524_JGAn den folgenden Tagen gab es einen bunten Mix an Technikübungen (Vorderrad/Hinterrad entlasten, Kurven, Bremsen, Uphill, Schwerpunkt verlagern u.v.a.m.) und Rundfahrten mit Aufstiegen und Abfahrten in und am Leutaschtal entlang. Das ist ein wunderschönes langgestrecktes alpines Tal in Begleitung von einer beeindruckenden Bergkulisse. Und mittendrin als Blickfang die ca. 2.600m „Hohe Munde“. So führten unsere Routen u.a. zur Ropferstube und Wildmoosalm, zum Seebensee und Seebenalm, zur Gaistal- und Hämmermoosalm und durch viele versteckte kleinere Wege und Pfade.

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Schnell waren die 4 Tage rum und wir saßen zum letzten Mittagessen an der Hämmermoosalm. Es war nicht ganz leicht, die riesigen Portionen Kaiserschmarrn und Schnitzel zu bewältigen. Bei strahlender Sonne fiel manchem nun der Abschied von den Bergen etwas schwerer, aber die meisten mussten wieder heim nach Deutschland.

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Ein Glück, dass Ute und ich gleich eine Verlängerung bis zum Wochenende eingeplant hatten und so bei Kaiserwetter u.a. auch den Gipfel der markanten „Hohe Munde“ besteigen konnten. Ein Ausblick auf das Tal, wie er nicht schöner hätte sein können.

Jörg

 

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Kalymnos – Kletterurlaub an Stalagtiten und Broccoli

Kalymnos – Kletterurlaub an Stalagtiten und Broccoli
(ein Reisebericht von Christine)

Eins meiner Traumziele auf meinem langen Kletter-Wunschzettel war Kalymnos, eine kleine griechische Insel im Ägäischen Meer etwa 12 km nördlich von Kos und über 2000 km südlich von Erfurt.
Nach meiner Flugbuchung im Januar 2015 begannen leider diverse politische Probleme. Griechenlandkrise und Diskussionen um das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone führten zu Reisestornierungen deutscher Touristen und zu den Erzählungen von Kollegen, welche in griechischen Cafes als Deutsche nicht mehr bedient worden sind. Dann spitzte sich die Flüchtlingskrise zu. Auf Kos, der Insel mit unserem Zielflughafen, strandeten Nacht für Nacht Tausende Flüchtlinge. Fragen zur Sicherheit kamen auf. Wir waren uns unsicher, welche Stimmung und welche Rahmenbedingungen uns in unserem Urlaub erwarteten, als wir uns im September 2015 auf die Reise machen.

Unser Flugzeug nach Kos war bis auf den letzten Platz gefüllt, offensichtlich hatten sich auch andere nicht von Ihrem Entschluss einer Griechenlandreise abbringen lassen. Aus der Luftperspektive wirkten Kos und Kalymnos sehr karg und trocken. Kaum Bäume und nur wenig Sträucher und anderes Grün waren zu erkennen. Dafür Berge und Hügellandschaft, traumhaft eingebettet in das blaue Meer. Uns empfing ziemliche Hitze, kaum hatten wir das Flughafengelände verlassen. Wir waren noch entsprechend der aktuellen deutschen Temperaturen mit langer Hose und Jacke bekleidet, was sich nun als ziemlich unpassend erwies.

Vom Flughafen zum Hafen in Mastichari, von welchem unsere Fähre nach Kalymnos fuhr, nahmen wir ein Taxi. Die zu erwartenden Preise für diverse Relationen waren gleich am Flughafen angeschrieben, so dass wir nicht verhandeln brauchten. 15 Euro ist nun Standardpreis. Der Taxifahrer zeigte uns den richtigen Ticketschalter und den Ort, an dem die Fähre anlegt. Dann genossen wir in einem Restaurant den ersten griechischen Salat und tauschten unsere Herbst- gegen Sommerkleidung. Von Kos nach Kalymnos kann man verschiedene Fährgesellschaften nutzen. Wir hatte uns für eine reine Personenfähre „Anekalymnou“ entscheiden, da deren Fährzeiten am besten mit unseren Ankunfts- und später Abflugzeiten übereinstimmten. Für 7,50 € pro Person und Richtung erwarben wir den Zugang zu einem rasanten Wellenritt und erreichten eine halbe Stunde später die Hafenstadt Pothia und damit die Insel unserer Träume.

Die wenigen Taxis waren schnell vergriffen, wir hatten es aber auf den Bus abgesehen, der etwa stündlich für 1,50 € p.P. nach Masouri fährt. Die Haltestelle befindet sich am Ausgang des Hafenbereichs. Die Fahrt selber war spannend, mussten in Pothia einige recht schmale Sträßchen durchquert werden, in welchen kein Begegnungsverkehr möglich war. Auch nahm der Bus eine Stichstrecke, um einen Hafenort anzubinden. Nach etwa 30 min erreichten wir Armeos, hier drehte der Bus und der Busfahrer legte eine Pause ein. Wir hatten die Chance, erste Fotos von unserem Wunschkletterziel zu machen, welches sich als lange Felskette und riesige Grotte über dem Ort und uns erstreckte. Nun ging es kurz zurück und dann abwärts nach Masouri hinein. Dort wurden wir an der Haltestelle von unserer Vermieterin empfangen und in die hübsche, strandnahe Ferienwohnung (Koralli-Studios) mit Blick auf das Meer begleitet.

Es war früher Abend und ich musste unbedingt noch einkaufen. War ich doch mit einem Paar durchgekletterter Kletterschuhe in den Urlaub gestartet. Ich hatte es zu Hause nicht mehr geschafft, für Ersatz zu sorgen. Nach Internetangaben sollten in Masouri zwei kleine Kletterlädchen existieren. Meine Hoffnung war, dass sie für mich passende Kletterschuhe anboten. Die kaputten Schuhe hatte ich als Rückfallebene mitgenommen, falls sich gar nichts Passendes auftreiben ließe. Aber die Bedenken erwiesen sich als grundlos. Statt zwei kleiner gab es vier z.T. größere Kletterläden, die natürlich auch für mich schöne neue Kletterschuhe hatten. Und für die alten löchrigen Schuhe fand ich Tage später einen von einem Kletterer initiierten Service, der eine Neubesohlung anbot (Kalymnos resole). Die Schuhe sahen danach fast wie neu aus, waren perfekt repariert. So hatte ich also zwei Paar Kletterschuhe, eine gute Basis für schwere Touren.

Wir nahmen uns die ersten Tage die nächstgelegenen Sektoren (Poets und Le Coeur d‘ Armeos) vor, welche nach einem ca. 15 minütigen Fußmarsch steil bergauf erreichbar waren. Perfekt gesicherte Routen in rauem Fels bis 35 m Länge waren ein Traum. Einige Griffe erinnerten an Broccoli, sie bestanden aus versteinerten Korallen. Auch eine Zweiseillängenroute nahmen wir in Angriff.

Am vierten Tag starteten wir zu unserem Kletterhighlight. Die „Grande Grotta“, eine riesige offene Höhle mit Stalgtiten und Stalagnaten, beeindruckte uns so stark, dass wir auch dort unbedingt eine Tour durch die überhängenden Wände klettern wollten. Die gewaltigen Überhänge und die einzigartigen Kletterrouten mit besten Chancen auf dicke Unterarme, Oberschenkelklemmer oder kaminartige Abschnitte zwischen den Säulen, teils waagerechtes Klettern und am Ziel einem schwindelerregenden Ausblick zogen die Kletterelite magisch an. Für normale Kletterer wie uns gibt es eine sehr lohnende Tour „Trela“, eine 7a, welche 40 m Kletterlänge bietet. Zwischen den Stalagtiten hindurch muss man sich an der stark überhängenden Höhlenwand hocharbeiten, teils recht unübersichtlich und sehr anspruchsvoll. Eine unglaublich beeindruckende Tour, welche mit einer 30 m langen komplett frei hängenden Abseile von der Höhlendecke endet. Ein Muss für jeden Kletterer, sofern er nicht die vielen noch schwereren Routen knacken kann.

Der Sektor „Afternoon“ links neben der Grotte erwies sich als überlaufen, da er auch einige leichtere Route besitzt. Hier kann man Kontakt zu einer der zahlreichen Ziegen aufnehmen, die auf den kargen Berghängen domestiziert leben, uns war nur nicht recht klar wovon. Gesehen haben wir, dass sie den Kletterern Bananenschalen abbetteln, Zigarettenkippen und Abfall verzehren. Wir haben etwas altes Brot mitgebracht, damit sie auch mal was Vernünftiges zu fressen bekommen. Natürliches Futter war abgeweidet, es war einfach zu trocken.

Am frühen Nachmittag, wenn die Sonne in die Wände scheint, war der Klettertag beendet. Dann ging es ab ins warme, klare Meer zum Baden und abends in eins der zahlreichen Restaurants zum Schlemmen. Empfehlenswert ist dies auf jeden Fall in Verbindung mit griechischer Musik von einer Bouzouki, einer Laute, und den griechischen Tänzen, wie man sie z.B. im Zorbas erleben kann. Jeder, der über ausreichend Rhythmusgefühl verfügt, kann beim Tanz mitmachen. Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß.

Spannend ist auf Kalymnos die Wasserversorgung. Es gibt kein zentrales Frischwassernetz. Vielmehr besitzt jedes Haus einen riesigen Wasserspeicher, der nahezu den ganzen Keller ausfüllt. Hier wird Regenwasser gesammelt, denn wenn es regnet, dann sehr reichlich, wie wir am letzten Urlaubstag erben durften. Dieses Wasser wird dann für die Hauswasserversorgung, also Duschen, Toiletten und Wasserhähne verwendet und muss das ganze Jahr reichen. Trinkwasser gibt es aus Flaschen oder an einem der zwei Brunnen in der Hauptstraße.

Kalymnos ist zwar im September ein schönes Kletterziel, aber auch im Winter bleibt es mit etwa 12 °C sehr mild. Im Sommer dagegen erreichen die Temperaturen 40 °C, sicher zu viel zum Klettern.

Bemerkenswert war die Freundlichkeit und Herzlichkeit mit der wir überall behandelt wurden. Die Griechen tun alles, damit sich die Gäste wohl fühlen. Das Klettern war einzigartig, das Ambiente schön, alle anfänglichen Sorgen unberechtigt.

Das herannahende Kletterfestival im Oktober sorgte dafür, dass sich die Region zunehmend mit Profikletterern füllte, die das Training vor Ort aufnahmen. Auch bekannte Gesichter waren zu sehen. Wir waren traurig, dass nach einer Woche der Urlaub schon vorbei war. Kalymnos hat sich definitiv gelohnt. Wir kommen bestimmt wieder und erkunden fernere Sektoren, fahren mit dem Moped über die Insel und treiben unsere Leistung nach oben. Hoffentlich bald.

Christine

 

Großvenediger – Überschreitung

…. manche Ziele muss man ein weiteres mal ins Visier nehmen um es zu erreichen.
Den Großvenediger hatte ich 2009 schon mal „vor den Füßen“.
Allerding war uns damals der Wettergott nicht gewogen und so sind wir unverrichteter Dinge wieder abgezogen.
Die Aussichten waren dieses Mal etwas besser, obwohl ungewöhnlich hohe Temperaturen herrschten und Gewitter in der Luft lagen.
Um die Sache „Rund“ zu machen, hatten wir uns eine Hütten- Rund- Tour mit Großvenediger Überschreitung vorgenommen.
Unser Truppe bestand aus 5 Erfurt Alpinern und einem Berfreund von den Ilmenauer Henkelreißern.
Da alle mehr oder weniger aus unterschiedlichen Richtungen anreisten, trafen wir uns am Mittwoch Nachmittag auf dem Parkplatz Ströden im Virgental.

Tag 1: Essener Rostocker Hütte.
Begrüßung , Sachen packen und auf gings entlang des Maurer Baches zur Essener Rostocker Hütte (2208m), wo wir unsere erste Nacht verbrachten.

Tag 2: Zum Deferegger-Haus.
Wegen der gewitterlastigen Wetterlage starteten wir am frühen Morgen in Richtung Türmljoch (2790m).
Es folgte ein kurzer Abstieg zur Johannishütte (2121m) um nach kurzer Pause weiter zum Deferegger-Haus (2962m) aufzusteigen.
Die Hitze machte uns heftig zu schaffen und die türmenden Wolken trieben uns zu Eile an.
Die Hütte war gut gefüllt mit Gipfelaspiranten.
Damit uns die Zeit nicht lang wird, übten wir auf dem Trocknen etwas Knotenkunde und Basics der Spaltenbergung.
Einsetzender Regen trieb uns dann in die Hütte.

Tag 3: Über den Großvenediger bis zur Kürsinger Hütte.
Zeitig brachen wir vom Deferegger-Haus auf. Zahlreiche Seilschaften machten sich mit uns auf den Weg.
Wie die Lemminge reihte sich Seilschaft an Seilschaft und kurz vor dem Gipfel gab es dann auch noch Stau.
So ist das eben, wenn man sich in der Hochsaison einen Klassiker wie den Venediger vornimmt.
Die Gipfelrast viel kurz aus. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto stiegen wir über die Venedigerscharte (3414m) und das Obersulzbach Kees
zur Kürsinger Hütte (2562m) ab.
Hier waren wir dann allein, weil die anderen Seilschaften zum Defregger Haus zurückkehrten oder den Weg zur Neuen Prager Hütte einschlugen.
Eine kleine Herausforderung tat sich uns auf, als wir plötzlich vor einer riesigen Gletscherspalte standen, die nur über eine bereits in Stellung gebrachte
Alu- Leiter zu überwinden war.
Die lange Etappe über die Gletscher des Großvenedigers mit unvergesslicher Bergatmosphäre und die herrlichen Ausblicke auf die umliegende Berg- und Geltscherkulisse
werden uns lange in Erinnerung bleiben.

Tag 4: Zur Warnsdorfer Hütte
Der 4. Tag empfing uns mit Regen. Erst warteten wir noch ab, in der Hoffnung das der Regen abzieht,
aber dann entschlossen wir uns schon mal loszugehen, um nicht zuviel Zeit zu verlieren.
Der Abstieg von der Kürsinger Hütte (2562m) führte uns  über den neu errichteten Klettersteig zur ehemaligen „türkische Zeltstadt“
Beim Abstieg fanden wir immer wieder Markierungen, die den Gletscherstand noch vor 10, 20, 30 Jahren dokumentieren.
Erschreckend zu sehen, wie in überschaubaren Zeiträumen der Glescher zurückgegangen sind.
Im Talgrund mußten wir einen Gletscherbach überqueren der den Abfluß des neu entstanden Gletscher-Sees bildet und der auf alten AV Karten
noch gar nicht eingezeichnet ist.
Auf der anderen Seite stiegen wir dann über das Obersulzbach-Kees zum Gamsspitzl (2888m) auf.
Das Gamsspitzl, ein kleiner Gipfel am Wegesrand  wurde noch erklommen bevor es dann auf kurzem Abstieg zur
Warnsdorfer Hütte (2334m) ging, wo wir die letzte Nacht verbrachten.
Von der Terasse der Warnsdorfer Hütte genossen wir noch mal die  herrliche Blicke zu den umliegenden 3000ern (Dreiherrn Spitze, Simony Spitze, …)
und einem eindrucksvollen Talschluss des Krimmler Archentales.
Wegen außergewöhnlicher Umstände, des zu erwartenden anstrengenden Tages mit dem weiten Weg über das Maurer Törl zurück nach Ströden
und er vor uns liegende Heimfahrt, entschlossen wir uns am Abend, die Tour bereits hier zu beenden und mit dem Taxi von Krimml nach Ströden zurückzufahren.

Das Hauptziel, den Gipfel des Großvenedigers,  hatten wir erreicht. Somit konnten wir mit großartigen Eindrücken und dem Vorsatz, diesen Teil der Alpen
noch einmal zu besuchen, wieder nach Hause fahren.

 

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