Эльбрус 10.05.-22.05.15

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Wenn einer eine Reise tut…
Die Kaukasusregion um den Elbrus auf eigene Faust zu besuchen kann ich hier ausdrücklich nur empfehlen – ein kleines Abenteuer!
Russland ist anders, Russland will anders sein. Das beginnt schon bei der Reisevorbereitung, mal schnell hinfliegen is nicht. Davor steht der russische Bürokratenapparat – Visa heißt das Zauberwort, jedoch dafür muss man erst mal ackern! Außerdem wichtig das Grenzpermit, sonst vom Berg in den Knast, so sagt man.
Russian Style oder besser Pycckии Ctил muss man nicht mögen, aber Anpassung tut gut und macht das Leben leichter. Hier meine persönlichen Best of Russian Style:

    • Passkontrolle Flughafen – Die Entdeckung der Langsamkeit
    • Verkehrskontrolle – Immer und überall, gerne auch mit Panzerunterstützung
    • Straßen – Rüttle, schüttle mich …
    • Kreisverkehr – Rechts vor links, Achtung im Kreis!
    • Autos – Wenn nicht Lada dann fetter BMW aus Good old Germany
    • Buchenholzgrill – Dauerbrenner oder besser –qualmer an jeder Ecke
    • Berg Toi Toi – Bei Sturm, bekackter Abflug in´s Wunderland
    • Fernsehen – Laut, bunt, folkloristisch – läuft immer und überall

Der Elbrus is ´n „Latschberg“, hab ich gehört. Vorbereitung braucht man da sicher nicht, oder? Zwar „etwas“ höher, aber irgendwie wird´s schon gehen… Na ja, das muss man sich halt nur schön reden, wenn man keine Lust / Zeit für ´ne ordentliche Vorbereitung hat.
Nach Flügen und Anfahrt mit Victors Kleinbus (insg. ca. 18 Std.) sowie Einchecken in unserem „Basislager“ Hotel Virage in Azau, ging´s dann auch gleich mal bis auf 4000m zum Akklimatisieren. Je näher der Berg desto WOW! ist der gewaltig. Ich grüble insgeheim über meine nicht vorhandene Vorbereitung. Im Virage im Tal verfliegen die Bedenken vom Berg bei Bier und Soljanka schnell wieder. Ringsum gibt es massenweise schöne und einsame Berge, die Kulisse ist grandios. Nach Eingehtour auf den Cheget und Akklimatisierung am Elbrus selbst, starten wir unseren 1. Versuch. Nachts stürmt es im „Prijut Maria“ so stark, dass ich befürchte das Berg Toi Toi ist vor uns auf dem Gipfel. Abbruch in der Nacht und morgens liegt Schnee in unserem „Bungalow“. Geduld, Geduld, Geduld und immer wieder der Wetterbericht, welcher uns zum Narren zu halten scheint. Abstecher in´s schöne Adylsu – Tal und Wanderung zum Berg Jantugan einschl. Gletschersee, Grenz- und Passkontrolle inclusive. Dann Dank Stromabschaltung, ein Tag früher Aufbruch Richtung Hochlager. Akklimatisieren, Ausruhen, Trinken, Essen …
Nachts 03:30 Aufbruch bei starkem Wind mit Tourenski, später Steigeisen, der Wind lässt nach, das Wetter bessert sich. … Zähes Ringen um jeden Meter, Selbstantrieb und mentaler Kampf – Gehen, Gehen – Schritt vor Schritt, Atmen, Atmen … „Latschberg!“ Nach 10 Stunden endlich der Gipfel, unspektakulär aber der höchste Punkt weit und breit. Geschafft! Phantastischer Rundumblick. Ab jetzt geht´s nur noch bergab, Schritt für Schritt bis zum Skidepot, dann die knochige Piste runter, runter… Endstation Mittelstation – die Piste ist ein schwarzer aufgerissener Graben, also zu Fuß bis in´s Tal. Nach 15 Stunden endlich zurück.
Nach fast 2 Wochen sind uns Magamen, Sulja und Ali aus dem Hotel fast zu Freunden geworden und wir werden herzlich verabschiedet. Auch das ist Russian Style – Gastfreundschaft und Herzlichkeit.
до свидания!

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