Der Weg zum Bishorn

Am Dienstag, den 04.07.2017 trafen sich sechs kühne GTA (Grande Traversata delle Alpi)-Wanderer, die bereits 11 Tage unterwegs waren und schon 118 km und knapp 9.000 Höhenmeter in den Waden hatten, mit den vier taufrischen Erfurter Alpinisten in Gruben/Meiden am Fuße des Turtmanntales in der Schweiz. Die erste Etappe führte in ca. zweieinhalb Stunden durch Wälder und an einem Stausee vorbei zur auf 2.519m gelegenen Turtmannhütte und kann guten Gewissens als „gemütliche Einlauftour“ beschrieben werden. Am Abend frischten die Anführer der beiden geplanten Seilschaften Chris und Micha das theoretische und praktische Wissen der anderen Teilnehmer auf, gefolgt von der einen oder anderen Runde eines schönen Kartenspiels mit unschönem Namen.

Am nächsten Tag sollte der Aufstieg zum Barrhorn, der mit seinen 3.610m als höchster Wandergipfel Europas bekannt ist, zur weiteren Akklimatisation beitragen. Ein paar der Teilnehmer hatten nach der Rückkehr noch genügend Energie, um sich auf den Weg in ein nahegelegenes Klettergebiet zu  machen. Der „Zustieg“, der eine über einen Fluss gespannte Seilbahn war, erschien den meisten aber dann doch als zu abenteuerlich und wurde nur als Kulisse für mehr oder weniger spektakuläre Fotos genutzt. Genächtigt wurde erneut in der 1928 eröffneten Turtmannhütte, die nicht nur in der Hauptsaison bis zu 74 Gäste, sondern zudem auf ihrer Speisekarte die wohl hochpreisigste, wenn auch nicht gerade wohlschmeckendste, Geburtstagstorte jenseits von Wien beherbergt.

Am nächsten Tag durfte auf dem Weg zur recht neuen Cabane de Tracuit (3.256m) bereits etwas Gletscherluft geschnuppert werden. In der französischsprachigen Hütte raubte einem neben den Dusche-verweigernden Bergfreunden (einmal duschen = 10€) vor Allem die Aussicht den Atem. Sowohl durch das Panoramafenster, als auch auf dem angrenzenden Sonnendeck genießt man den Blick auf duzende Viertausender.

Am nächsten Morgen begannen wir mit dem Aufstieg auf das 4.153m hohe Bishorn, welches durch das angrenzende Weisshorn (4.505m) von weitem eher als kleiner Untergipfel wahrgenommen wird. Der Weg führte über einen etwa vierstündigen seichten Anstieg und eine abschließende kleine Kletterei auf den für viele von uns ersten Viertausender.

 

Vom Abstieg ins 2.500m tiefer gelegene Zinal ist mir eines besonders in Erinnerung geblieben: Schmerzen!

Bis auf das letzte Stück eine ganz wunderbare Erfahrung mit ausschließlich wunderbaren Menschen!

Tina

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