Großvenediger – Überschreitung

…. manche Ziele muss man ein weiteres mal ins Visier nehmen um es zu erreichen.
Den Großvenediger hatte ich 2009 schon mal „vor den Füßen“.
Allerding war uns damals der Wettergott nicht gewogen und so sind wir unverrichteter Dinge wieder abgezogen.
Die Aussichten waren dieses Mal etwas besser, obwohl ungewöhnlich hohe Temperaturen herrschten und Gewitter in der Luft lagen.
Um die Sache „Rund“ zu machen, hatten wir uns eine Hütten- Rund- Tour mit Großvenediger Überschreitung vorgenommen.
Unser Truppe bestand aus 5 Erfurt Alpinern und einem Berfreund von den Ilmenauer Henkelreißern.
Da alle mehr oder weniger aus unterschiedlichen Richtungen anreisten, trafen wir uns am Mittwoch Nachmittag auf dem Parkplatz Ströden im Virgental.

Tag 1: Essener Rostocker Hütte.
Begrüßung , Sachen packen und auf gings entlang des Maurer Baches zur Essener Rostocker Hütte (2208m), wo wir unsere erste Nacht verbrachten.

Tag 2: Zum Deferegger-Haus.
Wegen der gewitterlastigen Wetterlage starteten wir am frühen Morgen in Richtung Türmljoch (2790m).
Es folgte ein kurzer Abstieg zur Johannishütte (2121m) um nach kurzer Pause weiter zum Deferegger-Haus (2962m) aufzusteigen.
Die Hitze machte uns heftig zu schaffen und die türmenden Wolken trieben uns zu Eile an.
Die Hütte war gut gefüllt mit Gipfelaspiranten.
Damit uns die Zeit nicht lang wird, übten wir auf dem Trocknen etwas Knotenkunde und Basics der Spaltenbergung.
Einsetzender Regen trieb uns dann in die Hütte.

Tag 3: Über den Großvenediger bis zur Kürsinger Hütte.
Zeitig brachen wir vom Deferegger-Haus auf. Zahlreiche Seilschaften machten sich mit uns auf den Weg.
Wie die Lemminge reihte sich Seilschaft an Seilschaft und kurz vor dem Gipfel gab es dann auch noch Stau.
So ist das eben, wenn man sich in der Hochsaison einen Klassiker wie den Venediger vornimmt.
Die Gipfelrast viel kurz aus. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto stiegen wir über die Venedigerscharte (3414m) und das Obersulzbach Kees
zur Kürsinger Hütte (2562m) ab.
Hier waren wir dann allein, weil die anderen Seilschaften zum Defregger Haus zurückkehrten oder den Weg zur Neuen Prager Hütte einschlugen.
Eine kleine Herausforderung tat sich uns auf, als wir plötzlich vor einer riesigen Gletscherspalte standen, die nur über eine bereits in Stellung gebrachte
Alu- Leiter zu überwinden war.
Die lange Etappe über die Gletscher des Großvenedigers mit unvergesslicher Bergatmosphäre und die herrlichen Ausblicke auf die umliegende Berg- und Geltscherkulisse
werden uns lange in Erinnerung bleiben.

Tag 4: Zur Warnsdorfer Hütte
Der 4. Tag empfing uns mit Regen. Erst warteten wir noch ab, in der Hoffnung das der Regen abzieht,
aber dann entschlossen wir uns schon mal loszugehen, um nicht zuviel Zeit zu verlieren.
Der Abstieg von der Kürsinger Hütte (2562m) führte uns  über den neu errichteten Klettersteig zur ehemaligen „türkische Zeltstadt“
Beim Abstieg fanden wir immer wieder Markierungen, die den Gletscherstand noch vor 10, 20, 30 Jahren dokumentieren.
Erschreckend zu sehen, wie in überschaubaren Zeiträumen der Glescher zurückgegangen sind.
Im Talgrund mußten wir einen Gletscherbach überqueren der den Abfluß des neu entstanden Gletscher-Sees bildet und der auf alten AV Karten
noch gar nicht eingezeichnet ist.
Auf der anderen Seite stiegen wir dann über das Obersulzbach-Kees zum Gamsspitzl (2888m) auf.
Das Gamsspitzl, ein kleiner Gipfel am Wegesrand  wurde noch erklommen bevor es dann auf kurzem Abstieg zur
Warnsdorfer Hütte (2334m) ging, wo wir die letzte Nacht verbrachten.
Von der Terasse der Warnsdorfer Hütte genossen wir noch mal die  herrliche Blicke zu den umliegenden 3000ern (Dreiherrn Spitze, Simony Spitze, …)
und einem eindrucksvollen Talschluss des Krimmler Archentales.
Wegen außergewöhnlicher Umstände, des zu erwartenden anstrengenden Tages mit dem weiten Weg über das Maurer Törl zurück nach Ströden
und er vor uns liegende Heimfahrt, entschlossen wir uns am Abend, die Tour bereits hier zu beenden und mit dem Taxi von Krimml nach Ströden zurückzufahren.

Das Hauptziel, den Gipfel des Großvenedigers,  hatten wir erreicht. Somit konnten wir mit großartigen Eindrücken und dem Vorsatz, diesen Teil der Alpen
noch einmal zu besuchen, wieder nach Hause fahren.

 

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