Kletterfahrt ins Frankenjura 27./28. April 2019

…da brodelte es ordentlich in der „Hexenküche“, unserem diesjährigem Ziel im Frankenjura, aber leider nicht durch unsere Kletteraktivitäten. Nach zwei warm up-Routen wollten wir gerade so richtig loslegen, da kannten die Regenwolken kein Erbarmen und überzogen den Fels mit dem kühlen Naß. Mittlerweile wurde dann auch unser Clipstick von der anwesenden holländischen Kletterergruppe (das waren mindestens zwei Busse voll) zur freien Benutzung auserkoren (man kann ja mal vorher fragen), achso sie hatten auch alle weiße Bergsteigerhelme auf, wie damals im Ith, wo sie ganze Felsgruppen mit ihren „een touw“ Rufen in Beschlag nahmen, viele Dinge wiederholen sich halt im Leben mehrmals.

Aber nicht das ihr jetzt denkt ich würde die Holländer nicht mögen, ganz im Gegenteil und die Farbe „weiß“ ist ja auch neutral und ist die Farbe von Frieden.  Dank des überhängenden Bouldersektors blieben wir und unser Material trocken und nach dem Schauer verbrachten wir erstmal einige Zeit in Olafs Wohnmobil, wo wir genügend Zeit hatten uns alle Ausstattungsdetails erklären und zeigen zu lassen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber ein Regenschauer löste den anderen ab und so ging es frühzeitig zum Gasthof „Drei Linden“ in Bärnfels zum ersten schnellen Bier.

Leider regnete es die ganze Nacht immer mal wieder und beim Frühstück prasselte der Regen auf  die Fensterbänke, Camping ist halt nicht immer die bessere Option, vielen Dank an die Wirtleute für den schönen Abend und das gute Essen. Die Ersten überkam bereits das Heimweh und die Vorfreude auf den zu Hause liegengebliebenen Abwasch, aber Birgit und ich fuhren ein Stück in das Wiesental und wanderten ohne Regen auf das Walberla, geologisch ein Zeugenberg am Rand der Fränkischen Alb. Mit seinen zwei Gipfeln über 500 m übrigens auf ein beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger und klettern kann man am Sektor „Rodenstein“ auch noch prima, aber Vorsicht, die Kletterschwierigkeit der gewählten Routen sollte schon beherrscht werden, die Absicherung ist eher großzügig, wurde doch hier der sechste Grad in den 60ern und siebte Grad in den 70er Jahren frei geklettert.

Ein einheimischer Kletterer soll mal gesagt haben es gibt im Frankenjura nur zwei Tage im Jahr an denen man überhaupt aufgrund der Witterungsbedingungen nicht klettern könne und dieser Zuversicht ging es weiter zum „Steinfelder Wändchen“ am Rande des Maintals.

Bei herrlichem Sonnenschein erlebten wir einen schönen Kletternachmittag mit löchrigem Kalk an dem kleinen Wändchen mit seinen boulderartigen Routen.

Vertrauen und Hoffnung sind halt ein guter Wegbegleiter in allen Lebenslagen.

Werner Bettermann

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