Klettersteig- „Wandern“ in den Südtiroler Dolomiten; 27.-31. August 2014

Von der MTB-Umrundung der Brenta- Gruppe hinauf in die Berge (Beate, Chris, Ute& Jörg)

  1. Tag – Aufstieg und Treffpunkt an der „Rifugio Giorgio Graffer“

Da hatte der Reiner aber etwas Feines rausgesucht! Die Routenbeschreibungen versprachen spannende Tage mit spektakulären Klettersteigen an den Felsenbändern der Brenta- Gruppe auf bis zu 3.000m Höhe.
Wir trafen uns am ersten Tag in der Graffer- Hütte in etwas über 2.200 m. Wir vier von der MTB-Runde hatten die Gipfel schon 4 Tage lang von unten aus allen Perspektiven bewundert, solange es die Sicht eben zuließ. Die weiteren 10 Bergfreunde kamen aus dem verregneten Deutschland und freuten sich erst einmal über den Sonnenschein.
Gegen 20 Uhr kamen die letzten 3 Leute in der Hütte an und bekamen gerade noch etwas zum Abendessen. Für die Übernachtung wurde uns sehr passend ein 14-Mann- Quartier zugeteilt. Es hatten alle noch relativ frische Socken …

2. Tag – Von der Graffer- Hütte zur Tuckett- Hütte auf dem Bocchette- Weg

Herrlicher Sonnenschein am Morgen ließ bald den ersten Schweiß beim Aufstieg fließen. Später zogen die Nebelschwaden herauf, aber es wurden immer wieder tolle Ausblicke frei auf die Berge und Täler. Klettersteige und Wanderstrecken wechselten sich ab. Am frühen Nachmittag war die Tuckett- Hütte schon kurz in der Ferne zu sehen. Hier teilten sich unsere Wege.

Jan
Eine Gruppe bevorzugte den direkten Weg zur Hütte, wir wählten den neuen Klettersteigpfad mit dem umfangreichsten Leitersystem dieser Tour-Etappe über die Tuckett- Scharte. Es war ein sehr schöner, aber auch anspruchsvoller Weg. Über die Tuckett- Scharte selbst zog ein kräftiger Wind und das große Schneefeld, das wir noch bergab überqueren mussten, kühlte die Luft kräftig ab. Wer hatte, zog die Steigeisen an. Nur Jan machte sich den Spaß, auf den Wanderschuhen die Strecke komplett herunter zu rutschen. Das sah richtig gut aus!

An der Hütte angekommen, gab es wieder Cappuccino und Kuchen zum Aufwärmen, denn die Sonne war bereits hinter den Bergen verschwunden.
Reiner, Christoph und Miriam hatten den kürzeren Weg gewählt und zogen nach der zeitigen Ankunft an der Hütte doch noch einmal los, um den als recht schwierig beschriebenen alternativen Klettersteigpfad über die Tuckett- Scharte zu gehen.
Am Abend studierten wir gemeinsam für den kommenden Tag die verschiedenen Wege- Beschreibungen zur „Sentiero delle Bocchette Alte“-  und „S.O.S.A.T“- Route. Beide Wege hatten ihre Reize –  der eine sehr anspruchsvoll, der andere nicht weniger schön.

  1. Tag – Von der Tuckett- Hütte zur Alimonta- Hütte

6:30 Uhr – Es war schon hell. Ein kurzer Blick nach draußen sagte uns: Schnell den Fotoapparat schnappen und versuchen, diese herrliche Morgenstimmung einzufangen. Orangerot verfärbten sich gerade die von der Sonne beschienenen Gipfellagen.
Gegen 8 Uhr starteten wir: 8 Leute begaben sich auf die „Sentiero delle Bocchette Alte“ und die restlichen 6 gingen die „S.O.S.A.T“- Route.

tuckettscharte
Der „Bocchette Alte“- Weg führte zuerst wieder über das große Schneefeld steil bergauf bis zur Tuckett- Scharte. Hier war dann auch schon das karge Hüttenfrühstück aufgebraucht. Oben öffneten sich dann Blicke in alle Richtungen mit toller Kulisse und es wurde fleißig fotografiert. Weiter ging es über sehr schöne Kletterpassagen, die auch konditionell sehr anspruchsvoll waren. Herrliche Bergpanoramen taten sich immer wieder neu auf, teilweise jedoch durch heraufziehende Nebelschwaden gespenstisch verhüllt. Das war der berühmte Brenta-Nebel. Der Weg war nicht zu verfehlen, da er fast vollständig von Stahlseilen und Eisenkrampen gesäumt war. Auch eine „Eisrinne“, die als gefährlich galt, hatte inzwischen ein Stahlseil zum Festhalten bekommen.
Gegen 11 Uhr waren wir am Fuß des „Cime di Brenta“ angekommen und es ging weiter zum Gipfelplateau des Spallone dei Massodi (3.004 m). LeiterDer Weg dorthin wurde noch sehr spannend. Es folgte eine luftige, mit Leitern gespickte Gratpassage und die mit 20 Metern längste und imposanteste Leiter des Bocchette-Wegs. Auf dem Gipfelplateau pausierten wir im Sonnenschein, bis Chris und Jan von ihrem Abstecher in Richtung Brenta- Gipfel wieder eintrafen.

Für interessierte Geo- Cacher: Auf besagtem Gipfelplateau gibt es auch ein Versteck J.
Der weitere Weg ging wieder über viele Leitern und einer Querung am Felsgrat, nun aber wieder abwärts. Das war weniger anstrengend. Gegen 16 Uhr trafen wir an der Hütte ein, dort gab es u.a. wieder Cappuccino und Apfelstrudel, sowie eine warme Dusche.

 

 

  1. Tag: Von der Alimonta- Hütte zur Brentei- Hütte – Der Zentrale Bocchette-Weg

GruppeDieser berühmte Klettersteig- Weg begann anfangs mit der Überquerung eines Schneefeldes.
Am Einstieg in den Klettersteig fanden wir uns schnell noch zu einem gemeinsamen Gruppenfoto.
Vormittags hatten wir noch sehr schöne Ausblicke ins Tal und auf die imposanten Felsformationen, dann kam er wieder – der berühmte Brenta- Nebel. Nach dem Klettersteig ging es überwiegend an spektakulären Felsbändern entlang der über tausend Meter senkrecht abstürzenden Ostflanke der Sfulmini-Türme. Alle Passagen waren sehr gut gesichert, die Stahlseile und Befestigungen in gutem Zustand, so dass wir das Erlebnis richtig genießen konnten.
Zum Schluss nach den Klettersteigpassagen teilte sich unsere Gruppe noch einmal- einige wollten noch einen kleinen Abstecher auf einen Cappuccino zur Pedrotti-Tosa-Hütte gehen, die anderen entschieden sich aufgrund des angekündigten Regens für den direkten Abstieg zur Brentei- Hütte. Die Cappuccino- Gruppe durfte dann auch tatsächlich noch ihre Regenkleidung testen.
Auf den Regen folgte später noch Sonnenschein und lockte uns aus der Hütte in das herrliche Bergpanorama und zu der gleich in der Nähe liegenden kleinen hübschen Kapelle. Sie wurde für die Opfer der Berge erbaut und viele Fotos zeugten von viel zu jung Verunglückten.
Das Abendessen war wieder spannend, die Bestellungen wurden zimmerweise auf den Namen aufgenommen und während der Bestellung kamen schon die ersten Getränke und Speisen – die Technik macht es möglich.
Das war schon unser letzter Abend der Hüttenwanderung. Aber auch gut so, denn die Socken begannen schon mächtig zu muffeln.

  1. Tag: 31. August – Für 12 von 14 Leuten: Abstieg zum Parkplatz an der Vallesinella- Hütte.

Wir, Ute und Jörg hatten noch Zeit und gingen von der Brentei- Hütte die S.O.S.A.T- Route in umgekehrter Richtung wie die eine Gruppe am 2. Tag. Auch diese Route hat viele besondere Reize, so auch die Leitern in eine Schlucht hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf.
Zwischenstation war am frühen Nachmittag wieder die Tuckett- Hütte. Zum Abstieg benutzten wir einen sehr schönen, aber mit großen schrägen Steinplatten gebildeten Weg, den uns Jan empfohlen hatte.
Alle anderen stiegen sofort von der Brentei-Hütte zum Tal ab und kamen noch am selben Abend wohlbehalten wieder zu Hause in Deutschland an.

Was bleibt in Erinnerung – eine sehr gelungene Tour mit prima Wetter, tollen Kletterpassagen, wunderbaren Ausblicken und prächtiger Stimmung. Ein großes Dankschön an Reiner für die Idee und Organisation dieser außergewöhnlichen 5 Tage.

Brenta

Jörg Grohmann

 

 

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