Kletterwochenende im Harz Okertal 09./10. Juni 2018

Da stand ich nun vor der 50 m hohen Marienwand am Einstieg zu einer Tradroute, keine Haken vorhanden, zur Sicherung dienen nur Keile und Friends. Obwohl sich die Schwierigkeit der Route einige Grade unter meiner Leistungsgrenze befindet, mein Nervenköstum wurde jedenfalls ordentlich strapaziert. So verbrachten wir den Tag vor allen Dingen mit Vertrauensarbeit in den Fels, in die Struktur und Reibung, sowie die Absicherung der Routen.

Während eines Regenschauers übten wir das Legen/Setzen der mobilen Sicherungsmittel, wobei Wolfgang die meiste Zeit mit dem Entfernen eines gelegten Klemmkeils verbrachte, der lag halt wirklich „super“.

Thomas und Elvira sammelten in einer Mehrseillängenroute ihre ersten Erfahrungen und beide kletterten die wohl großzügigste Linie bis zum Gipfel im Toprope, welch ein Genuß und irgendwann kommen wir zurück und klettern diese Route im Vorstieg, das haben wir uns versprochen.

Am sogenannten Vorturm der Marienwand versuchten wir uns in der boulderartigen Sportkletterroute „brave stranger“, in der Boulderhalle fühlt sich das immer irgendwie anders an mit den kleinen Leisten und den schlechten Tritten, wir bleiben auch hier dran.

Am zweiten Tag waren wir am Drachenturm, der erstmal seinem Namen auch gerecht wurde. Auf der Reibung der „Schwindelplatte“ fühlten wir uns schnell „like norway“ und Anka zeigte uns Allen wie es geht, mit einer Eleganz und Geschwindigkeit überwand sie spielerisch die 6er Stellen. Ab diesem Tag trägt sie zusätzlich den Beinamen „Plattenkatze“. Dank der Bewegungsanalyse von Birgit und einigen Tipps von Anka konnten wir alle unsere Kletterleistung steigern und der einsetzende Regen schadete unserer guten Stimmung in keinster Weise. Gut gelaunt ging es zum Kaffeetrinken.

Fazit: das Okertal im Harz, ein Juwel für die Kletterszene: Finger-, Faust-, Schulter oder Offwidthrisse (z.B. der berühmte „Schwiegermutterriß“ am Treppensteinturm), Platten, Dächer, Reibung oder Grate. Alles in bester Felsqualität, kein Wackeln, Knirschen, Bröseln von Griffen oder Tritte und gerade auch deshalb eines der besten und größten Bouldergebiete in dieser Kompaktheit in unserer Nähe. Trad/Cleanclimbing, Sportrouten mit Bohrhaken gesichert, Mehrseillängenrouten gemischt gesichert, alles ist möglich. Wer zehnmal die Marienwand hochklettert hat 500 hm geklettert, ein tollen Trainingsgebiet für die Alpen mit Ständen und Nachholen und Abseilen und das alles im 4-5 UIAA Klettergrad.

Wir kommen wieder und holen uns die „Juwelen“.

 

Werner Bettermann

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