Schneeschuhtour durch die Niedere Tatra

mit Chris Ulber, Jan Hildenbrandt, Volker Döhle, Bodo Wolf und Kathrin Reichardt

vom 17.-24.02.2018

Tag 1, Samstag, 17.02.:

Am Samstag starteten wir früh zeitig mit dem Auto in Richtung Slowakei. Unser Ziel war Telgart, der östlichste Punkt, von dem aus die Schneeschuhtour auf dem Kammweg der Niederen Tatra starten soll. Am frühen Abend erreichen wir Telgart, beziehen unsere Zimmer, die Chris im Vorfeld gebucht hatte und freuen uns auf das Abendbrot. Um die eingepackten Dinge noch einmal zu checken und unnötiges Gepäck im Auto zu lassen, bauen wir kurzerhand unsere Zelte im Flur des Hotels auf. Das kleine Husky darf mit.

Tag 2, Sonntag, 18.02.:

Nach einem deftigen Rührei-Würstchen-Frühstück und Kaffee starteten wir 9 Uhr vom Hotel aus in Richtung Kralova Hora.

Der Berg mit 1.945 m Höhe war unser erster Gipfel. Wir folgten den roten, anfangs auch grünen Wegweisern durch Wald, auf steilen Anstiegen und spürten den eisigen Wind sobald wir die Baumgrenze verlassen hatten.

Die Hütte auf der Kralova Hora ist zwar geschlossen, aber der Vorraum zum Imbiss hatte „offen“, so dass wir dort unsere Mittagsrast einlegen konnten. Dann ging es weiter durch Nebel, eisigen Wind und immer wieder bergauf und bergab. Die Schneestangen mussten wir suchen, was gar nicht so leicht war. So stapften wir auf dem Kamm durch tiefen Schnee mit unseren Schneeschuhen, ohne irgendetwas zu sehen, vorbei an der Stredna Hola (1.876 m) in Richtung Andrejcova-Hütte.

Diese erreichten wir erst gegen 18.30 Uhr; da war es bereits fast dunkel. Die Hütte (1.410 m) entschädigte uns aber für unsere Anstrengungen am ersten Tag. Die Hütte war beheizt, es brannte Licht und ein heißer Tee wartete schon auf uns. Nach ca. 18 km Fußmarsch war der „Willkommensschnaps“ vom Hüttenwirt Martin sehr willkommen. Es gab Gemüsesuppe mit viel Knoblauch; jeder suchte sich bald einen Schlafplatz im Quartier und Schlafsäcke waren sogar auch vorhanden.

Tag 3, Montag, 19.02.:

Heute ist herrliche Sicht. Erst mal raus und den Anblick der Hohen Tatra mit den schneebedeckten Bergen genießen, den wir nicht mehr verlieren sollten. Müslifrühstück und Kaffee; ein Obolus in die Hüttenkasse und gegen 10 Uhr machten wir uns auf.

Der Kammweg ist fantastisch. Rechts und links geht es ins Tal und man hat wunderbaren Ausblick. Sonnenschein und blauer Himmel waren heute unsere ständigen Begleiter. Das Thermometer zeigt -9°C. Bald sind wir an der Velka Vapenica (1.691 m) und machen Rast. Dann geht es hinab zum Sattel, Wasser tanken und wieder aufsteigen. Eine Stunde vom Sattel entfernt schlagen wir unser Lager am Weg auf. Schnee schaufeln, Zelte aufbauen, Holz holen, Lagerfeuer im Schnee, Kochen – das war unsere abendliche Beschäftigung. Wir fühlten uns wohl, trotz frostiger Temperaturen – der Rum in der Roten Grütze trug dazu bei. Heute waren es zwar nur 6 km zu durchwandern, aber wir wollten auch das schöne Wetter genießen.

Tag 4, Dienstag, 20.02.:

7.30 Uhr krabbeln wir aus den Zelten. Volker mit seinem Vier-Jahreszeiten-Schlafsack muss sich erst einmal warm laufen. Die Yeti- und Cumulus-Schlafsackbesitzer sind da klar im Vorteil. Der Kaffee ist schnell gekocht und das Müsli gegessen.

Einpacken und 10.15 Uhr starten. Der Kammweg ist immer noch so schön und das Wetter spielt mit. Bergauf, bergab geht es über die Homolka (1.660 m); dann queren wir gefühlt stundenlang einen Hang, der nicht enden will. Es dämmert schon als wir 17.30 Uhr die Ramza-Hütte (1.260 m) erreichen, die unbewirtschaftet ist. Mit 15 km in den Beinen wird sofort Feuer im Herd gemacht; Wasserholen entpuppt sich als aussichtsloses Unterfangen, denn die Quelle ist aufgrund der Schneemassen unauffindbar. Egal, wir tauen Schnee und kochen Abendbrot. Der Ofen knistert noch als wir in unseren Betten liegen. Nachts machen sich Siebenschläfer über den Käse von Chris her. Es rumpelt und poltert, aber zum Glück schläft der Bär.

Tag 5, Mittwoch, 21.02.:

7.30 Uhr bringt Chris uns Kaffee ans Bett. Wie toll. Da fällt das Aufstehen gar nicht schwer. Nach unserem Müslifrühstück starten wir gegen 9.30 Uhr mit gepacktem Rucksack. Der Weg führt uns durch lichten Wald, leicht bergauf und –ab, mit leichtem Schneefall und etwas Sonne. Den Skiort Certovica (1.250 m) erreichen wir gegen 14 Uhr; übrigens brauchen wir für die angegebene Strecke zeitmäßig fast das Doppelte. Aber darauf haben wir uns schon eingestellt. Im Restaurant gibt es Pivo und etwas Leckeres zu essen. Da gerade Ferien in der Slowakei sind, ist eine Unterkunft für uns nicht möglich. So entscheiden wir, im Zelt vor dem Hotel zu schlafen. Die Verpflegung im Restaurant ist super. Wir können dort den Abend verbringen, spielen Wizzard und „Arschloch“ und gehen bald schlafen.

Tag 6, Donnerstag, 22.02.:

Das Frühstück im Restaurant ist super. Die Rester vom Nachbartisch werden ebenfalls vertilgt und 10 Uhr starten wir zu einem weiteren Tag mit den Schneeschuhen entlang des Kamms. Als Erstes müssen wir den Abfahrtshang hinauf, um den ersten Gipfel zu erreichen. Dort genießen wir erst einmal den Ausblick auf die Hohe Tatra, Westtatra, Mala-Fatra, Kralova Hora usw. Alle sind zu sehen. Unser Weg geht wie schon die letzten Tage bergauf und bergab, über den Rovienky-Gipfel (1.602 m) und dem Kralicka-Gipfel (1.807 m) bis zur Stefanika-Hütte (1.730 m) unterhalb des Dumbier.

15 Uhr haben wir es geschafft. Volker ist voran gegangen und empfängt uns an der Hütte mit einem frisch gezapften Bier. Wir beziehen unser Zimmer und ruhen uns kurz aus. Dann nutzen wir das schöne Wetter und wandern noch zum Dumbier (2.043 m) hinauf. Eine Stunde steil bergan, dann ist der Gipfel erreicht. Der Wind hat zugenommen und bläst ganz ordentlich. Viele Fotos werden gemacht. Die hohe Tatra guckt aus einer Wolkendecke heraus. Am Chopok stehen bereits die Lifte still. Wir machen uns auf den Rückweg zur Hütte. Dort watet ein leckeres Abendbrot auf uns – Knödel mit Gulasch, dazu heiße Schokolade mit Sahne. Das haben wir uns verdient.

Tag 7, Freitag, 23.02.:

Der Blick aus dem Fenster ist nicht so toll. Die Gipfel sind wolkenverhangen und lassen sich nicht blicken. So entscheiden wir, nach unserem Rührei-Tomate-Frühstück ins Tal abzusteigen. Zwei Ungarn, die ebenfalls auf der Hütte waren, fahren Chris nach Telgart, um das Auto zu holen. Chris trifft uns in Trangoska, dem Abstiegsort mit einem Restaurant und einigen Hütten. Wir fahren gemeinsam nach Telgart zurück und genießen den letzten Abend bei Sauna, ausgiebigem Abendbrot mit Bier und Wein.

Tag 8, Samstag, 24.02.:

Rückfahrt nach Erfurt über Polen und die A4, was uns 12 Stunden Fahrtzeit einbrachte aufgrund der Rückreisewelle und skifahrenden Polen, die am Wochenende eben auch die Berge nutzen.

Es war eine tolle Tour, die zur Nachahmung unbedingt zu empfehlen ist. Und es warten noch weitere Touren wie das Slowakische Paradies, Westtatra, Hohe Tatra.

Kathrin Reichardt, März 2018

 

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