Unsere Jugendfahrt ins Elbsandsteingebirge

20160506_083221Am Donnerstag, den 5. Mai 2016 starteten wir – Lisa, Lotta, Henrike, Hans, Simone und Sandy – unsere Reise nach Sachsen. 7.10 Uhr trafen wir uns alle am Bahnhof in Erfurt, um 7.27 Uhr mit dem ICE nach Dresden zu fahren, wo wir auf die Jugendgruppe von André (Max, Hans und Lukas aus der Nähe von Senftenberg) warteten. Zusammen ging es dann weiter mit der S-Bahn nach Bad Schandau. Nach der Zugfahrt folgte die Fahrt mit dem Bus durch das Kirnitzschtal bis zur Neumannmühle, die wir uns allerdings anders vorgestellt hatten. Die ersten Hindernisse waren also zu erwarten, weil am Donnerstag Männertag war und viele andere in denselben Bus wollten wie wir. Da wir alle große Rucksäcke mit Isomatten daran hatten, sind wir immer zwischen den Sitzen stecken geblieben. Nach einigen blöden Blicken und Bemerkungen der Mitfahrer schafften wir es dann endlich einige Sitzplätze zu ergattern. Jetzt wartete schon die nächste Katastrophe auf uns: Übelst besoffene Männer mit jeweils zwei Bierflaschen in den Händen. Der Eine hat gesungen, der Zweite benutzte in jedem Satz „Alter“ und der Dritte hauchte uns die ganze Zeit mit seinem „leckeren“ Bieratem an. Jeder kann sich vorstellen, dass diese Busfahrt für uns ein Albtraum war. Kaum angekommen, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und quetschten uns nach draußen. Da wir keine Zeit verlieren wollten, machten wir uns gleich auf den Weg zur Boofe. Der erste Abschnitt war angenehm zu laufen, bis wir vor uns die Treppen sahen. An dieser Stelle meinte dann André zu uns, dass das Schlimmste noch vor uns liegt. Immer weiter mussten wir die Treppenstufen hoch und wir fragten uns, ob diese überhaupt ein Ende hatten, aber dann kam langsam die Boofe zum Vorschein. Ab diesem Zeitpunkt erschien uns der Weg viel kürzer. Als wir ankamen, fanden wir die Boofe am Kleinen Lorenzstein, Ostterrasse relativ voll vor, doch im Vergleich zu den folgenden Tagen war sie leer. Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann bei herrlichstem Wetter schon auf den ersten Gipfel, den „Kleinen Lorenzstein“. Eigentlich wollten wir nur den „Alten Weg“ klettern, wählten aber den falschen Ausstieg und so war der Weg dann deutlich schwerer. Nachdem wir so einen ersten Eindruck von der sächsischen Kletterei gewannen, ging es an das „Rabentürmchen“, das gut für Anfänger geeignet ist, die Vorsteigen üben wollen. Zum Tagesabschluss gingen wir noch an die „Lorenzsteinnadel“ und kletterten einen weiteren Weg. Am Abend gab es dann Nudeln, die von den Mädels gekocht wurden. Erschöpft und Müde gingen wir dann alle schlafen.

Am zweiten Tag erwartete uns beim Aufwachen der wundervolle Sonnenaufgang, der die sowieso schon schöne Kulisse in rotes Licht tauchte. Obwohl wir alle noch müde waren, standen wir langsam auf, um möglichst schnell nach dem Frühstück an den Felsen zu kommen. Auf dem Plan stand die Begehung des „Großen Lorenzstein“, der nicht weit weg und in Sichtweite unserer Boofe war. Nach einem abenteuerlichen Pfad am Abgrund kamen wir dann am Felsen an. Wir zögerten nicht lange, bildeten zwei Seilschaften (je eine Mädchen und Jungsseilschaft) und machten uns auf den Weg nach oben. Auf dem Gipfel angekommen, traten wir direkt den Weg zum Gipfelbuch an, der wie sich herausstellte doch etwas länger war als vermutet. Wir dachten auch nicht, dass wir nun noch einen weiteren Kamin hinaufklettern mussten. Nach gefühlt einer halben Ewigkeit waren wir dann endlich alle auf dem Gipfel, trugen uns in das Gipfelbuch ein und mussten feststellen, dass noch ein weiteres Problem auf uns wartete: Unser Seil für die Abseile am Gipfelbuch war zu kurz, da es aber noch eine zweite Abseile gab, sind wir dann zu dieser gegangen. Hier mussten wir uns erst über einen Baum zur eigentlichen Abseile abseilen, dort angekommen haben wir uns in das zweite Seil eingebunden und dann ging es zurück auf den Boden. Nachdem alle unten angekommen waren, ging es dann auf den Pfad zurück zur Boofe, wo das Mittagessen schon auf uns wartete. Nach der Mittagspause teilten wir uns wieder in zwei Gruppen, die eine ging noch einmal an das „Rabentürmchen“ und die andere kletterte am „Kleinen Lorenzstein“ noch ein zwei Wege. Nach dem anstrengenden aber auch schönen Tag sorgten die Jungs diesmal für das Abendessen. Es gab Käsespätzle. Nach Einbruch der Dunkelheit entschieden wir uns dazu noch eine Runde „Werwölfe von Düsterwald“ zu spielen. Ein ereignisreicher Tag endete für uns.

Am dritten Tag bestand der Morgen darin, die Rucksäcke wieder zu packen und uns auf den Weg zum Parkplatz zu machen, wo Lottas Eltern auf uns warteten und unsere Rucksäcke entgegen nahmen. Weiter ging es dann mit einer Wanderung entlang des Flößersteiges im Kirnitzschtal zu einer Hütte in Bad Schandau, die unser nächster Schlafplatz werden sollte. Wir legten einen Zwischenstopp am „Heidematz“ ein und kletterten den „Alten Weg“ sowie den „Nord-Ost-Weg“. Danach wanderten wir motiviert weiter und in der Zwischenzeit kauften Simone und Lisa schon für unser Abendessen ein. Angekommen, gab es dann kein Halten mehr und Lotta, Henrike, Simone, Sandy und André stürmten in die eiskalte Kirnitzsch. Den vorbeifahrenden Autos winkten wir mit Begeisterung zu, was bei den Autofahrern wahrscheinlich eher für Verwirrung sorgte. An diesem Abend wurde gegrillt, außerdem gab es einen Rückblick in die Geschichte des Kletterns. Bei diesem wurde uns gezeigt wie geklettert, gesichert und abgeseilt wurde. Danach haben wir wieder „Werwölfe“ gespielt.

Am nächsten Morgen wachten wir in der Hütte auf und frühstückten gemütlich. Deshalb mussten wir dann später zum Bus rennen, um ihn nicht zu verpassen. Mit der S-Bahn fuhren wir von Bad Schandau nach Rathen, wo wir ausstiegen und noch zum „Laasenturm“ klettern gingen. Dort verbrachten wir den restlichen Tag, bevor wir mit der S-Bahn nach Dresden fuhren. Wir verabschiedeten uns von André und seinen 3 Jungs sowie von Lotta und gingen noch etwas für die weitere Zugfahrt einkaufen. Mit dem ICE kamen wir schließlich gegen 20.30 Uhr wieder in Erfurt am Bahnhof an.

Alle Gipfel, die wir erklommen haben sind sehr zu empfehlen.

Zum Schluss wollen wir noch unseren Trainern Simone und Sandy danken, die nicht nur eine tolle Boofe ausgesucht haben, sondern auch die ganzen Tage von früh bis spät für uns gesorgt haben. Es war eine sehr schöne Fahrt in die Sächsische Schweiz bei wunderschönem Wetter, die wir JEDERZEIT WIEDER mitmachen würden!!!

 

geschrieben von Henrike Schulz und Lotta Willing

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