© Sven Möller

Zu den Winterlingen ins Rautal

Am 1. März fand die zur Tradition gewordene Wanderung "Zu den Winterlingen" bei Jena statt. 15 Teilnehmer hatten sich in Herrgottsfrühe an der Gaststätte "Papiermühle" eingefunden. Der Weg führte zunächst steil bergan auf die Sonnenberge zum "Uhlitzschstein", von dem man einen ersten guten Überblick über das Saaletal und die Stadt Jena hat. Dann ging es weiter bergauf zum "Napoleonstein".  Einem Gedenkort an eine Schlacht, die vor mehr als 200 Jahren den Verlauf der deutschen Geschichte wesentlich geprägt hat. Bei bestem Wanderwetter, strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen, führte der Weg weiter über die Hochebene des "Windknollen" Richtung "Rautal". Am Eingang des Tales fand sich ein verwunschenes Plätzchen zu Pause und Picknick, der "Waldkindergarten". Wir durchquerten das "Rautal" auf versteckten Wegen und kamen schnell im lichten Buchenwald zur staunenswerten Blütenfülle der Winterlinge.

Hunderte Besucher kommen jedes Jahr um diese Zeit in den Wald beim Dörfchen Closewitz, um diese größte wildwachsende Kolonie der kleinen Frühjahrsblüher in Deutschland zu erleben. Wir neigen unser Haupt ehrfurchtsvoll vor den Wundern der Natur. Der Rückweg gestaltete sich zügig. Vorbei am Anger des Dörfchens Closewitz, das für die Besucher Kaffee und Kuchen bereithält, führte unser Weg durch das Naturschutzgebiet des Windknollen zum "Landgraf", einer Traditionsgaststätte - auch "Balkon über Jena" genannt.

Von diesem wunderbaren Aussichtspunkt erschließt sich das Zentrum von Jena auf besondere Weise. Hoch über der Stadt ergießt sich der Blick über das Saaletal bis hin zur Leuchtenburg am fernen Horizont. Mit knapp 5 Stunden wahrlich keine leichte Wandertour. Aber mit Informationen zur Geologie und Geschichte der Region, Geschichten zu historischen Persönlichkeiten, und dem Höhepunkt der Blütenpracht der Winterlinge immer wieder ein nachklingendes Erlebnis.

Bericht: Michael Rüffer    Fotos: Sven Möller