© Ute und Jörg Grohmann

Bergwandern im Lechquellengebiet

Eine feine Runde im Lechquellengebiet (Österreich) wurde uns von Reiner rausgesucht und dazu noch perfekt vorbereitet. Leider musste er kurz vorher seine Teilnahme krankheitsbedingt absagen. Wir, das waren Geli, Ute, Bernd, Hagen, Heiko, Lukas und Jörg, übernahmen aber gerne den Staffelstab und starteten von Lech am Arlberg den Aufstieg auf die Ravensburger Hütte auf 1.948 m Höhe. Zum Glück hörte der starke Regen noch rechtzeitig auf und begleitete uns nur unauffällig den Rest des Tages. So gingen wir dann auch gerne in die trockene Unterkunft, sicherten unsere schmalen Bettenlager und verbrachten erst einmal den Nachmittag drinnen.

Am nächsten Tag ging es bei leicht feuchtem Wetter, nebligen Schwaden, kritisch beobachtet von den Murmeltieren, in Richtung Freiburger Hütte.

Konnten wir vom Spullersee gerade noch den Uferbereich sehen, so wurden die Aussichten von Stunde zu Stunde besser. Mittags schauten wir schon auf die dichten Wolken in den Tälern herab und ab und zu blitzte auch mal ein Stückchen blauer Himmel auf.

Auf teils schmierigen Auf- und Abstiegen ging es über den Gehrengrat (2.439 m), durch das Steinerne Meer weiter zur nächsten Unterkunft, der Freiburger Hütte. Und wir waren unterwegs nicht allein – Murmeltiere, Gämsen und Steinböcke beobachteten uns interessiert und ab und zu kamen auch andere Wanderer entgegen.

Für Abwechslung unterwegs sorgte eine anspruchsvolle Gruppenaufgabe während einer Rast – wie holt man ein Handy aus einem Geröllfeld, welches beim Fotografieren dummerweise mehr als einen halben Meter tief in eine Felsspalte gefallen ist? So richtig hat wohl kaum noch jemand daran geglaubt, aber nach einer reichlichen halben Stunde hielt der Besitzer es wieder erleichtert in den Händen.

Den dritten Tag begannen wir mit freundlichem Wetter und konnten so gleich mal auf den an der Hütte liegenden Formarinsee schauen. Bei Bilderbuchwetter, die Wolken hatten sich zu hübschen Schäfchenwolken am blauen Himmel fotogen gemacht, liefen wir erst einmal mehr als die halbe Tagesstrecke bis zum Gasthaus Älpele angenehm abwärts um dann wieder alle Höhenmeter bis zur Göppinger Hütte (2.245 m) in einem Ritt aufzusteigen. Ein fantastisches Panorama mit vielen wunderbaren Aussichten breitete sich vor uns aus. Angekommen, nutzten einige noch den Nachmittag für eine kleinere Runde, zur Suche nach einem Geocache oder dem Aufstieg auf den nächstliegenden Gipfel. Das Wetter musste einfach genutzt werden. Abends konnten wir dann den Sonnenuntergang und nächsten Morgen den Aufgang vor einer großartigen Kulisse bewundern.

Mit einem freundlichen Morgengruß an die Steinböcke starteten wir am vierten Tag bei strahlend blauem Himmel zu unserer letzten Tagestour – unser Ziel: die Biberacher Hütte (1.846 m). Auch diesmal ging es in der ersten Hälfte viel bergab und teilweise schon mal durch bewachsene Abschnitte um dann zum Schluss wieder bis zur Hütte aufzusteigen. Der Nachmittag war noch zu jung und das Wetter zu schön, um sich auf die faule Haut zu legen. Also unternahmen wir individuell unterschiedliche Ausflüge um die Hütte und auch bis zum Gipfel der naheliegenden Hochkunzelspitze (2.360 m), wo uns wieder einmal ein fantastisches Panorama erwartete.

 

Eine wunderbare Tour mit vielen unterschiedlichen Höhepunkten gemeinsam in einer prima Gruppe ging mit dem Abstieg und der Rückfahrt am nächsten Tag zu Ende. Und einig waren wir uns, dass es wieder einmal ein wundervoller und erlebnisreicher Ausflug in die Berge gewesen ist.

Bericht und Fotos: Ute und Jörg Grohmann